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Kolumne

Kinderkram: Wir Kinder vom Bauernhofzoo

Wir sind eine Bauernfamilie und manchmal fühle ich mich damit exotisch. Ernsthaft: So anders sind wir doch nicht. Oder?
Katharina Rutz
Wir sind eine Bauernfamilie und zumindest ich fühle mich dabei manchmal, als wäre ich der Elefant im Zoo. (Bild: Michele Tantussi/Getty Images)

Wir sind eine Bauernfamilie und zumindest ich fühle mich dabei manchmal, als wäre ich der Elefant im Zoo. (Bild: Michele Tantussi/Getty Images)

Kürzlich besuchte uns wieder einmal ein Kindergarten. Die Kindergärtnerinnen haben das Thema Ziegen durchgenommen, Huhn und Kuh sollten noch folgen und sie wollten die Tiere in echt anschauen.

Abgesehen davon, dass die Kindergärtnerinnen wahnwitzigerweise dafür nur eine Stunde Zeit eingeplant hatten und die Kinder gar keine Zeit hatten, alles aufzunehmen, alles anzufassen, zu riechen und zu hören, machen mich solche Besuche auf dem Bauernhof immer etwas nachdenklich.

Ich fühle mich dann manchmal so exotisch, so wie im Zoo.

Nur dass wir in den Käfigen sitzen und bestenfalls begeistert bestaunt werden.

Ihre Kinder betreuen bestimmt ebenfalls Haustiere zu Hause, füttern die Katze, die Hasen oder den Hamster. Misten aus und kümmern sich? Oder?

Ihre Kinder helfen bestimmt auch bei den täglichen Arbeiten. Vielleicht streuen sie nicht Sägemehl bei den Kühen aber sie räumen doch zumindest den Geschirrspüler aus. Nicht wahr?

Ihre Kinder turnen auch manchmal im Garten oder sogar im Quartier herum und Sie sitzen nicht ständig daneben, weil Sie ja auch noch etwas anderes zu tun haben. Oder?

Wir haben halt den Garten und den Stall und die Maschinenhalle und das Feld.

Ihre Kinder wissen ja auch, dass die Milch von den Kühen kommt und das Schnitzel vom Schwein und dass dafür ein Tier sterben muss. Oder etwa nicht?

Ihre Kinder gehen ebenfalls auf den Spielplatz. Nur besteht der bei uns halt häufig aus dem Windschutzstreifen neben dem Feld oder dem Maschinenpark auf dem Hof. Die riesige Frontschaufel des Traktors wird dann zur geheimen Höhle, wo die beiden Mädchen konspirative Pläne schmieden und plaudern. Ich versichere Ihnen, ein auf alle möglichen Sicherheitsrisiken geprüfter Spielplatz wäre mir auch lieber, als fast täglich mit Schmieröl verschmutze Kleider. Statt in einem Bällebad wuseln sie sich durch den Anhänger voller Sägemehl, klettern und rutschen darin herum. Ein Bällebad wäre mir auch lieber, da ich dann nicht immer das ganze Sägemehl auch auf dem Sofa hätte.

Und meine Kinder lachen. Sie lachen herzhaft und laut und viel. So anders sind wir doch nicht. Oder?

Katharina Rutz (Bild: Urs Bucher)

Katharina Rutz (Bild: Urs Bucher)

Hauptberuflich Mami von Lilly (5)
und Sarah (4), nebenberuflich
Journalistin, Bäuerin und
Pferdenärrin.

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