Kolumne
Kinderkram: Sagen Sie das nie zu einer Mutter!

Zugegeben, ich nehme Dinge oft zu persönlich. Allerdings gibt es auf der anderen Seite einfach auch sehr viele Menschen, die sich mit Aussagen aufführen wie Elefanten im Porzellanladen.

Katharina Rutz
Drucken
Teilen
Es gibt Dinge, die sagen Sie bitte nie zu einer Mutter, zum Beispiel über das Abgewöhnen des Nuggis.

Es gibt Dinge, die sagen Sie bitte nie zu einer Mutter, zum Beispiel über das Abgewöhnen des Nuggis.

Trix Niederau

Deshalb hier ein paar Inputs, was Sie – sollten Sie zur Spezies der Elefanten gehören – bitte einfach nie laut aussprechen sollten. Denken dürfen Sie natürlich, was Sie wollen.

Beispiel 1: Eine Mutter erzählt Ihnen von ihren Stillproblemen. Und Sie antworten so:

«Ach, die Kinder werden ja auch mit Schoppenpulver gross.».

Oder: «Pulver ist doch so viel praktischer als stillen.» Ich weiss, Sie meinen das nur gut. Aber sagen Sie das nie. Denn diese Mutter reisst sich ihren Allerwertesten auf, um ihr Kind ihrer Ansicht nach bestmöglich zu ernähren, ihm Nähe zu geben und so weiter. Stillen ist harte Arbeit und mit sehr starken Emotionen verbunden, bohren Sie also nicht mit dem Finger in der Wunde.

Beispiel 2: Eine Mutter erzählt Ihnen davon, dass ihr vier- oder fünfjähriges Kind immer noch einen Nuggi, eine Schoppenflasche oder von mir aus auch tagsüber eine Windel braucht. Und Sie antworten so: «Ah, das ist ja ganz einfach. Wir haben den Nuggi einfach an den Nuggibaum gehängt und gut wars.» Oder:

«Meine Tochter ging schon mit zwei aufs Töpfchen.»

Oder: «Mit drei sollten sie also schon keine Flasche mehr bekommen.» Sagen Sie das nie. Da diese Mutter die Sache ja selber bereits als Problem einstuft, können Sie davon ausgehen, dass sie erstens alle möglichen Tricks probiert hat, um das Gewünschte mit ihrem Kind zu erreichen, oder zweitens, dass sie sehr genau weiss, ab welchem Alter ein Kind eben keinen Nuggi, Schoppen oder keine Windel mehr haben sollte.

Beispiel 3: Nun, dieser Punkt liegt mir wirklich am Herzen, weil dies gerade in Coronazeiten wieder häufig passiert ist: Egal, wie sehr sich eine Mutter beschwert, wie anstrengend eine entsprechende Situation mit Kindern gerade ist. Sagen Sie niemals zu ihr:

«Dann hätten Sie halt keine Kinder bekommen sollen.»

Denn das tut einfach nur sehr weh und nützt rein gar nichts.

Katharina Rutz (Bild: Urs Bucher)

Katharina Rutz (Bild: Urs Bucher)

Hauptberuflich Mami von Lilly (6)
und Sarah (5), nebenberuflich
Journalistin, Bäuerin und
Pferdenärrin.

Aktuelle Nachrichten