Kulturpreis 2020 der Stadt Buchs geht an Hanna Rauber und den Verein Flaggala-Holzer Räfis-Burgerau

Im kleinen Kreis wurden heuer die Kulturpreisträger ausgezeichnet. Laudator Hansruedi Bucher sagte zu den Ausgezeichneten und den wenigen zugelassenen Gästen: «Bleibt kulturell aktiv, denn Kultur beflügelt».

Hansruedi Rohrer
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Stadtrat Hansruedi Bucher hat Hanna Rauber am Freitagabend den Buchser Kulturpreis 2020 (Einzelpreis) überreicht.

Stadtrat Hansruedi Bucher hat Hanna Rauber am Freitagabend den Buchser Kulturpreis 2020 (Einzelpreis) überreicht.

Bilder: Hansruedi Rohrer

Im Beisein von Stadtrat Hansruedi Bucher, Präsident der Kulturkommission sowie deren Mitgliedern Susanna Büchel, Sandra Crescenti, Sepp Gähwiler und Andrea Bertsch (Stv. Stadtschreiber) konnte am Freitagabend im BZB-Forum der diesjährige Buchser Kulturpreis vergeben werden.

Unter dem Motto «Kultur beflügelt» begrüsste Hansruedi Bucher und betonte, dass das Publikum leider nicht anwesend sein könne. Auch die Anzahl Gäste wurde beschränkt. Trotzdem war die Preisverleihung ein gemütlicher und anerkennender Akt. Der Kulturpreis ist ein Mittel zur Förderung und Anerkennung des kulturellen Schaffens in oder für Buchs. Zusammen mit dem Preisgeld von je 2000 Franken wurde den Preisträgern auch eine Skulptur von Sandro Montonato überreicht. Sie wurde extra für diesen Anlass geschaffen.

Verein Flaggala-Holzer Räfis-Burgerau wurde mit dem Gruppenpreis ausgezeichnet.

Verein Flaggala-Holzer Räfis-Burgerau wurde mit dem Gruppenpreis ausgezeichnet.

In der Sparte «Einzelpreis» wurde Hanna Rauber für ihr Projekt «Bahnhofstrasse Buchs online» geehrt. Laudator Hansruedi Bucher fragte: «Ist es nicht so, dass wir täglich einmal oder vielleicht auch mehrmals mit der Bahnhofstrasse, der Lebensader von Buchs, in Berührung kommen, auf ihr flanieren oder sie nur rasch überqueren auf dem Weg in ein anderes Quartier? Sind wir nicht auch schon vor einem Gebäude stehen geblieben und haben uns gefragt, wann es erbaut worden oder wer der Besitzer ist?»

Dank Hanna Rauber und ihrem Projekt würden diesbezüglich keine Fragen offenbleiben. Eigentlich sei es ihr Wunsch gewesen, die Bahnhofstrasse künstlerisch darzustellen.

Dokumentation auf einer Internetseite

Die intensive Auseinandersetzung mit der weit über 150 Jahre alten Strasse habe Hanna Rauber aber auf eine andere Idee gebracht, sagte der Laudator. Es war die Entwicklung des einfachen Feldweges zur Bahnhofstrasse, die Wandlung der Strasse mit den Ereignissen vergangener Tage in Bild und Text auf einer Internetseite zu dokumentieren und auch die kommenden Eingriffe und Anlässe zeitnah zu publizieren: Das war das Interesse Hanna Raubers, um eine Plattform zu entwickeln, welche alte und neue Quellen, Geschichten und Dokumente verfügbar macht.

Stadtrat Hansruedi Bucher sagte in seiner Laudatio:

«Das grosse Interesse von Hanna Rauber an alten Daten und Fakten hat sie beflügelt, dieses Unterfangen in Angriff zu nehmen.»

Entstanden ist ein Netzauftritt, der über die Bahnhofstrasse sowie deren Liegenschaften und Grundstücke Auskunft gibt. Der Kulturpreis soll anspornen, noch viele Jahre an diesem interessanten Projekt weiterzuarbeiten.

Hanna Rauber bedankte sich herzlich, betonte aber auch, dass sie für dieses Projekt auf die Mithilfe amtlich, fotografisch und dokumentarisch tätiger lokaler Fachpersonen angewiesen war.

Für die Erhaltung von Brauchtum

Den Gruppenpreis erhielt der Verein Flaggala-Holzer Räfis-Burgerau für die Erhaltung von Brauchtum und Tradition. Stadtrat Hansruedi Bucher sagte in seiner Laudatio, dass die Flaggala oder der Funken ein alter Feuerbrauch sei, der auch im schwäbisch-allemannischen Raum verbreitet sei. Jedes Jahr werde am Funkensonntag die Flaggala abgebrannt. Bevor es so weit sei, müsse sie zuerst aufgestellt werden. Dafür zuständig sei der im Jahr 2009 gegründete Verein Flaggala-Holzer Räfis-Burgerau.

«Ursprünglich sind in Räfis-Burgerau drei Flaggala von den verschiedenen Dorfteilen aufgestellt worden. Eine in Räfis, auf der Halde, eine in der Unterau, am heutigen Ackerweg und eine in der Burgerau, ausserhalb des Kanals beim Gruschtloch.» Gesammelt habe man alles, was entbehrlich war. Am wenigstens jedoch Holz, welches man in jedem Haus selber als Brennmaterial nutzte.

Die Burgerauer haben seit jeher eine Flaggala aufgestellt. Ursprünglich waren es die älteren Schüler, die sich organisierten und aus ihren Reihen einen Hopmaa wählten. Ab den 1970er-Jahren wurde die Flaggala durch den Einwohnerverein Räfis-Burgerau (Kulturpreisträger 2006) gefördert, mit der Unterstützung der Flaggala-Holzer. Diese würden aber nicht nur die Flaggala organisieren, sondern auch die schöne Herbstausstellung in der «Krone» Burgerau durchführen und am Altjohr-Usschella mitwirken, ergänzte der Laudator.

Dank für das wichtige kulturelle Engagement

Im vergangenen Jahr wurde auch der Funknerwettkampf ausgetragen. Der Kommissionspräsident gratulierte den Flaggala-Holzern zum Kulturpreis und dankte für das traditionsreiche und wichtige kulturelle Engagement.

Es war die letzte Kulturpreisverleihung mit Hansruedi Bucher, da er Ende Jahr als Stadtrat zurücktritt. «Bleibt kulturell aktiv, denn Kultur beflügelt», sagte er zum Schluss.