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Das Werdenberg ist letztes Anbaugebiet für Pariserkarotten

Seit 50 Jahren werden am Rheinweg in Weite Pariserkarotten gewaschen. Das Anbaugebiet im Bündner und St. Galler Rheintal ist unterdessen das einzige verbliebene in der Schweiz. Dies auch dank der Firmen Müller Azmoos AG und Hilcona AG.
Katharina Rutz
Mit solchen selbstfahrenden Vollerntern werden die Pariserkarotten seit 1979 geerntet – damals ein Meilenstein im Gemüsebau.Mit solchen selbstfahrenden Vollerntern werden die Pariserkarotten seit 1979 geerntet – damals ein Meilenstein im Gemüsebau.
Bei der Anlieferung sind die «Karöttli» noch voller Erde.Bei der Anlieferung sind die «Karöttli» noch voller Erde.
Diese Waschanlage ist seit 50 Jahren in Betrieb und wäscht die einzigen in der Schweiz angebauten Pariserkarotten. (Bild: Bilder: Katharina Rutz)Diese Waschanlage ist seit 50 Jahren in Betrieb und wäscht die einzigen in der Schweiz angebauten Pariserkarotten. (Bild: Bilder: Katharina Rutz)
Peter Zogg, Mitglied der Geschäftsleitung bei Müller Azmoos AG, erläutert den zahlreichen Gästen die Waschanlage.Peter Zogg, Mitglied der Geschäftsleitung bei Müller Azmoos AG, erläutert den zahlreichen Gästen die Waschanlage.
Geschenke zum Jubiläum: (von links) Gemeindepräsident Beat Tinner, Alexander Zogg, Geschäftsleitung, und Michael Hüppi, VR-Präsident.Geschenke zum Jubiläum: (von links) Gemeindepräsident Beat Tinner, Alexander Zogg, Geschäftsleitung, und Michael Hüppi, VR-Präsident.
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Letztes Anbaugebiet für Pariserkarotten

Im Jahr 1964 begann Andreas Müller auf seinem landwirtschaftlichen Betrieb mit dem Anbau von Pariserkarotten für die Konservenfabrik Bischofszell. Fünf Jahre später legte er mit dem Bau einer Wasch- und Sortieranlage für das liebevoll «Karöttli» genannte Gemüse den Grundstein einer umfassenden Anbau-Modernisierung.

Zuvor wurden die Pariserkarotten am Kraut aus der Erde gezogen und in Säcke abgefüllt. Andreas Müller allerdings lud sie auf Anhänger und brachte sie lose zur Waschanlage. «Danach hat der Anbau von Karöttli in der Region an Fahrt aufgenommen», sagt Peter Zogg, Mitglied der Geschäftsleitung der Müller Azmoos AG.

Müller Azmoos AG feiert Jubiläum

Die genannte Waschanlage nahm vor genau 50 Jahren ihren Betrieb auf. Aus diesem Anlass lud die Müller Azmoss AG am Samstag Partner und Produzenten zu einer Jubiläumsfeier an den Rheinweg ein. «Eine weitere grundlegende Veränderung erfuhr der Anbau von Pariserkarotten 1979 mit dem Kauf des ersten selbstfahrenden Vollernters», so Peter Zogg weiter. Die Effizienz und die Qualität hätten dadurch massiv gesteigert werden können.

Der Karöttli-Anbau in der Region – heute werden sie von Katzis bis Haag und im Fürstentum Liechtenstein bis Bendern angebaut – hatte aber auch einige Herausforderungen zu bewältigen. Mit dem möglichen EU-Beitritt beispielsweise stand der Anbau gar vollkommen auf der Kippe. Während der ganzen Zeit hielten allerdings die Gründer der Müller Azmoos AG, Käthi und Andreas Müller, an den Pariserkarotten fest. Heute ist das Rheintal das letzte Anbaugebiet in der Schweiz und Hilcona der einzige Hersteller des Konservenklassikers «Erbsli und Rüebli».

Verlässliche Partnerschaft

Mit dem Aufkommen von Tiefkühlgemüse und dem Trend zu Frischgemüse ist der Markt mit Konservengemüse unter Druck geraten. «Die Nachfrage nach Dosengemüse nimmt ab», sagt Peter Schmidheiny von der Hilcona AG. Dies, obwohl Konservendosen allein durch Hitze haltbar gemacht würden und somit ohne chemische Zusatzstoffe auskommen. Auch der Verbrauch von Pariserkarotten geht jährlich zurück. Im Jahr 2017 wurden 1737 Tonnen Pariserkarotten produziert, für das Jahr 2019 rechnet man mit 1666 Tonnen.

«Dennoch hält Hilcona an diesem Produkt fest und investiert weiterhin», versichert Schmidheiny.

In weiteren Referaten erläuterte Stefan Britschgi vom Fahrmaadhof in Diepoldsau die schwierigen Rahmenbedingungen im Verarbeitungsgemüse, und Beat Tinner, Gemeindepräsident von Wartau, sprach über die Herausforderungen eines solchen Betriebes für die Behörden. Zur Sprache kamen die Pflanzenschutzmittel, die zunehmend in der Kritik stehen, der Kostendruck aber auch die Probleme in der Raumplanung bei nötigen Betriebserweiterungen.

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