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Kinderkram: Vereinbarkeit von Familie und Beruf existiert nicht

Ich erachte es als Privileg unserer Zeit, dass ich in meinem erlernten Beruf weiterarbeiten kann, obwohl ich Kinder habe. Dabei von Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sprechen, ist allerdings vollkommen falsch.
Katharina Rutz
Familie und Beruf ist nicht vereinbar. Es lässt sich höchstens organisieren. (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

Familie und Beruf ist nicht vereinbar. Es lässt sich höchstens organisieren. (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

Glücklicherweise haben meine Mädchen zwei Grossmütter, die sich während meiner Abwesenheit gerne um sie kümmern und ich habe einen Mann, der zwar sehr viel arbeitet, aber meistens zu Hause. Ausserdem habe ich einen Chef, der mir die Möglichkeit gibt, wenn nötig meine Arbeitszeiten umzustellen oder spontan von zu Hause aus zu arbeiten.

Was ich allerdings nicht verstehe ist, wieso man diesem Privileg den Titel «Vereinbarkeit von Familie und Beruf» gab.

Denn solange ich mich nicht zweiteilen kann, ist Familie und Beruf nicht vereinbar. Es fühlt sich auf jeden Fall nicht vereinbar an.

Nicht heute, da ich meine Mädchen einmal mehr unglaublich vermisse und nicht letztes Jahr, als ich nach einer durchgekotzten Nacht am nächsten Tag hätte ins Büro sollen. Zwei leintuchbleiche Mädchen, von denen ich nicht weiss, ob sie in den nächsten Stunden irgendetwas bei sich behalten können, kann ich nicht abgeben.

Ihr könnt mich jetzt Glucke nennen.

Aber einerseits möchte ich einfach wissen, wie es um ihren Flüssigkeitshaushalt steht, in so einer Situation. Und andererseits ist es eine Sache die Kotze der eigenen Kinder wegzumachen, Kotze von fremden Kindern ist eine ganz andere Sache … Eben!

Das Privileg birgt auch grosse Risiken. Das Risiko nämlich zu verpassen, wenn das Kind die ersten Schritte macht, den ersten Zahn verliert, das erste Mal aufs Töpfchen macht, die erste Schulnote nach Hause bringt, das erste Mal Rad fährt. Es sind dies meiner Meinung nach die unbezahlbaren Mamamomente. (Ich habe zum Glück keinen davon verpasst.)

Familie und Beruf ist deshalb nicht vereinbar. Die beiden lassen sich höchstens nebeneinander organisieren.

Man kann nicht alles haben. Ist zwar kein Trost, aber wahr. Die Zeit wird kommen, da werden meine Mädchen ohnehin allein in die Welt hinausgehen. Egal, ob ich dann zu Hause sitze oder am Arbeiten bin. Übe ich halt jetzt schon einmal das Loslassen.

Katharina Rutz (Bild: Urs Bucher)

Katharina Rutz (Bild: Urs Bucher)

Hauptberuflich Mami von Lilly (5)
und Sarah (4), nebenberuflich
Journalistin, Bäuerin und
Pferdenärrin.

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