Der Kostenschlüssel steht: Liechtenstein kostet die S-Bahn 66,5 Millionen Franken

Liechtenstein und Österreich haben sich bezüglich der Kostenaufteilung geeinigt.

Desirée Vogt
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Hier wird die S-Bahn-Liechtenstein verkehren: Bahnübergang Industriestrasse in Schaan. Daniel Riesch, Regierungschef-Stellvertreter des Fürstentums Liechtenstein, präsentierte die Kosten für die S-Bahn.

Hier wird die S-Bahn-Liechtenstein verkehren: Bahnübergang Industriestrasse in Schaan. Daniel Riesch, Regierungschef-Stellvertreter des Fürstentums Liechtenstein, präsentierte die Kosten für die S-Bahn.

Bild: Daniel Ospelt

Am Dienstag liess die Liechtensteiner Regierung wissen, dass die Verhandlungen für eine S-Bahn Liechtenstein zwischen Liechtenstein und Österreich erfolgreich waren und eine Absichtserklärung unterzeichnet wurde (W&O vom 22. April).

Am Donnerstag wurden im Rahmen einer Medienkonferenz nun die Inhalte dieser Erklärung erläutert und auch aufgezeigt, wie die Kosten zwischen den beiden Staaten Liechtenstein und Österreich aufgeteilt werden.

Österreich übernimmt 45,5 Prozent der Kosten

Daniel Risch präsentierte die Kosten für die S-Bahn.

Daniel Risch präsentierte die Kosten für die S-Bahn.

Bild: IKR

Nach der Sistierung des Projekts im Jahr 2015 mussten die Kosten erst einmal wieder auf den aktuellen Stand gebracht werden: Nun ist klar, dass sich die Gesamtinvestitionen auf liechtensteinischem Hoheitsgebiet auf 122 Millionen Franken belaufen. Auf Liechtenstein entfallen Kosten in Höhe von 66,5 Millionen Franken, was einen Anteil von 54,5 Prozent ausmacht. Österreich ist bereit, 55,6 Millionen Franken zu investieren, und übernimmt damit einen Anteil von 45,5 Prozent. Daniel Riesch, Regierungschef-Stellvertreter des Fürstentums Liechtenstein, betonte:

«Die Verhandlungen sind sehr fair und konstruktiv verlaufen. Und dieses Angebot ist sehr gut.»

Und dies nicht nur mit Blick auf die Tatsache, dass Liechtenstein vor zwölf Jahren noch bereit gewesen wäre, einen Anteil in Höhe von 60 Prozent der Kosten zu übernehmen. Sondern eben auch, weil sich die Gesamtinvestitionen für das Projekt zwischen Feldkirch und Buchs auf insgesamt 197 Millionen Franken belaufen.

In Bezug auf diese gesamten Investitionen beläuft sich der Anteil Liechtenstein so gesehen auf «nur» 33,75 Prozent. Verkehrsminister Daniel Risch betonte am Donnerstag einmal mehr, dass das Projekt «S-Bahn Liechtenstein» im Kontext der Gesamtverkehrsstrategie zu sehen sei und einen ersten wichtigen Schritt darstelle.

Hoffen auf positives Signal von Landtag und Volk

«Und nur wer den ersten Schritt geht, kann auch den zweiten gehen», hofft er mit Blick auf die Umsetzung des Mobilitätskonzeptes auf die Unterstützung des Landtages und des Volkes. An ihnen liegt es nun, ein Signal zu geben, wie und wohin sich der Verkehr in der Zukunft entwickeln soll.

Der Landtag wird bereits im Mai das kürzlich vorgestellte Mobilitätskonzept sowie die Umsetzung der darin enthaltenen Leitprojekte – eines davon ist die S-Bahn – behandeln. Im Juni-Landtag wird er – vorbehaltlich des Regierungsbeschlusses – schliesslich über den Finanzbeschluss für die S-Bahn Liechtenstein befinden müssen. Und am Ende erfolgt eine breite Information der Bevölkerung über die Ziele des Mobilitätskonzepts und der S-Bahn Liechtenstein: Denn das letzte Wort hat das Volk.