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Rheinunternehmen nimmt den Kampf gegen das Berufkraut bei der Buchser Kompostieranlage erneut auf

Durch die Bearbeitung der Erde in der Kompostieranlage in Buchs sterben Samen ab, auch solche von Neophyten wie dem Berufkraut.
Heidy Beyeler
Diese riesige Berufkraut-Monokultur nahe bei der Kompostieranlage in Buchs wird demnächst sachgerecht bekämpft, verspricht das Rheinunternehmen als Grundstückeigentümerin. (Bild: Heidy Beyeler)

Diese riesige Berufkraut-Monokultur nahe bei der Kompostieranlage in Buchs wird demnächst sachgerecht bekämpft, verspricht das Rheinunternehmen als Grundstückeigentümerin. (Bild: Heidy Beyeler)

In diesem Sommer hat das einjährige Berufkraut im Werdenberg weiter an Terrain gewonnen. Es ist einer der sich am schnellsten ausbreitenden invasiven Neophyten, also eine in unseren Gefilden nicht standortgerechte Pflanze. Dass eine derart starke Ausbreitung erfolgt, ist der hohen Samenmenge zuzuschreiben, denn jede Berufkrautpflanze erzeugt 10'000 bis 50'000 Samen.

Das Thema Neophyten beschäftigt auch die Kompostieranlage Ceres in Buchs, welche die Grundstückbesitzer zu raschem Handeln auffordert. Der Verein Primajob bekämpft seit dem Jahr 2005 im Auftrag verschiedener Gemeinden invasive Neophyten (siehe Kasten).

«Ich konnte kaum glauben, wie rasch es nachwächst»

Ein drastisches Beispiel für die sehr rasche Vermehrung des Berufkrauts war unlängst auf einem Gelände entlang des Rheins zu entdecken. Das Grundstück ist komplett bedeckt mit Berufkraut, das die Gräser grösstenteils verdrängt hat.

Für den Unterhalt dieses Grundstücks, das in unmittelbarer Nähe der Kompostieranlage Ceres liegt, ist das Werk Trübbach des Rheinunternehmens zuständig. Der Leiter dieses Werks Süd, Christoph Gabathuler, kennt das Problem.

«Wir haben das Gelände etwa Mitte Juni vom Berufkraut befreit. Als ich von den Ferien zurückkam, habe ich das voll blühende Feld gesehen und konnte kaum glauben, dass das Berufkraut in nur eineinhalb Monaten so rasch nachwächst.»

Er versichert, dass das Rheinunternehmen auf diesem Gelände den Kampf gegen das Berufkraut «so rasch wie möglich wieder in Angriff nimmt».

Problematisch für die nahe Kompostieranlage

Dass die Situation in diesem Fall äusserst kritisch ist, bestätigt René Nigg, Mitglied der VfA-Geschäftsleitung in Buchs, welche die Kompostieranlage Ceres betreibt. Denn hier wird Kompost hergestellt, der als Düngemittel (Garten- und Ackerbau), Pflanzsubstrat, Bodenverbesserer und als Grundlage für Mischungen von Pflanzerde und als Torfersatz Verwendung findet. Die Gefahr der Verunreinigung der Komposterde durch Samen vom nahegelegenen Berufkraut-Feld ist sehr gross, und das würde die weitere Ausbreitung fördern.

Bei der Verarbeitung sterben allfällige Samen ab

«Wir kennen diese Problematik und üben auf unserem Areal grösste Sorgfalt. Bei der Verarbeitung von Grünabfällen wird die Komposterde hygienisiert, so dass allfällige Samen absterben und nicht mehr keimfähig sind», erklärt Nigg.

Zudem würden die Mitarbeiter der Kompostieranlage rund um das Gelände alle Neophyten, die auf der schwarzen Liste aufgeführt sind, während der Sommermonate fünf bis sechs Mal bekämpfen. Anders könne man die invasiven Pflanzen nicht in den Griff bekommen, betont Nigg.

Zur Bekämpfung sind alle Grundeigentümer gefragt

«Hier sind alle gefragt, die für den Unterhalt von Grundstücken verantwortlich zeichnen beziehungsweise Grundeigentümer sind.» Insbesondere die SBB müsse entlang der Eisenbahnschienen in die Pflicht genommen werden, denn dort grassieren mancherorts jene Pflanzen, welche es auszurotten gilt.

«Wenn das nicht geschieht, werden wir in Zukunft ein grosses Problem haben»,

gibt René Nigg zu bedenken. Das zeichne sich jetzt schon ab, indem ganze Felder flächendeckend mit Neophyten übersät werden.

Verein Primajob steht im Einsatz

Für die Bekämpfung von Neophyten sind grundsätzlich die politischen Gemeinden zuständig. Sie können beim Kanton Beiträge dafür beantragen. Einige Gemeinden beschäftigen Asylbewerber oder beauftragen den Verein Primajob mit der Bekämpfung der Neophyten. Primajob hat von 9 der 14 Gemeinden aus dem Werdenberg und Sarganserland einen entsprechenden Auftrag erhalten. Der Verein verfügt über reiche Erfahrung und geht bereits seit 2005 gegen Neophyten vor. Auch Landwirte sind verpflichtet, Neophyten von ihren Wiesen, Weiden und Brachen fernzuhalten. Tun sie das nicht, riskieren sie eine Kürzung der Direktzahlungen, bestätigt Victor Kessler, Fachbereich Direktzahlungsprogramme im Bundesamt für Landwirtschaft BLW. Der Bund will aktuell mit einer Gesetzesvorlage auch private Grundstückeigentümer zur Bekämpfung von Neophyten verpflichten. (bey)

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