Kurzarbeit und Kosten senken bleibt auch bei Autoneum in Sevelen bis Ende Jahr aktuell

Die Folgen der Coronapandemie für die Automobilindustrie schlagen voll auf Autoneum als Zulieferer von Komponenten im Akustik- und Wärmemanagement durch. Das Werk in Sevelen ist aktuell zu 70 bis 80 Prozent ausgelastet. Die Kurzarbeit hilft mit, die durch die Coronapandemie ausgelöste Krise zu überstehen.

Thomas Schwizer
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Das Werk Sevelen ist aktuell zu 70 bis 80 Prozent ausgelastet.

Das Werk Sevelen ist aktuell zu 70 bis 80 Prozent ausgelastet.

Bild: Gaetan Bally / Keystone

Die Stilllegung von Produktionswerken der Kunden hat den Halbjahres-Umsatz von Autoneum gegenüber Vorjahr um 36,8 Prozent auf 730,6 Millionen Franken gedrückt. Inzwischen ist die Automobilproduktion schrittweise wieder hochgefahren worden.

Im einzigen Schweizer Produktionswerk Sevelen liegt der Auslastungsgrad aktuell bei 70 bis 80 Prozent, teilt Autoneum auf Anfrage des W&O mit. Die Kurzarbeit in Sevelen läuft bis 31. August, eine Verlängerung ist bis vorerst 30. November beantragt.

Kurzarbeit geht weiter, ebenso Massnahmen zur Kostensenkung

Der aktuelle Anteil der Kurzarbeit liegt in Sevelen bei 20 bis 30 Prozent. Angesichts der Auftragslage rechnet Autoneum damit, dass die Bestellungseingänge bis Ende Jahr auf diesem Niveau bleiben werden, schreibt Mediensprecherin Annahid Rickmann.

Neben der Kurzarbeit hat Autoneum auch in Sevelen beim Einbruch der Bestellungseingänge im März umgehend weitere Massnahmen zur Senkung der Kosten ergriffen. Unter anderem wurden Investitionsvorhaben verschoben und die präventive Instandhaltung reduziert.

Massnahmen werden so lange wie möglich beibehalten

Anahid Rickmann stellt fest:

«Die durch die Coronapandemie ausgelöste Krise ist beispiellos und
wir werden alles tun, um die Stabilität
des Unternehmens zu sichern.»

In Europa habe bisher neben der Reduktion der Betriebsausgaben auch ein Personalabbau – überwiegend von Leiharbeitskräften – geholfen, die wirtschaftlichen Auswirkungen abzufedern. Solche Massnahmen würden «so lange wie möglich und notwendig beibehalten», heisst es dazu.

Wegen der ungewissen Markterholung verzichtet Autoneum auf Konzern- und Werksebene auf Profitabilitätsprognosen für das Gesamtjahr 2020.

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