Lehrreicher Schach-Grossanlass für Duke Kreutzmann

An den World Youth U16 Olympic Games im türkischen Konya trat der Buchser Duke Kreutzmann mit der Schweizer Mannschaft an. Mit den Leistungen zeigte er sich zufrieden, jedoch sei mehr drin gelegen.

Robert Kucera
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Duke Kreutzmann erlebte in Konya Hochs und Tiefs. (Bild: PD)

Duke Kreutzmann erlebte in Konya Hochs und Tiefs. (Bild: PD)

Für Duke Kreutzmann stellten diese Olympischen Jugendspiele im Schach den grössten internationalen Wettbewerb dar, an welchem er in seiner Karriere je teilgenommen hat. «Das war ein völlig anderes Niveau als die Europameisterschaften. Einfach alles war grösser», äussert sich der Buchser. Angefangen damit, dass das Schweizer Nationalteam im Fünf-Sterne-Hotel logierte und bis zum Spielsaal durch zwei Sicherheitskontrollen musste.

Beeindruckt zeigte er sich von der Klasse der Spieler. Einige von ihnen sind, im U16-Alter notabene, Internationale Meister oder Grossmeister. Ein grosser Teil erreichte immerhin die dritthöchste Stufe der Fédération Internationale des Échecs und werden FIDE-Meister genannt.

«Wir haben einige Tag nur für Schach gelebt»

In Konya (Türkei) durfte Duke Kreutzmann sechs Partien austragen. Einem Remis stehen fünf Niederlagen gegenüber. Doch in jeder Begegnung war er der klare Aussenseiter, seine Gegner wiesen zum Teil die markant höhere Anzahl ELO-Punkte auf. Trotzdem, so betont der Buchser, habe es ihm viel Spass gemacht. «Ich habe sehr viel gelernt in diesen Partien. Ich denke, dass ich mit den Erfahrungen aus diesem Turnier in etwa einem Jahr den Titel FIDE-Meister erreichen kann.» Diesen Titel kann Kreutzmann beantragen, wenn er 2300 ELO hat. Sein Stand in Konya waren 2049 Punkte.

Eine wichtige Lektion war der Faktor Zeit auf diesem Niveau. Bei den sogenannten Standardzügen dürfe man nicht lange verweilen. Man musste die Eröffnung sehr gut können, um nicht schon zu einem frühen Zeitpunkt einen Zeitnachteil zu haben. Deshalb ist auch die Vorbereitung auf den Gegner in dieser Sportart elementar für den Erfolg. Hier hat das Schweizer Team alles unternommen, um den Spieler vieles mit auf den Weg zu geben. «Wir haben einige Tage nur für Schach gelebt», erzählt der 16-Jährige. «Wir standen auf, frühstücken, bereiteten uns auf die Partien vor, dann folgte das Spiel, die Analyse mit dem Trainer, am Ende des Tages dann das Abendessen.»

Während des Turniers hatte die Mannschaft gerade mal einen einzigen Tag Pause. «Über keine komplexen Vorgänge nachdenken und das Hirn ruhen lassen», beschreibt der Werdenberger. Also spielten die Schweizer mit den Schachkollegen aus Deutschland und Frankreich eine Runde Fussball. Ausserdem fand eine Stadtbesichtigung durch Konya statt.

Faktor Zeit war entscheidend

Mit seinen Leistungen am Brett war Duke Kreutzmann meist zufrieden. Dem weitaus höher eingestuften Griechen Nikolaos Spyropoulos war er spielerisch ebenbürtig, wenn nicht sogar eine Spur besser. Doch letztlich verlor der Buchser wegen Zeitmangels. Besonders ärgerlich verlief die Begegnung gegen den Tschechen Ondrej Svanda. «Das war eine schlimme Niederlage. Wegen der Zeit habe ich mehrere Gewinnzüge ausgelassen.»

Doch gegen FIDE-Meister Nejc Amon aus Slowenien spielte Kreutzmann Remis. «Dass ich das erreicht habe, macht mich glücklich.» Wie er beschreibt, habe sein Gegner dasselbe gemacht, was er eigentlich mache und für einmal war fehlende Zeit kein Faktor. «Diese Partie gibt mir Mumm, selber FIDE-Meister zu werden.»