Kriminalität
Langfingern stehen in der Sommerzeit Türen und Fenster offen: Die Kantonspolizei St.Gallen meldet derzeit fast täglich Einbrüche

Derzeit sind immer wieder Einbrecher am Werk. Die Polizei geht von Einzeltätern, aber auch von gut organisierten Gruppierungen aus. Manche haben es insbesondere auf teure Velos oder auf Werkzeuge abgesehen. Die Polizei gibt einige Empfehlungen ab, um Einbrüchen möglichst vorzubeugen.

Corinne Hanselmann
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Die Polizei meldet derzeit fast täglich Einbrüche.

Die Polizei meldet derzeit fast täglich Einbrüche.

Symboldbild Kantonspolizei St. Gallen

In der Nacht auf Mittwoch ist in Azmoos eine unbekannte Täterschaft in eine Geschäftsliegenschaft eingebrochen. Sie machte Beute im Wert von rund 40'000 Franken und verursachte grossen Sachschaden. Auch in Balgach, Rebstein, Altstätten, Bad Ragaz und zahlreichen weiteren Orten meldete die Kantonspolizei in den vergangenen Tagen Einbrüche.

Auf die Frage, wie man sich diese Häufung erklärt, obwohl sonst doch eher die dunkle Jahreszeit Hochsaison der Einbrecher ist, antwortet Polizeisprecher Hanspeter Krüsi:

«Einbrüche treten häufig wellenartig auf, so kann es auch im Sommer zu einer Häufung von Einbruchdiebstählen kommen. Denn gerade im Sommer stehen Türen und Fenster häufiger offen oder die Bewohner sind ferienabwesend.»

Abwesenheiten sollten nicht schon von aussen zu sehen sein

Krüsi empfiehlt: «Schliessen Sie auch bei kurzen Abwesenheiten Fenster und Türen. Auch Gemeinschaftsräume und öffentlich zugängliche Räume, wie auch Haupteingangstüren in Mehrfamilienhäuser, sollten stets abgeschlossen sein.» Zudem sollten Nachbarn über Ferienabwesenheiten informiert werden. Denn, so Krüsi:

«Eine gute Nachbarschaft, die aussergewöhnliche Vorkommnisse meldet, ist sehr wichtig.»

«Weiter raten wir, Briefkästen zu leeren und auch den Garten zu pflegen, so dass man nicht schon von aussen sieht, dass die Bewohner abwesend sind», so der Polizeisprecher.

Ferienabwesenheiten sollten nicht schon von aussen zu sehen sein, empfiehlt die Polizei.

Ferienabwesenheiten sollten nicht schon von aussen zu sehen sein, empfiehlt die Polizei.

Symboldbild Kantonspolizei St. Gallen

Seit dem 7. Juni verzeichnete die Polizei im ganzen Kanton St.Gallen 70 Einbruch- und 34 Einschleichediebstähle. Davon entfielen 15 Einbrüche und 3 Einschleichediebstähle auf die Polizeiregion Werdenberg-Sarganserland. «Die Einbruchzahlen sind zwar in der Region Werdenberg gestiegen, sind jedoch immer noch auf einem tiefen Niveau», so Hanspeter Krüsi gegenüber dem W&O.

Auf Werkzeug und teure Bikes spezialisierte Diebe

Aufgrund der Ermittlungen geht die Polizei sowohl von gut organisierten Gruppierungen, aber auch von Einzeleinbrechern und «Gelegenheitseinbrechern» aus. Beim Lesen der Meldungen entsteht der Eindruck, dass in den vergangenen Wochen häufig Werkzeuge und Maschinen gestohlen wurden. Der Polizeisprecher bestätigt: «Seit zwei bis drei Monaten ist eine Zunahme von Werkzeugdiebstählen festzustellen. Häufig handelt es sich um Einzelpersonen oder Gruppierungen, die sich auf den Diebstahl von Werkzeugen und Maschinen spezialisiert haben. Weiter stellen wir eine Zunahme von Bikediebstählen fest. Wir gehen von einer spezialisierten Täterschaft aus, welche es auf teure Velos abgesehen hat.»

Polizei fährt in gefährdeten Gebieten häufig Patrouille

Die Kantonspolizei St.Gallen gehe gegen Einbrüche repressiv und präventiv vor. Die Lage werde laufend durch Spezialisten der Kriminalanalyse ausgewertet und polizeiliche Kontrollen gezielt durchgeführt. «Zur Vorbeugung von Einbrüchen fährt die Polizei in gefährdeten Gebieten häufig Patrouille, auch in zivil, kontrolliert verdächtige Fahrzeuge oder Personen und geht Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Wir stehen aber auch mit benachbarten Polizeikorps in Verbindung», erklärt Hanspeter Krüsi.

Die Aufklärungsquote bei Einbruchdiebstahl betrug 2020 übrigens 26 Prozent. Nur jeder vierte Einbruch konnte geklärt werden.

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