Lernende von Toldo helfen der Palfriesbahn

Im Rahmen von Projekttagen befestigten 13 Lernende der Toldo-Betriebe Sevelen, Landquart und Wil einen Kiesweg und Vorplätze bei der Bergstation der Palfriesbahn, die regelmässig bei starken Gewittern teilweise weggeschwemmt wurde. Der Toldo-Geschäftsführer sieht diese Projekttage als wichtiges Werkzeug, um die jungen Leute zum Weitermachen zu motivieren.

Thomas Kessler
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Der bestehende Kiesweg wurde regelmässig bei starken Gewittern teilweise weggeschwemmt.

Der bestehende Kiesweg wurde regelmässig bei starken Gewittern teilweise weggeschwemmt.

Thomas Kessler

Von der Talsohle direkt auf die Sonnenterrasse Palfries auf 1700 Meter über Meer in 13 Minuten. Das schafft man nur mit der Palfriesbahn. Die ehemalige Militärbahn bringt heute Touristen und Einheimische auf das weitläufige Plateau. Der ehrenamtlich geführte Bahnbetrieb erledigt einen Grossteil der Unterhalts- und Umgebungsarbeiten mit freiwilligen Helfern aus den eigenen Reihen. Es gibt aber immer wieder Aufgaben, welche zu gross sind für den Verein. Ein Beispiel ist die Umgebung bei der Bergstation. Der bestehende Kiesweg wird regelmässig bei starken Gewittern teilweise weggeschwemmt.

Um dieses Problem zu lösen, hilft hier nur der Einbau eines Belages. Dafür ist aber Spezialwissen und entsprechendes Werkzeug nötig. Es ist dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass sich Alex Pfiffner vom Vorstand des Vereins Seilbahn Palfries und Leo Raimann, Geschäftsführer der Toldo Landquart AG, über dieses Thema unterhielten. Pfiffner ist Maschinist an der Bahn, aber auch Teil des Bauteams, welches verschiedene Bauarbeiten erledigt. Die Ostschweizer Bauunternehmung Toldo-Gruppe führt jedes Jahr ein mehrtägiges Lehrlingscamp durch, bei welchem die angehenden Strassenbauer ein Projekt mit ihrem Wissen und Können unterstützen. Die Erneuerung der Bergstationsumgebung wäre genau das richtige für die jungen Berufsleute.

Die Lernenden teilten die Arbeiten für die Fertigstellung des Weges und der beiden Vorplätze selbstständig ein.

Die Lernenden teilten die Arbeiten für die Fertigstellung des Weges und der beiden Vorplätze selbstständig ein.

Bilder: Thomas Kessler

Lernende aus der ganzen Ostschweiz

So wurden rasch Nägel mit Köpfen gemacht und im Juli machten sich 13 Lernende aus den Toldo-Betrieben in Landquart, Sevelen, und Wil mit ihren Verantwortlichen auf zur Talstation der Seilbahn in Ragnatsch. Nach einer kurzen Begrüssung durch Leo Raimann ging es mit der Gondelbahn auf die Hochebene Palfries. Die spektakuläre Fahrt hoch über dem Wasserfall wird sicher allen in guter Erinnerung bleiben.

Auf den Vorplätzen wurden Verbundsteine verlegt.

Auf den Vorplätzen wurden Verbundsteine verlegt.

Bilder: Thomas Kessler

Oben angekommen hiess es erstmals die Unterkunft zu beziehen. Das Berghaus Palfries war die Basis für die nächsten beiden Tage. Da der Himmel die Schleusen den ganzen Morgen öffnete, war nicht an die Arbeiten draussen zu denken. Es hätte mehr geschadet als genützt. So kamen die Teilnehmer ganz im Trockenen in den Genuss des Imagefilmes über die Palfriesbahn. Nach dem Mittagessen galt es aber Ernst.

