Wartauer Neujahrapéro mit Verleihung des St. Galler Jugendprojektpreises

Am Wartauer Neujahrsapéro stellte Raphaela Wagner ihr Projekt «Once One» vor. Mit dem Kurzfilm gewann sie den St. Galler Jugendprojektwettbewerb.

Hanspeter Thurnherr
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Musikalisch umrahmte die Alphornformation Heidiland die Wartauer Neujahrsbegrüssung. (Bild: Bilder: Hanspeter Thurnherr)
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Raphaela Wagner beeindruckte mit ihrem Film-Projekt, Gemeindepräsident Beat Tinner (links) hielt die Ansprache und Gemeinderat Andreas Bernold moderierte den Anlass.

Musikalisch umrahmte die Alphornformation Heidiland die Wartauer Neujahrsbegrüssung. (Bild: Bilder: Hanspeter Thurnherr)

Ihre Fantasiegeschichte über Hexenprozesse in einem alpinen Tal möchte die 19-jährige Trübbächlerin letztlich als Serie bei einem grossen Player wie etwa Netflix zeigen können. Deshalb drehte sie als Konzeptnachweis mit ihrem Team und Schauspielern, vorwiegend aus London, einen zwölfminütigen Kurzfilm an den zwei Drehorten Schloss Tarasp und Zollstation Altfinstermünz in Tirol. Der Film ist in Englisch, um ihn international besser vermarkten zu können.

Am Donnerstagabend gab sie den Zuschauern mit verschiedenen Filmsequenzen Einblick in die dreitägigen Dreharbeiten und schilderte die Entwicklung des Projektes (zu sehen unter der Adresse www.onceone-series.com).

Nach der Matura an der Kantonsschule Sargans wollte Raphaela Wagner eigentlich Medizin studieren. Um auch ihre Kreativität auszuleben, besuchte sie ab Oktober 2017 für sechs Monate eine Filmschule in London. Dort entwickelte sie die Idee zu «Once One» – und blieb in der Filmszene hängen. Mit dem Drehbuch gelang es ihr in England, einige wichtige Personen für das Projekt zu überzeugen. Eine besondere Herausforderung war die Finanzierung. Dank Zusagen unter anderem von Südkultur und der St. Galler Filmförderung gelang auch dies.

Der Kurzfilm ist noch nicht ganz fertig gestellt. Die Nachbearbeitung (Schneiden, Farbbearbeitung, Ton, Musik und Computer-Animation) erfordert Zeit. Doch hat der Film auch in der vorliegenden Fassung bereits zwei Preise erhalten: nebst jenem vom Jugendprojektwettbewerb auch einen in London.

Entwicklungsprojekt für Gemeinde lanciert

In seinen Neujahrsgedanken fragte Gemeindepräsident Beat Tinner: «Wie ist ein ‹gutes Jahr› zu interpretieren? Sind es persönliche, familiäre, berufliche, monetäre oder ganz andere Überlegungen oder auch Werte aller Art, wie ‹gut› sich ein Jahr entwickelt?» Entscheidend sei wohl ein respektvoller Umgang miteinander, damit ein tragfähiger Boden entstehe, um Lösungen zu erarbeiten.

Um in die Zukunft vorwärtszugehen, habe der Gemeinderat ein Gemeindeentwicklungsprojekt lanciert, das verschiedene Ebenen der Gemeinde beleuchte und die Grundlage später auch für Richtplan und Ortsplanungsprozess bilde. Diskutiert würden Themen wie Mobilität, Finanzen, Innovation, Dörferentwicklung und Raumplanung, sagte Tinner. Am 30. Januar finde dazu ein Informationsabend statt, und später würden die Projektziele an den Versammlungen der Dorf- und Elektrokorporationen vorgestellt. «Erst danach starten wir mit der Arbeit, indem Ihre Meinung gefragt ist» ergänzte Tinner. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Informationsmöglichkeiten hätten sich verändert. Es sei deshalb angezeigt, innezuhalten, zu reflektieren und zugleich Ausschau zu halten und mögliche Herausforderungen zu benennen. «Es darf Bestehendes hinterfragt werden, auch etwas Verrücktes darf Platz haben – oder sagen wir mal Innovationen», verdeutlichte Tinner. Die Digitalisierung werde unser Leben weiter verändern. Deshalb mache es Sinn, sie sachlich zu diskutieren. Der Traum vom papierlosen Büro sei zwar noch nicht in Erfüllung gegangen. Dies zeige, dass sich Entwicklungen meisten auch anders in der Realität.

Zum Auftakt des Neujahrsapéros erhielten die Besucher rund um das Holzfeuer auf dem Dorfplatz ein heisses Getränk und genossen wärmende Klänge durch die Alphornformation Heidiland. Den Abend rundeten feine Häppchen aus der Küche des Betagtenheims ab.