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Kindersegen im Storchenhorst im Rheintal

Die Storchenpopulation entwickelt sich im Rheintal und insbesondere im Werdenberg weiterhin prächtig. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr spielt heuer auch das Wetter mit und begünstigt die Jungenaufzucht.
Jessica Nigg
Im Landeanflug: Die jungen Störche auf dem Areal der Strafanstalt Saxerriet werden von ihren Eltern bestens umsorgt. (Bild: Corinne Hanselmann)
Auch ein Strommast ist bestens geeignet für die Errichtung eines Horstes. (Bild: Jessica Nigg)
Es müssen nicht immer Masten bereitgestellt werden: Diese Storchenfamilien haben sich auf einem grossen Baum einquartiert. (Bild: Corinne Hanselmann)
Dieser Jungvogel ist schon zu einer stattlichen Grösse herangewachsen. (Bild: Jessica Nigg)
Fütterung der Raubtiere: Dieses Jahr muss niemand hungern. (Bild: Jessica Nigg)
Idylle pur: Ein Storchenhorst in einer Pferdeweide im Saxer Riet. (Bild: Corinne Hanselmann)
Guten Appetit! Störche essen natürlih nicht nur Frösche; auch Insekten, Schlangen und kleine Säugetiere stehen auf dem Ernährungsplan.
Die Storchenpopulation befindet sich nicht nur im übertragenen Sinn im Aufwind. (Bild: Jessica Nigg)
8 Bilder

Störche im Anflug

Die Anzahl der Störche in der Region nimmt Jahr für Jahr zu. Während der Anblick eines Weissstorches in den 1970er-Jahren hierzulande noch eine Sensation war, haben sich die Menschen mittlerweile wieder an den Anblick dieses Vogels gewöhnt. «Im Rheintal dürften derzeit rund 46 Storchenpaare erfolgreich brüten, im Werdenberg sind es 21 oder 22», freut sich «Storchenvater» Reto Zingg. Der Geschäftsführer des Vereins Rheintaler Storch erklärt, dass die Zahl der brütenden Störche vor ein paar Wochen sogar noch etwas höher lag. «Ein Storch ist leider bei einem Unfall verendet, und ein Storchenpaar musste nach einem Föhnsturm den Verlust seines Nestes beklagen», so Zingg.

Ideale Wetterbedingungen für die Aufzucht

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als unzählige Jungvögel der nasskalten Witterung und deren Folgen zum Opfer fielen, gedeihen die Storchenfamilien heuer prächtig. Nicht selten werden in einem Horst vier bis fünf Jungvögel aufgezogen. «Störche bevorzugen warmes Wetter», erklärt Reto Zingg. «Wir freuen uns, in diesem Jahr in den immer zahlreicher werdenden Horsten im Werdenberg so viele offenbar kerngesunde Jungtiere heranwachsen zu sehen», bestätigt auch Vereinspräsident Beni Heeb. Der südlichste bebrütete Horst auf der Schweizer Seite des Rheins befindet sich im Grabser Riet – im namentlich bestens passenden «Storchenhorst». Die grösste Storchenkolonie der Region ist seit vielen Jahren auf dem Gelände der Strafanstalt Saxerriet angesiedelt. Allein hier brüten laut Reto Zingg derzeit 19 bis 20 Paare.

Kindersegen im Storchenhorst. (Bild: Jessica Nigg)

Kindersegen im Storchenhorst. (Bild: Jessica Nigg)

Kinderbringer und Mäusejäger

In der Bevölkerung ist der Storch hochwillkommen. Seit Jahrhunderten wird Meister Adebar, wie der Storch in der Fabelwelt genannt wird, als Glückbringer verehrt. Der Name Adebar (aus dem mittelhochdeutschen Odebar setzt sich aus zwei Wortteilen zusammen, die «tragen, bringen» und «Besitz» beziehungsweise «Atem» bedeuten. Früher montierten die Leute Wagenräder auf ihren Hausdächern in der Hoffnung, der Storch würde darauf seinen Horst errichten. Auf der einen Seite sollte der Segelflieger, der mit vier Jahren geschlechtsreif wird, bei der Aufzucht seiner Jungtiere Ratten und Mäuse von Haus und Hof fernhalten, andererseits glaubte man daran, dass er Glück und Kinder bringen würde. «Früher war man überzeugt, dass zum Beispiel der Blitz nicht in Häuser einschlägt, auf denen ein Storchenpaar nistet», kennt Reto Zingg alte Geschichten. «Wenn der Storch seine Jungtiere grosszieht, füllt er seinen Kropf, manchmal hat dann ein Beutetier, zum Beispiel ein Frosch, keinen Platz mehr darin und hängt zum Schnabel raus», erzählt der «Storchenvater» weiter. «Wahrscheinlich sah das aus der Ferne ein bisschen wie ein Baby aus und so könnte das Bild des Storches als Kinderbringer entstanden sein.»

Setzen sich für die Belange der Störche ein: Beni Heeb (Präsident Verein Rheintaler Storch) und «Storchenvater» Reto Zingg (Geschäftsführer Verein Rheintaler Storch).

Setzen sich für die Belange der Störche ein: Beni Heeb (Präsident Verein Rheintaler Storch) und «Storchenvater» Reto Zingg (Geschäftsführer Verein Rheintaler Storch).

Mehr Infos gibt es unter: www.oekoberatungen.ch und www.rheintalerstorch.ch

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