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Kurzfristige Pflege ist immer gefragter

Kantonal und lokal ist der Betreuungsaufwand der Spitex in den letzten Jahren gestiegen. Dazu gehören Grund- und Behandlungspflege, aber auch Haushaltshilfe.
Saskia Bühler
Auch im Werdenberg sind die Dienste der Spitex immer gefragter. (Bilder: Trix Niederau)

Auch im Werdenberg sind die Dienste der Spitex immer gefragter. (Bilder: Trix Niederau)

Die spitalexterne Pflege, kurz Spitex, ist dafür verantwortlich, dass pflegebedürftige Personen so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können. Sie kümmern sich sowohl um betagte Personen, als auch um solche, die gerade aus dem Spital entlassen wurden, oder um psychisch erkrankte Personen. Sie verteilen zudem Mahlzeiten, verleihen und verkaufen Krankenmobilien, klären Pflegebedarf ab und stehen ihren Klienten beratend zur Seite.

In den vergangenen Jahren hat sich für sie im ganzen Kanton St. Gallen der Arbeitsaufwand gesteigert. Dies geht hervor aus einer kürzlich vom Kanton veröffentlichten Statistik. Auch die Spitexvereine aus der Region können diese Entwicklung bestätigen. «Der Bedarf für Grund- und Behandlungspflege steigt wirklich stetig», sind sich Petra Hofer, Stützpunktleitung der Spitex Grabs-Gams, und Luzia Dellai, Leiterin der Spitex Wartau, einig. In Buchs sei vor allem die kurzfristige Pflege immer gefragter, so Giovanni Caracciolo, Geschäftsleiter der Spitex Buchs.

Sechs Prozent mehr Personen betreut

Die Spitex betreute im Jahr 2016 im Kanton St. Gallen 10000 pflegebedürftige Personen im Bereich Grundpflege und 8600 Personen im hauswirtschaftlichen und sozialbetreuerischen Bereich. 1300 Personen konnte sie mit Mahlzeiten versorgen. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Anstieg um sechs Prozent. Tendenz: steigend.

Auch die Anzahl Behandlungsstunden pro Person pro Jahr stieg in den letzten Jahren. Im Kanton erhöhte sich diese Zahl zwischen 2011 und 2016 von 42 auf 53 Stunden. Auch hiesige Spitex-Vereine verzeichnen seit Jahren einen steigenden Bedarf an Pflegeleistungen. Giovanni Caracciolo, Geschäftsleiter der Spitex Buchs, erklärt: «Langsam kommen die geburtenstarken Jahrgänge in ein Alter, in dem sie Pflege benötigen.» Aber nicht nur die Anzahl Pflegestunden ist gestiegen. Luzia Dellai, Leiterin der Spitex Wartau, erklärt: «Wir merken, dass vor allem die inhaltliche Komplexität der Pflegemassnahmen zugenommen hat.»

Früher aus Spital entlassen, aber auf Pflege angewiesen

In Buchs werde viel mehr kurzfristige Pflege benötigt. Dies sei in allen Altersgruppen gefragt. Das heisst, dass die Spitex-Pflegekräfte Personen nach Entlassung aus dem Spital, zum Beispiel nach einer Operation, zu Hause pflegen, bis sie wieder in der Lage sind, sich selber zu versorgen.Petra Hofer, Stützpunktleitung der Spitex Grabs-Gams, bestätigt: «Heutzutage werden Personen früher aus dem Spital entlassen und sind auf Pflege angewiesen.» Die Grund- und Behandlungspflege wachse in allen vier Gemeinden seit Jahren stark und stetig. In Buchs habe sich dieses Wachstum nach einem ausserordentlichen Schub vor fünf bis sechs Jahren jetzt stabilisiert. Damals sei auch stark an Personal aufgestockt worden, führt Caracciolo aus. Die Nachfrage für die Psychiatrie-Spitex sei bei ihnen hingegen stark gewachsen.

Vor allem ältere Personen nehmen die Langzeitpflege in Anspruch.

Vor allem ältere Personen nehmen die Langzeitpflege in Anspruch.

In Buchs wird die Langzeitpflege vor allem von älteren Personen in Anspruch genommen; es gebe aber auch einige wenige jüngere Klienten. Dellai berichtet von derselben Situation in Wartau: Ihr Hauptklientel seien seit Jahren über 80-Jährige. Jüngere Klienten seien oft solche, die nur über kurze Zeit nach einer Entlassung aus dem Spital noch betreut werden müssten. In Grabs und Gams besteht das Spitex-Klientel zu etwa zwei Dritteln aus älteren Personen.

Mehr Frauen wegen höherer Lebenserwartung

Anders als im ganzen Kanton könne laut Petra Hofer und Luzia Dellai in ihren Dörfern kein expliziter Geschlechterunterschied festgestellt werden; kantonal sind es mehr pflegebedürftige Frauen. «Wir haben auch viele Männer», erklärt Hofer. Dellai ergänzt: «Wir haben tendenziell mehr Frauen, aber merken das nicht stark im Arbeitsalltag.» Caracciolo bestätigt den höheren Frauenanteil in Buchs und erklärt ihn mit deren höheren Lebenserwartung. «Sie sind noch länger fit, betreuen dann ihre pflegebedürftigen Partner.»

Finanziert werden die Spitex-Vereine durch den Kanton und die Gemeinden, Krankenkassen und Selbstbehalt-Zahlungen von Klienten. Mitgliederbeiträge und Spenden machen weitere Teile aus. Schweizweit werden die Vereine insgesamt zu rund 47 Prozent durch Kantone und Gemeinden finanziert. Die Vereine handeln ihre Leistungsverein-
barungen mit der öffentlichen Hand selber aus. Die Vereine in Grabs, Gams und Wartau handeln den Beitrag der Gemeinde jedes Jahr neu aus. Manche Vereine haben von ihrer Gemeinde sogar eine Defizit-Garantie.
Ob ein solches entsteht, variiert. «Entstandene Defizite werden bei uns durch die beiden Vereine Grabs und Gams ausgeglichen», erklärt Hofer. Und weiter: «Wenn mehr Grund- und Behandlungspflegemassnahmen durchgeführt werden, ist es eher kostendeckend. Dann zahlt die Krankenkasse mehr.»

Auch Bedarfsabklärungen übernimmt die Krankenkasse. Diese werden laut Dellai regelmässig durchgeführt. «So können wir sofort reagieren und die Häufigkeit der Massnahmen bei Bedarf anpassen.»

Leistungen wie Unterstützung im Haushalt oder der Mahlzeitendienst sind nicht kassenpflichtig und werden nur von Zusatzversicherungen teilweise bezahlt.

Spenden entlasten die Gemeinden

Spenden und Vermächtnisse machen laut Caracciolo nur einen sehr geringen Teil der Finanzierung aus, dennoch sei man immer froh darum. «Diese setzen wir unter anderem für Anschaffungen ein, die unseren Klienten zugutekommen.» Dellai ergänzt: «Wenn man diese Beiträge nicht hätte, würde mehr auf die Gemeinde fallen.»

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