Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Krawall und Remidemmi auf der Theaterbühne

Mit dem Programm «Halleluja» zogen die beiden Liedermacher Simon & Jan aus Oldenburg am Samstagabend das Publikum im Fabriggli in ihren Bann. Die Gäste hingen an den Lippen der beiden Künstler.
Heidy Beyeler

Simon & Jan sorgten mit ihrem Auftritt im Fabriggli für ein ausgebuchtes Haus und für einen amüsanten Abend. Als die Beiden, mit musikalischer Begleitung von Händels Halleluja, auf der Bühne erschienen, ging fast schon ein leises Raunen der Enttäuschung durchs Publikum. Es wurden zwei geflügelte Engel erwartet, die auf einer flauschigen Wolke sitzen. Dem war nicht so. Die beiden Mittdreissiger präsentierten sich locker in Pullover und Freizeithosen und drückten dabei ihre Freude aus ob den vielen Besuchern.

Und dann ging es los mit ihren «besaiteten» Melodien, welche die Bissigkeit der brutalen Realität etwas relativierte. Irgendwann, zwischen zwei Liedern rückte Jan, der Gesprächige, seinen Beruf ins richtige Licht: «Wir Liedermacher sind, wenn man so will, Chronisten, welche die Textinhalte vertonen.»

Himmlische Gitarrenklänge

Etwas Himmlisches umhüllte aber die Atmosphäre im Theatersaal dennoch. Es waren die himmlischen Gitarrenklänge und der himmlische Gesang. Zwischen den Liedervorträgen hatte Jan immer etwas zu erzählen. Er hielt da und dort den Zuhörenden vor Augen, dass es in unserer Welt nicht nur schönes zu geniessen gibt. Er klagte schon mal die Dekandenz rassistischer Ignoranz an, zum Beispiel mit dem Refrain: «Weil ich kann». Dazwischen erinnerte sich Jan auch an lustige Episoden. Manchmal gab es aber eine plötzliche Wende, welche die Gefühle ins Trudeln brachte. Und dann wurde plötzlich das Halleluja wieder in Erinnerung gerufen.

Die Musik von Simon & Jan ist variabel. Sie ist leise, präzise gespielt mit hintergründigem Touch und messerscharfen Schnittstellen. Die beiden Künstler ergänzen sich und schaffen damit ihre Besonderheit.

Harmonisches Zusammenspiel

Die Texte und die Musik bewegen sich zwischen der klassischen Liedermacherei und dem bitterbösen, sarkastischen Kabarett. Das erzeugt beim Publikum grosse Aufmerksamkeit, so dass die Leute während zweier Stunden voll konzentriert zuhörten. Das harmonische Zusammenspiel von Gesang und Gitarre der beiden Liedermacher beeindruckte. Simon fiel mit seiner leisen, weichen Stimme und dem Bedienen der Loop-Anlage auf, während Jan mit seinem Geschwätz und den tollen Pointen das Publikum bei der Stange hielt. Auf der Gitarre wirkten sie beinahe wie siamesische Zwillinge. Es gab keine versifften Gitarren-Einsätze.

Unvergesslich bleiben Lieder wie «Denkmal», es gilt als Denkzettel für AfD-Höcke und seine Mahnmal-Einlassung, oder aber «Ach Mensch», es wendet sich an die Kirche. Zum Schluss wurde das Publikum im Fabriggli mit einem Augenzwinkern zu «Krawall und Remmidemmi» (Deichkind) aufgerufen. Man konnte abschliessend sagen: «Es war ein harmonischer Abend mit Widersprüchen – und genau das passt zu den beiden Liedermachern.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.