Langfristige Planung für blühende Muster in den Blumenrabatten

Vor wenigen Tagen haben Mitarbeiter des Werkhofs Buchs die Rabatten rund um den Landi-Kreisel neu bepflanzt. Bei der Gestaltung kann Stadtgärtner Niklaus Lehmann Kreativität walten lassen.

Corinne Hanselmann
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Niklaus Lehmann ist Mitarbeiter des Werkhofs der Stadt Buchs. Zweimal im Jahr bepflanzt er die grossen Rabatten um den Landi-Kreisel neu. (Bild: Bilder: Corinne Hanselmann)
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Im Frühling setzten die Tulpen schöne Farbtupfer. (Bild: Heini Schwendener)
Die Zwiebeln werden getrocknet. (Bild: PD)
Nach und nach entstanden in den vergangenen Tagen die Muster in den Rabatten.

Niklaus Lehmann ist Mitarbeiter des Werkhofs der Stadt Buchs. Zweimal im Jahr bepflanzt er die grossen Rabatten um den Landi-Kreisel neu. (Bild: Bilder: Corinne Hanselmann)

Zwiebel um Zwiebel graben die Werkhofmitarbeiter aus der Erde und legen sie in Harasse. Es ist Ende Mai – die Tulpen sind verblüht. Es sei Zeit für den Sommerflor, sagt der Buchser Stadtgärtner Niklaus Lehmann und sticht mit einer Gabel die Stiefmütterchen aus den Rabatten beim Landi-Kreisel. Seit acht Jahren arbeitet der gelernte Landschaftsgärtner beim Werkhof und ist unter anderem für die Blumenrabatten zuständig.

2000 Tulpenzwiebeln werden wiederverwendet

Rund 2000 Tulpenzwiebeln pflanzt Niklaus Lehmann im Herbst jeweils ein, damit sie im Frühling mit ihren bunten Blüten Passanten, Auto- und Velofahrer erfreuen. «Nach dem Ausgraben lassen wir sie trocknen und bewahren sie den Sommer durch an einem kühlen, dunklen Ort auf. So kann ich sie über Jahre wiederverwenden», so der 34-Jährige.

Zu zweit bepflanzen die Werkhof-Mitarbeiter die Rabatten.

Zu zweit bepflanzen die Werkhof-Mitarbeiter die Rabatten.

Etwa eineinhalb Tage dauert das Entfernen des Winterflors. Dann bereitet Niklaus Lehmann die Rabatten auf, indem er frische Erde auffüllt, fräst und planiert. Das Bepflanzen der Beete rund um den Kreisel nimmt noch einmal etwa drei Tage in Anspruch. Ein Betriebspraktiker-Lehrling oder ein Asylsuchender unterstützt den Gärtner dabei.

Vom Papier ins Blumenbeet

Niklaus Lehmann skizziert seine Ideen auf Papier.

Niklaus Lehmann skizziert seine Ideen auf Papier.

Niklaus Lehmann löst eine Begonie aus dem Plastiktöpfchen, setzt sie in die Erde und drückt sie fest. Die Platzierung ist dabei nicht zufällig, sondern genau geplant. Das in Linien gepflanzte Kreuzkraut wachse höher als die Blumen und gebe dadurch Struktur, erklärt der Fachmann. Für die grösste Rabatte hat er sich in diesem Jahr ein Muster in V-Form ausgedacht. Schon ein halbes Jahr vor der Bepflanzung macht er sich dazu Gedanken.

«Ich habe freie Hand bei der Gestaltung. Ich skizziere das Muster auf ein Blatt Papier und überlege mir, welche Blumen ich verwende. Bei der Farbwahl achte ich auf einen schönen Kontrast.»

Entscheidend sei bei der Pflanzenwahl auch die Wuchshöhe und die Widerstandsfähigkeit. «Beim Sommerflor arbeite ich häufig mit Begonien, weil sie Hitze aber auch Nässe gut ertragen. Sie eignen sich super für diesen Standort.» Auch Husarenknöpfchen und das Indische Blumenrohr finden dieses Mal einen Platz.

Nächsten Monat plant der Gärtner schon den Winterflor

Wenn das Muster auf Papier steht, rechnet der Stadtgärtner aus, wie viele Pflanzen er von welcher Sorte benötigt und bestellt sie bei einem Buchser Gärtnereibetrieb. «Den Sommerflor muss ich im Januar bestellen. Für die Winterbepflanzung gebe ich die Bestellung nächsten Monat auf.» Gegen 5000 Pflanzen sind es jedes Mal.

Gegen 5000 Begonien und sonstige Blumen pflanzt der Gärtner in die Rabatten um den Landi-Kreisel.

Gegen 5000 Begonien und sonstige Blumen pflanzt der Gärtner in die Rabatten um den Landi-Kreisel.

Der prallen Sonne ausgesetzt, tropft dem Gärtner der Schweiss von der Stirn. Ein Auto nach dem anderen kurvt um den Kreisel. Die Arbeitsbedingungen sind nicht besonders angenehm. Dennoch gefällt dem Stadtgärtner Niklaus Lehmann diese kreative Beschäftigung. «Mir macht diese Arbeit Spass», sagt er und ist überzeugt:

«Das muss man gerne tun, damit etwas Schönes daraus wird.»

Wenn Niklaus Lehmann nicht gerade Blumen pflanzt, pflegt er Grünflächen in der Stadt, schneidet Hecken oder fährt im Winter den Schneepflug. Den Sommer durch kümmert er sich regelmässig um die Blumen.

«Am Anfang muss ich je nach Wetter täglich wässern. Alle zwei Wochen erhalten die Blumen zudem Flüssigdünger.»

Auch Jäten, Formschnitt und Entfernen von Verblühtem gehört in der Hauptwachstumszeit zur wöchentlichen Arbeit, damit die Rabatten über Monate schön bleiben. Natürlich gefalle die Bepflanzung nicht allen Leuten, so Niklaus Lehmann. «Aber viele haben Freude an der Blumenpracht.»

Stadtgärtner Niklaus Lehmann.

Stadtgärtner Niklaus Lehmann.