Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kollektiv contra Kreativität

Am Freitag trifft an der Fussball-WM die Schweiz auf Serbien. Zwei Herzen schlagen in der Brust von Aleksandar Zarkovic. Für den ehemaligen Juniorennationalspieler ist diese Affiche sehr speziell.
Robert Kucera
Fussballer Aleksandar Zarkovic wird beiden Teams die Daumen drücken. (Bild: Robert Kucera)

Fussballer Aleksandar Zarkovic wird beiden Teams die Daumen drücken. (Bild: Robert Kucera)

Möchte man mit dem Fussballer Aleksandar Zarkovic auf die Suche seiner Wurzeln gehen, begibt man sich unweigerlich auf eine ausgedehnte Balkan-Reise. «Mein Vater ist in Serbien geboren, meine Mutter ist Bosnierin. Ich habe eine Grossmutter, die Kroatin ist, und meine Familie stammt ursprünglich aus Montenegro», gibt der in Sevelen wohnhafte Zarkovic Auskunft. Doch der 25-Jährige hat seine eigenen Wurzeln hier in der Schweiz: Er wurde in Grabs geboren, in Sevelen wuchs er auf und seine Jugendzeit hat er in Basel verbracht. «Ich fühle mich in der Schweiz daheim», hält er fest.

In jungen Jahren hat er sich für die Schweiz entschieden. Als er den Schweizer Pass erhielt, gab er sofort den Serbischen Pass ab. Sein Ziel war klar: eine Karriere als Fussballer und als Schweizer Nationalspieler. «Leider hat es nur für die Junioren gereicht», sagt Zarkovic. «Aber es war eine wunderschöne Erfahrung.»

Schon zum zweiten Mal Schweiz – Serbien

Heute spielt er beim FC Balzers. Seinen Höhepunkt als Nationalspieler hatte er auf einem anderen Spielfeld auf Liechtensteiner Boden. In Eschen schoss er 2010 an der U17-EM gegen Frankreich das 1:0 – es war das einzige EM-Tor der Schweizer Nati. Doch nicht dieser Treffer oder die EM blieben ihm am besten in Erinnerung. Sondern ein Spiel der EM-Quali: «Wir haben gegen Serbien gespielt. Das war schon ziemlich speziell, die Nervosität war grösser als sonst», erinnert er sich. Nun steht er vor derselben Ausgangslage als Zuschauer. Am Freitagabend, 20 Uhr, treffen an der Fussball-WM in Russland just diese zwei Teams aufeinander.

«Nur schon die WM ist ein spezieller Anlass. Dass die Schweiz und Serbien in der gleichen Gruppe sind, ist schön und sehr speziell für mich, weil ich auch einige der Jungs kenne», so Aleksandar Zarkovic. Denn in seiner fünfjährigen Zeit beim FC Basel hat er manchen künftigen Nationalspieler gesehen, respektive mit ihnen gespielt. Auch er träumte von einer grossen Karriere in einer europäischen Top-Liga. Heute ist er Student und hat bereits sein viertes Semester als Akademischer Mentaltrainer und Sozialberater abgeschlossen.

Aus seiner Basler Jugendzeit in Basel kennt er den serbischen Verteidiger Milos Veljkovic, der nun bei Tottenham kickt. «Natürlich kenne ich die Schweizer Spieler besser und persönlicher», sagt Zarkovic. Allen voran Granit Xhaka. Mit ihm spielte er jahrelang im selben Team. Da die Schweiz klein ist, kennt er natürlich so manche Nati-Grösse – mit ihnen und gegen sie stand er auf dem Platz.

«Ich drücke beiden die Daumen»

Aleksandar Zarkovic freut sich auf den Vergleich zwischen der Schweiz und Serbien. Eine Bevorzugung ist aber ausgeschlossen, wenn zwei Herzen in einer Brust schlagen. «Für mich wäre ein Unentschieden perfekt», sagt der Seveler, der das Spiel wahrscheinlich daheim verfolgt. Sein Tipp: 1:1. «Ich drücke beiden die Daumen und hoffe, dass beide Mannschaften weiter kommen. Aber es wird schwer, weil Brasilien in der Gruppe ist. Wenn man aber den bisherigen WM-Verlauf anschaut, ist nichts unmöglich. Auch Brasilien hat so seine Mühe und im Fussball weiss man nie, was passiert.»

Zieht Zarkovic einen Vergleich dieser zwei Nationen, so fällt ihm Folgendes auf: «Die Schweiz ist im Kollektiv eine Spur besser, Serbien verfügt über die besseren Einzelspieler.» Spielt die Schweiz gegen Serbien, so ist es ein Duell des Kollektivs gegen Kreativität. Und was können die Schweizer von den Serben lernen? Zarkovic lacht und erwidert: «Die bessere Frage ist, was die Serben von den Schweizern lernen könnten.» Die Antwort hat er gleich parat: «Im Kollektiv spielen, sich unterordnen, sich an Anweisungen des Trainers halten.» Die Schweizer Tugend «Disziplin» hat es Zarkovic angetan. Er lässt aber nicht unerwähnt, dass es die Serben in der WM-Qualifikation schon sehr gut gemacht haben.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.