Die jungen Männer lieferten professionelle Arbeit ab

Die jungen Männer stellten unter Beweis, was sie gelernt haben.

Die jungen Männer stellten unter Beweis, was sie gelernt haben.

Bilder: Thomas Kessler

Die Lehrlinge waren nun selbst verantwortlich sowohl für die Einteilung der Arbeiten als auch für die Umsetzung. Es waren doch eine Vielzahl von Arbeitsschritten notwendig für die Fertigstellung des Weges und der beiden Vorplätze. Verschiedene Vorbereitungsarbeiten legten den Grundstein. Danach ging es Schlag auf Schlag. Es wurde eine Kiesplanie erstellt, Verbundsteine verlegt, Belag mit der Garette verteilt und eingebaut. Es wurde gestampft, gewalzt und vibriert; gemessen, gehämmert und eingepasst. Die Männer stellten eindrücklich unter Beweis, was sie in ihrem Berufsalltag gelernt haben. Die Handgriffe sitzen und die Teams sind eingespielt.

Pünktlich um 17 Uhr des zweiten Tages konnte das vollendete Werk dem Verein «Seilbahn Palfries» übergeben werden. In einer kleinen Ansprache bedankten sich Hans Lutziger, Präsident des Vereins Seilbahn Palfries, und Vorstandsmitglied Alex Pfiffner herzlich für die geleisteten Arbeiten. Müde und stolz durften die Lernenden anschliessend einen wohlverdienten Apéro im Berghaus Palfries geniessen.

Am zweiten Tag konnte die Gruppe ihr vollendetes Werk übergeben.

Am zweiten Tag konnte die Gruppe ihr vollendetes Werk übergeben.

Bilder: Thomas Kessler
Leo Raimann

Leo Raimann

Der Geschäftsführer der Toldo Landquart AG, Leo Raimann, hat das Lehrlingsprojekt begleitet.

Weshalb organisieren Sie dieses Lehrlingsprojekt?

Leo Raimann: Damit sich die Lernenden innerhalb unserer Unternehmung kennen lernen. Sie sollen lernen, selbstständig ein Projekt umzusetzen, aber auch zusammen eine gute Zeit erleben.

Was ist das Ziel dieser Projekttage?

Wir dürfen uns nicht über fehlenden Nachwuchs in der Baubranche beklagen, wenn wir nichts dafür tun. Fachleute sind auch im Strassenbau Mangelware. Diese Tage sehe ich als wichtiges Werkzeug, um die jungen Leute für ein Weitermachen zum Beispiel zum Vorarbeiter, Polier oder sogar Bauführer zu motivieren. Wenn wir uns selbst bemühen, haben wir auch keine Nachwuchsprobleme in Zukunft.

Wie haben die Lernenden die Aufgabe gemeistert?

Sie haben einwandfreie Arbeit abgeliefert. Das ganze Projekt hat super funktioniert. Was die Lehrlinge hier in diesen eineinhalb Tagen hingezaubert haben, lässt sich sehen.

Informationen zur Bahn

Die Palfriesbahn fährt als Pendelbahn mit zwei Kabinen à acht Personen von Ragnatsch in der Gemeinde Mels auf die Hochebene Palfries. Sie überwindet dabei auf einer Länge von 3043 Metern eine Höhe von 1248 Metern.

Die ehemalige Transportbahn wurde von der Schweizer Armee im Jahr 1941 gebaut. Nach dem Ende der militärischen Nutzung 1998 wurde die «Genossenschaft Seilbahn Palfries» ins Leben gerufen. Diese hatte das Ziel, die Seilbahn für touristische Zwecke wieder in Betrieb zu nehmen.

Nach diversen Anpassungen an der Bahn wurde am 4. November 2015 die Bewilligung für den Betrieb erteilt. Sie verkehrt nun täglich nach Fahrplan von Mai bis November. Sitzplätze müssen jeweils auf der offiziellen Website reserviert werden.