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Kolumne

Kinderkram: Wie es ist, ein Bauernkind zu sein

Wir leben und arbeiten auf dem Bauernhof und das tun unsere Kinder auch. Dies hat viele Vor- und ein paar Nachteile für unsere Bauernkinder
Katharina Rutz
Mit dem Papa und den Rindern auf die Alp. (Bild: Katharina Rutz)

Mit dem Papa und den Rindern auf die Alp. (Bild: Katharina Rutz)

Unser Bauernhof liegt am Dorfrand. Es ist ein grosser landwirtschaftlicher Betrieb mit Viehhaltung und Ackerbau. Mehrere Generationen und Familienmitglieder sind mehr oder weniger im Betrieb aktiv. Es ist immer etwas los.

Manchmal spazieren Mütter oder Grossmütter mit ihren Kleinkindern bei uns vorbei. Meistens quengeln dann die Kinder so lange, bis sich die Mütter oder Grossmütter gezwungen sehen, mit ihnen noch unsere Kühe oder Kälber oder Hühner oder Fohlen oder Gänse oder Ziegen zu besichtigen. Vermutlich planen einige den Spaziergang auch genau deswegen so.

Welches Programm darf es heute sein? Am Spielplatz waren wir gestern, gehen wir zum Bauernhof.

Dieses «Unterhaltungsprogramm» ist unser Leben. Und wahrlich weiss ich fast nicht, wo ich mit Erzählen über das Leben auf einem Bauernhof beginnen soll. Bei den vielen Vorteilen (Papa ist immer zu Hause)? Bei den Nachteilen (doppelt so viel Wäsche fällt an)? Oder bei den Vorteilen, die sich irgendwann in Nachteile verwandeln oder umgekehrt (irgendwann werden auch die süssesten Kälber langweilig)? Oder bei den wirklich heiklen Fragen, die sich einem Kind auf dem Bauernhof stellen (was macht der Hengst da mit der Stute)?

Ich beginne bei Papa. Der Vater ist eigentlich immer zu Hause und für das Bauernkind verfügbar. Das heisst gemeinsam Frühstücken,
Mittagessen und so weiter. Wenn sie grösser werden, können sie den Papa beim Arbeiten begleiten und die Mama hat eine Auszeit. Dies ist ein wirklicher Vorteil gegenüber anderen Familien. Persönlich zählen die Erinnerungen an früher, als ich selbst mit meinem Vater jeweils auf Viehhändlertour ging, zu den schönsten meiner Kindheit.

Irgendwann verändert sich dann das freiwillige Begleiten in vorgeschriebenes Helfen.

Bauernkinder müssen auch heute noch sehr viel zu Hause mitarbeiten.

Auch daran habe ich viele schöne, aber auch einige weniger schöne Erinnerungen. Während die Schulfreunde die Mittwochnachmittage in der Badi verbrachten, half ich beim Heuen.

Meine Mädchen werden mittwochs Erdbeeren pflücken, jäten, setzen, bei den Hühnern die Eier ausnehmen oder bei der Kartoffelernte helfen. Ich hoffe, sie tun das auch in einigen Jahren noch mit demselben Eifer wie heute. Vielleicht schleichen sie sich aber auch davon, um wild auszureiten. Böse sein werde ich ihnen deswegen bestimmt nicht.

Katharina Rutz (Bild: Urs Bucher)

Katharina Rutz (Bild: Urs Bucher)

Hauptberuflich Mami von Lilly (5)
und Sarah (4), nebenberuflich
Journalistin, Bäuerin und
Pferdenärrin.

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