Gefährdete Kurzenberger Sprache: Autor mit Werdenberger Wurzeln präsentiert ein Buch mit Dialekt-Kurzgeschichten

Peter Eggenberger veröffentlicht sein 11. Buch mit Appenzeller Geschichten und Gedichten mit dem Titel «D Hebamm vo Walzehuuse».

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Das neue Buch von Peter Eggenberger ist erschienen.

Das neue Buch von Peter Eggenberger ist erschienen.

Bild: PD

(H.R.R.) Der ehemalige Fremdenlegionär kämpft heute an der Dialektfront: Der 1939 geborene Peter Eggenberger wohnte lange in Wolfhalden. Erst kürzlich ist er ins Rheintal, nach Au, gezügelt. Als Fremdenlegionär verbrachte er die Jahre von 1959 bis 1964 in der Sahara. Dort wurden aber auch seine Sinne für die Schönheiten der appenzellischen Heimat geschärft.

Als späterer Lehrer, Logopäde, Journalist, Erfinder des Appenzeller Witzweges und Buchautor befasst er sich schon lange mit den Dialekten. Die in besonderem Masse gefährdete Kurzenberger Sprache (welche das Appenzellerland über Bodensee und Rheintal umfasst) liegt ihm besonders am Herzen.

Vergnügliche Geschichten

In der Folge veröffentlichte er eine Reihe Bücher mit vergnüglichen Geschichten rund um originelle Menschen und verblüffenden Begebenheiten im Kurzenberger Dialekt, aber leicht verständlich zu lesen. Mit «D Hebamm vo Walzehuuse» liegt nun das elfte Büchlein vor.

Peter Eggenberger ist der Sohn des am 11. Januar 1899 in der Wunn in Grabs geborenen und auch dort aufgewachsenen Andreas Eggenberger. Ab 1930 betrieb er sein eigenes Fotogeschäft mit Postkartenverlag in Walzenhausen. Ab 1968 lebte Andreas Eggenberger wieder in Buchs und war hier oft mit seinem Fotoapparat und einem träfen Spruch unterwegs. Ob der Autor seinen Humor wohl vom Vater geerbt hat? Vater Andreas Eggenberger verstarb im April 2000 über hundertjährig im Alterswohnheim im appenzellischen Grub, wo er sich ab 1998 mit Ehefrau Käthi zurückzog.

Enge Beziehungen zum St. Galler Rheintal

Peter Eggenberger schreibt im Anhang zu den 35 Dialekt-Kurzgeschichten in seiner neuen Ausgabe: «Auch nach der Eigenständigkeit der Kurzen- und Hirschberger Gemeinden blieben enge wirtschaftliche und verwandtschaftliche Beziehungen zum St.Galler Rheintal bestehen, zumal schon früh vergleichsweise gute Verkehrswege vom Berg ins Tal existierten. Die über Jahrhunderte fast täglich gepflegte Nähe führte zu einer rheintalischen Färbung der Sprache der Leute am Berg.»

Deshalb sind denn auch die im urchigen Kurzenberger Dialekt geschriebenen Geschichten im neuen Buch «D Hebamm vo Walzehuuse» auch von Werdenbergern und Rheintalern leicht zu lesen. Der Autor versteht es ausgezeichnet, die schalkhaften Begebenheiten mit einer Prise Würze und Spannung zu versehen. So widmet man sich gerne der nächsten Episode oder dem gereimten Text.

Hinweis:
D Hebamm vo Walzehuuse, 128 Seiten, im Buchhandel erhältlich oder bei Peter Eggenberger, Kirchweg 20, 9434 Au.