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Kleingewässer und Blumenwiesen sollen die Lebensräume von Tieren verbessern

Der Verein Pro Riet Rheintal möchte im Gebiet Tüfi im Riet zwischen Haag und Sax eine rund fünf Hektaren grosse Fläche ökologisch aufwerten. Das Baugesuch liegt derzeit öffentlich auf.
Corinne Hanselmann
Dieses Gebiet zwischen Haag und Sax möchte der Verein Pro Rheintal ökologisch aufwerten. (Bild: Verein Pro Riet Rheintal (November 2018))

Dieses Gebiet zwischen Haag und Sax möchte der Verein Pro Rheintal ökologisch aufwerten. (Bild: Verein Pro Riet Rheintal (November 2018))

Blumenwiesen sollen angesät, verschiedene Weiher und Tümpel angelegt, Hecken und Bäume gepflanzt werden. Profitieren dürften von diesen Massnahmen verschiedene Tierarten, schreibt der Verein Pro Riet in den Erläuterungen zum Baugesuch. Dazu gehören beispielsweise Schwarzkehlchen, Gelbbauchunke, Turmfalke, Feldhase, Goldammer, Neuntöter und Schachbrettfalter, aber auch Weissstorch, Zauneidechse und Ringelnatter. Diese Arten kommen in der Nähe zwar schon vor, durch die Massnahmen kann aber das Lebensraumangebot noch erweitert werden.

Die Gesamtverantwortung liegt beim Verein Pro Riet, der unter anderem auch in Frümsen und im Wartau schon Ökologie-Projekte umsetzte. Beteiligt sind auch die beiden Landwirte Ueli Sturzenegger aus Grabs und Thomas Tinner aus Haag. Sie sind die Grundeigentümer und Bewirtschafter der vier Parzellen, die total 5,27 Hektaren gross sind.

Kein ideales Produktionsland

«Diese Flächen sind aufgrund der Bodenstruktur nicht für eine intensive Bewirtschaftung geeignet, denn im Untergrund ist Moor», erklärt Landwirt Ueli Sturzenegger, dem knapp die Hälfte der rund fünf Hektaren Landwirtschaftsland gehört, die umgestaltet werden sollen.

«Mit diesem Vorhaben haben wir eine gute Mischung gefunden, um die landwirtschaftliche Nutzung, wenn auch weniger intensiv, zu erhalten und der Natur gleichzeitig entgegen zu kommen und ihr mehr Raum zu geben.»

Bisher hat er die Fläche für die Futterproduktion genutzt.
Sturzenegger kam aufgrund seiner nebenberuflichen Tätigkeit als betriebswirtschaftlicher Berater für Landwirte schon früher in Kontakt mit dem Verein Pro Riet Rheintal und ist auch selber Mitglied.

Drainage wird punktuell stillgelegt

Das Gebiet Tüfi eigne sich wegen des feuchten Untergrundes gut für das Anlegen von Kleingewässern, erklärt Biologe Urs Weber, der das Projekt für den Verein Pro Riet Rheintal geplant hat. «Der Wasserüberschuss wurde bisher mit der Drainage abgeführt. Diese wird punktuell stillgelegt, dann werden sich die Kleingewässer von alleine füllen.»
Für die Finanzierung des Projekts werden das Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen sowie verschiedene Stiftungen angefragt. Wie hoch die Kosten sind, könne man derzeit noch nicht sagen, so Weber.

«Wir freuen uns, wenn dieses Projekt zu Stande kommt. Das Gebiet ist störungsarm und der Boden eignet sich sehr gut für die Massnahmen.»

Als Entschädigung für die Anstrengungen zu Gunsten der Biodiversität erhalten Landwirte vom Bund Direktzahlungen für Biodiversitätsförderflächen. Im Gegenzug müssen diese nach genauen Vorschriften gepflegt werden.

Das Baugesuch liegt bei der Bauverwaltung der Gemeinde Sennwald noch bis zum 22. Januar öffentlich auf. Wird das Projekt bewilligt, könnten die Arbeiten bei trockenen Bodenbedingungen im kommenden Sommerhalbjahr beginnen. Die Ansaaten werden gestaffelt vorgenommen und voraussichtlich im Jahr 2021 abgeschlossen.

Drainageleitungen werden stillgelegt, um Kleingewässer wie hier in Oberriet zu realisieren. (Bild: Verein Pro Riet Rheintal)

Drainageleitungen werden stillgelegt, um Kleingewässer wie hier in Oberriet zu realisieren. (Bild: Verein Pro Riet Rheintal)

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