Kunst
Die Resultate einer Spurensuche im Wald: Künstler aus dem Werdenberg stellen in Liechtenstein aus

So vielfältig wie Eindrücke und Begegnungen bei einem Spaziergang durch den Wald oder die Gedanken daran sein können, so divers präsentiert sich die noch bis am 4. Juli dauernde Ausstellung im Alten Pfarrhof, die kürzlich eröffnet worden ist.

Julia Kaufmann
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Die neun Mitglieder von «kunst-farb-form» haben sich individuell mit dem Thema Wald auseinandergesetzt. Entstanden ist ein buntes Sammelsurium an Werken, welches noch bis am 4. Juli gezeigt wird.

Die neun Mitglieder von «kunst-farb-form» haben sich individuell mit dem Thema Wald auseinandergesetzt. Entstanden ist ein buntes Sammelsurium an Werken, welches noch bis am 4. Juli gezeigt wird.

Bild: Tatjana Schnalzger

Unter dem Titel «verwurzelt – verzweigt – versteckt» werden 99 künstlerische Arbeiten von neun Mitgliedern der Gruppe «kunst-farb-form» aus Liechtenstein, Werdenberg und Rheintal gezeigt. Die Resultate dieser Spurensuche zeigen sich in Gemälden, Zeichnungen, Objekten, Collagen, Textil- und Keramikarbeiten, aber auch in Video, Installationen und Fotografien.

Sozialkritisch, märchenhaft und mystisch

Abgesehen von der Vorgabe, sich mit dem Thema Wald auseinanderzusetzen, waren die neun Mitglieder von «kunst-farb-form» in der Umsetzung ihrer Arbeiten völlig frei. Diese gestalterische Freiheit haben sie sich auch nicht nehmen lassen und Empfindungen, Beobachtungen und Visionen mit ihren eigenen künstlerischen Stilrichtungen ausgearbeitet.

Der Ausstellungstitel «verwurzelt – verzweigt – versteckt» fasst die Fülle an Arbeiten hervorragend zusammen und schafft mit den verschiedenen Werken ein breites Spektrum an unterschiedlichen Blickpunkten auf den Wald.

Achtlos Weggeworfenes zu Kostbarem gemacht

«Ich bin eher sozialkritisch veranlagt und wollte mit meinen Arbeiten unter anderem auf den Klimaschutz hinweisen», erklärt etwa Graziella Keferstein (Werdenbrg), Leiterin der Gruppe und Kuratorin der Ausstellung. Obwohl Keferstein für ihre mit Öl auf Leinwand gemalten Kreise oder Vierecke bekannt ist, sind im Alten Pfarrhof nun auch Installationen aus der Feder Kefersteins zu finden.

Der «CO2-Sauger» oder ein kahler Tannenbaum mit Weihnachtsschmuck, der den Titel «Oh du fröhlicher Klimaschutz!» trägt, setzen einen starken Akzent. In eine ähnliche Richtung geht auch Ruth E. Gigers (Sevelen) Collage «Der Wald, unsere Mülldeponie?» auf der nebst zwei Schutzmasken etliche Zigarettenstummel, Glasflaschen, Bierdeckel und Plastikverpackungen auf dem Waldboden zu finden sind – eben alles, was tagtäglich achtlos weggeschmissen wird.

Die Gruppe stellt seit Jahren auch gemeinsam aus

Die Textilbilder von Gertrud Künzler-Keel (Grabs) wiederum widmen sich der Mystik des Waldes, lassen Fabelwesen wie den Wolpertinger oder geheimnisvolle Figuren wie den Eremit zum Leben erwachen.

«Ich bin eigentlich ein abstrakter Maler», erklärt Wolfram Kaiser (Buchs). Er habe einige Zeit gebraucht, um sich dem Wald annähern zu können, habe sich letztlich aber von Eindrücken und Erinnerungen aus seiner Kindheit inspirieren lassen.

Die Künstlergruppe «kunst-farb-form» arbeitet schon seit vielen Jahren zusammen und stellt ihre Werke immer wieder an Gemeinschaftsausstellungen der Öffentlichkeit vor. Eine solche auf die Beine zu stellen, sei jedes Mal eine Herausforderung, sagt Graziella Keferstein.