Kirchgemeinde Wartau «wie weiter»: Vom Feuer löschen zum Gestalten der Zukunft

Trotz bescheidener Teilnahme zeigen sich die Verantwortlichen der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Wartau bezüglich der Stimmung und der eingebrachten Vorschläge am Diskussionsanlass zufrieden.

Adele Lippuner
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Kirchgemeindepräsident Martin Graf erläutert die eingebrachten Vorschläge zum Thema Kommunikation.  (Bilder: Adi Lippuner)

Kirchgemeindepräsident Martin Graf erläutert die eingebrachten Vorschläge zum Thema Kommunikation.  (Bilder: Adi Lippuner)

Das Angebot zur Diskussion über die Zukunft der evangelisch-reformierten Kirche Wartau wurde bescheiden genutzt. Insbesondere die Kritiker blieben der Veranstaltung fern. Insgesamt 20 Personen, inklusive der Kirchenvorsteherschaft, fanden sich im Kirchgemeindehaus Azmoos ein.

Dabei ging es um «Rückblick, Aktuelles, Ausblick, Weiterarbeit» – also genau um die Themen, welche die Kirchbürger seit der Fusion der beiden Kirchgemeinden Azmoos-Trübbach und Gretschins im Jahr 2015 beschäftigen.

Wenige Teilnehmende, aber konstruktive Vorschläge

Martin Graf, Präsident der Kirchenvorsteherschaft, zeigte sich leicht enttäuscht, dass nicht mehr Menschen teilnahmen. Er war aber erfreut über die gute Stimmung und die konstruktiven Vorschläge, die zusammengetragen wurden – unter Leitung von Mediator Walter Bodenmann.

Ein weiterer Wermutstropfen für die Verantwortlichen: Es war «nur» die ältere Generation, die sich in die Diskussion einbrachte und Vorschläge fürs «wie weiter» machte.

Von Erneuerung bis Kommunikation

Bereits die Themenwahl, respektive die Stichworte, zu denen es Vorschläge zu machen gab, zeigten, dass die Verantwortlichen der Kirchgemeinde offen für Neues sind. Im Rahmen von Gruppenarbeiten standen Erneuerung, Kommunikation, Gebäude, Leitung sowie Senioren und Jugend zur Debatte.

Die Themen zur Zukunft der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Wartau werden in der Gruppe diskutiert.

Die Themen zur Zukunft der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Wartau werden in der Gruppe diskutiert.

Kurz zusammengefasst die dazu gemachten Vorschläge: Es braucht Ruhe und Normalität, um die Zukunft zu gestalten. Es sollen Gesprächsmöglichkeiten geschaffen werden. Neue Gottesdienstformen, die auch Jugendliche und junge Familien ansprechen, würden der Kirchgemeinde gut tun.

Transparent sein und miteinander reden: So lautet der Wunsch bezüglich Kommunikation. Auch die vermehrte Nutzung sozialer Medien, um damit die jüngere Generation abzuholen, wurde vorgeschlagen.

Offener Zugang zu den Pfarrpersonen

Ganz klar wurde von einer Anwesenden gefordert, dass der Zugang zu den Pfarrpersonen niederschwellig und unkompliziert sein sollte. «Wir sind uns bewusst, dass die Kirchbürger verschiedenen Wünsche und Erwartungen an unsere Pfarrpersonen haben, diese sollen ganz konkret angesprochen werden», hielt Walter Bodenmann fest.

Deutlich gemacht wurde auch, dass nicht die Senioren besprechen sollten, was den Jungen geboten wird – «die Jungen sollen sagen, was sie wollen».

Partnerschaftliche Zusammenarbeit ist wichtig

Beim Stichwort «Leitung» war zu hören, dass eine partnerschaftliche Zusammenarbeit und Wertschätzung gegenüber den freiwillig Arbeitenden wichtig ist. Nur so sei es möglich, vermehrt Menschen für freiwillige Tätigkeiten zu finden.

Die Gebäude, sowohl die beiden Kirchen als auch die Pfarrhäuser an den beiden Standorten, sollten genutzt werden. Ein Vorschlag lautet, das Pfarrhaus in Gretschins zu vermieten und einen Kirchbürgertag zu organisieren – an dem Bewegung, Seelennahrung und gemütliches Beisammensein vereint werden sollten .

Im Klartext: Eine Spaziergang von Azmoos nach Gretschins, dort eine Andacht in der Kirche und dann zurück nach Azmoos zum gemütlichen Beisammensein mit Verpflegung.

Vom Feuerlöscher zum Zukunftsgestalter

Das Fazit von Martin Graf lautet:

«Bisher waren wir Feuerlöscher, nun wollen wir schrittweise die Zukunft gestalten. Dies bedeutet auch, an unserer Kommunikation zu arbeiten, auch wenn die personellen Ressourcen beschränkt sind. Die heute eingebrachten Vorschläge werden aufgearbeitet, und was möglich ist soll umgesetzt werden.»