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Lawinen gehören zum Werdenberg

Die momentan hohe Lawinengefahr lässt auch im Werdenberg Erinnerungen an frühere Tage wach werden. Sachschäden gab es immer wieder, in Wartau und Sennwald verloren zwei Menschen ihr Leben.
Armando Bianco
Blick ins Werdenberger Jahrbuch: 1999 zerstörte diese grosse Staublawine oberhalb Gams 50 Hektaren Bergwald. (Bild: Armando Bianco)

Blick ins Werdenberger Jahrbuch: 1999 zerstörte diese grosse Staublawine oberhalb Gams 50 Hektaren Bergwald. (Bild: Armando Bianco)

Aufgrund der starken Schneefälle in den vergangenen Tagen wird die Lawinengefahr im Alpenraum derzeit als gross bis sehr gross eingestuft. Auch die Ostschweiz war von diversen Ereignissen betroffen, dazu zählt die Bonaloch-Lawine, welche am Sonntag die Saxerbergstrasse in Frümsen an zwei Stellen überquerte und meterhoch verschüttete (W&O von gestern). Auch wenn die Sache glimpflich ausgegangen ist, zeigt ein Blick zurück, dass es in der Region Werdenberg in den letzten Jahrzehnten durchaus Lawinen grösseren Ausmasses gegeben hat, die Schaden an Gebäuden und Menschenleben anrichteten.

Riesige Staublawine zerstörte 50 Hektaren Wald

Vor allem die steile Flanke der südöstlichen Alpsteinkette weist zahlreiche Lawinenzüge auf. Besonders in Erinnerung ist der Winter 1999, als sich oberhalb Gams eine riesige Staublawine bildete. An jenem 21. Februar löste sich am Gätterifirst die Staublawine und stürzte über Obetweid-Fadura in den darunter liegenden Bergwald. «Selbst die stärksten Tannen knickten wie Zündhölzer und wurden mitgerissen», ist im Werdenberger Jahrbuch 2003 festgehalten, 50 Hektaren Wald wurden zerstört. Aufgrund der Wucht konnte der Wald im Forstrevier Gams seine Schutzfunktion nicht erfüllen. In derselben Sturzbahn war 53 Jahre vorher ebenfalls eine Staublawine im oberen Bereich der Suweid niedergegangen, die zwar weniger gross war, aber ein Todesopfer forderte.

Das Leben lassen musste auch eine Person im Jahr 1945, als die Gonzenlawine bei Matug (Wartau) niederging. Die Lawinengefahren im Gebiet Gonzen wurden vor vielen Jahren eindrücklich in der Zeitschrift Terra Plana, Ausgabe Nummer 4, beschrieben. Ein weiteres Ereignis geschah mit der Tobelläui auf Sennwalder Gemeindegebiet. Diese drang im Januar 1968 in Frümsen bis in die Talgegend vor und machte erst50 Meter vor der damaligen Liegenschaft (Läui-Haus) der Familie Hans Hanselmann halt. Neun Jahre später wurden Gebäude im Gebiet Farnen-Äggerli nur knapp verschont, als die Zimmeräxtläui und die Langrisläui in Frümsen sich talwärts wälzten und viel Wald im Gebiet Usser Tratt verstörten.

Schäden für Natur und Landwirtschaft

Das Werdenberger Jahrbuch (Ausgabe 2003) listet für den Zeitraum 1997 bis 2003 in den sechs Werdenberger Gemeinden 14 (kleinere) Lawinenniedergänge auf, die Hälfte davon in Sennwald, der Gemeinde am Fuss der Alpsteinkette. Drei wurden in Wartau gezählt, zwei in Grabs, eine je in Buchs und Gams. Bei allen Niedergängen waren Sachschäden die Regel, insbesondere im Wald oder auf landwirtschaftlichen Nutzflächen hinterliessen sie Spuren. Dass die Gefahren durch Lawinen omnipräsent sein können, zeigt auch ein Blick in den W&O des Jahres 2003, darin heisst es: «Die anhaltenden Schneefälle haben den Gemeinderat veranlasst, die Gefährdung der Gemeinde Wartau durch Lawinen, insbesondere durch die Gauschlaläui, näher durch Fachleute zu beurteilen. Im Bereich einer möglichen Sturzbahn befindet sich das Gebiet ob dem Schwimmbad in Oberschan. Der Gemeinderat empfiehlt,die Wald- und Alpenstrasse derzeit nicht zu befahren, obwohl derzeit von keiner akuten Gefahr ausgegangen werden kann».

Die Pflege des Schutzwaldes hat lawinentechnisch eine grosse Bedeutung, denn ein Bild hat sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gezeigt: Ohne intakten Schutzwald und Lawinenverbauungen hätten diese Naturgefahr noch viel grösseren Schaden anrichten können.

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