Klimabewusst gebaut: Drei Projekte aus dem W&O-Gebiet sind für einen internationalen Architekturpreis nominiert

Das Landwirtschaftliche Zentrum Salez, das «Storchennest» in Grabs und die Bergstation Chäserrugg in Unterwasser gehören zu den 28 Finalisten.

Heini Schwendener
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Das Landwirtschaftliche Zentrum St. Gallen in Salez ist eines von 28 nominierten Projekten für den Preis «Constructive Alps».

Das Landwirtschaftliche Zentrum St. Gallen in Salez ist eines von 28 nominierten Projekten für den Preis «Constructive Alps».

Bild: Seraina Wirz 

Projekte, die klimabewusstes Sanieren und Bauen in den Alpen beispielhaft umsetzen, werden seit 2010 mit dem Architekturpreis «Constructive Alps» ausgezeichnet. Die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein vergeben im November zum fünften Mal gemeinsam diesen Preis.

Aus über 300 Einreichungen hat eine international besetzte Jury 28 Projekte nominiert. Darunter befinden sich auch drei aus dem W&O-Gebiet: das Landwirtschaftliche Zentrum St. Gallen in Salez, die Bergstation Chäserrugg in Unterwasser und das Haus für Kleinkinder «Storchennest» in Grabs.

Mehrere Projekte aus der näheren Umgebung der W&O-Region

In der Alpenkonvention sind die Alpenländer Schweiz, Frankreich, Deutschland, Österreich, Slowenien, Italien sowie Monaco und das Fürstentum Liechtenstein verbunden. Mit dem internationalen Architekturpreis «Constructive Alps» verfolgen diese Alpenländer die Absicht, einen Beitrag zur Umsetzung ihrer klimapolitischen Ziele zu leisten. Von den 28 nominierten Projekten stehen neun in der Schweiz, sieben in Österreich, fünf in Italien, drei in Deutschland, zwei in Frankreich und je eines in Liechtenstein und Slowenien.

Blick in die Mensa des Landwirtschaftlichen Zentrums St. Gallen in Salez.
8 Bilder
Im Mai 2019 wurde das Landwirschaftliche Zentrum in Salez eingeweiht.
Blick ins Treppenhaus des Landwirtschaftlichen Zentrums in Salez.
Die im Juni 2015 eröffnete Bergstation Chäserrugg des Basler Architekturbüros Herzog & de Meuron.
Das Gipfelrestaurant auf dem Chäserrugg ist ein Holzbau.
Das Haus für Kleinkinder «Storchennest» in Grabs ist eines der 28 nominierten Projekte.
Das «Storchennest» in Grabs von der der anderen Seite.
Innenansicht des Schuhmacher-Nägele-Hauses in Planken, dem nominierten Liechtensteiner Projekt.

Blick in die Mensa des Landwirtschaftlichen Zentrums St. Gallen in Salez. 

Bild: Seraina Wirz

Von den neun Schweizer Projekten sind mit dem Haus am Schopfacker (Trogen) und den Neubauten Areal Pulvermühle (Chur) zwei weitere aus der näheren Umgebung der W&O-Region, dazu kommen noch die ausländischen: das Schuhmacher-Nägele-Haus in Planken und das Ökonomiegebäude Josef Weiss in Dornbirn.

Köbi Gantenbein ist der Jurypräsident

Die Auswahl der 28 nominierten Gebäude traf eine achtköpfige Jury während einer dreitägigen Videokonferenz. Nominiert sind nebst Wohnhäusern und Gewerbebauten auch Berggasthäuser, eine Kapelle, Kindergärten, Schulen und kulturelle Zentren – elf Sanierungen, ein Ersatzbau sowie 16 neue Gebäude.

Jurypräsident für den Architekturpreis «Constructive Alps» ist Köbi Gantenbein, Buchautor und Verleger der renommierten Architekturzeitschrift «Hochparterre». Er sagt zu den nominierten Projekten:

«Die Jury hat grosse Freude an den 28 Perlen der Architektur, die ökonomische und soziale Zuversicht für den ländlichen Raum in den Alpen in eigensinnige und klimavernünftige Architektur übersetzen.»

Die Jury besichtigt nun die 28 ausgewählten Gebäude vor Ort. Am 6. November wird in Bern das Preisgeld an drei Preisträger verliehen.

Bergstation Chäserrugg: Zukunftsweisend

Die Bergstation Chäserrugg mit dem markanten Gipfelrestaurant der Stararchitekten Herzog & de Meuron wurde am 2015 eröffnet und wurde unter anderem mit dem «Prix Lignum» für zukunftsweisende Bauwerke aus Holz ausgezeichnet.

Landwirtschaftliches Zentrum Salez: Nachhaltig

Das Landwirtschaftliche Zentrum in Salez wurde im Mai 2019 eingeweiht. Es ist ein Vorzeigeprojekt, das eindrücklich aufzeigt, wie nachhaltiges Bauen auch ohne viel Technik geht.

«Storchennest »Grabs: Einzigartig

In die gleiche Kategorie gehört auch das neue «Storchennest» der Stiftung Spielraum-Lebensraum in Grabs, das erste Gebäude in der Schweiz, dessen Architektur speziell auf Kleinkinder ausgerichtet ist. Auch die Bauweise ist ziemlich einzigartig, kamen beim «Storchennest» doch primär Holz, Strohballen und Lehm zum Einsatz.

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