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Kolumne

Kinderkram: Kuscheln ist unbezahlbar

Muttersein ist wunderschön. Jeden Tag, zwar meistens nicht den ganzen Tag. Doch es gibt da diese wirklich unbezahlbaren Momente.
Katharina Rutz
Kuscheln gehört bei uns seit jeher zum Alltag dazu und wird es, solange die Kinder wollen. (Iagom/Fotalia)

Kuscheln gehört bei uns seit jeher zum Alltag dazu und wird es, solange die Kinder wollen. (Iagom/Fotalia)

Die erste Umarmung am Morgen, nachdem die Mädchen aufgewacht sind. Die Umarmung während des Tröstens, weil wieder einmal eine hingefallen ist. Der Abschiedskuss vor dem Kindergartentag. Der Gutenachtkuss. Oder wenn sie nach dem Essen unweigerlich auf meine Knie klettern. Der Moment, wenn sie nachts in mein Bett krabbeln und sich rankuscheln (sofern sie denn in ihrem eigenen Bett eingeschlafen sind).

Vor ein paar Wochen las ich im «St. Galler Tagblatt» die Schlagzeile: «Hebammen ermahnen Eltern: Kuscheln ist überlebenswichtig». Auch wenn ich nicht die perfekte Mutter mit perfekten Znünis und perfekt durchgestyltem Kinderzimmer bin.

Eins steht fest, diesen Punkt habe ich voll und ganz erfüllt.

Ich habe meine Kinder fast ein Jahr gestillt, im Tuch getragen, bis die Rückenschmerzen zu gross wurden. Wir schlafen im Familienbett und das, obwohl ich jede und jeden für verrückt erklärt hätte, hätte er vor meinen Kindern zu mir gesagt, dass ich das je tun würde.

Umarmungen und Nähe gehören bei uns, auch bei Papa, bei so vielen Gelegenheiten dazu. Wir küssen unsere Mädchen auch. Ich frage sie, ob ich darf, sofern der Kuss nicht sowieso von den Kindern ausgeht. Die Diskussion darüber, ob Väter oder auch Mütter ihre Kinder nun küssen dürfen oder nicht, erachte ich als ziemlich seltsam. Vorausgesetzt natürlich, dass die Kinder dem zustimmen.

Ich für meinen Teil trug meine Mädchen neun Monate lang im Bauch, ich habe sie unter den schlimmsten Schmerzen meines Lebens geboren. Sie sind im wahrsten Sinne mein Fleisch und Blut. Da werde ich die Entscheidung über einen Kuss von mir getrost ihnen überlassen.

Kuscheln ist tatsächlich etwas vom schönsten am Muttersein. Schon die Haut meiner Kinder fühlt sich anders, also besser, an als jede andere Haut.

Die Wärme ihrer Hände ist anders, fast heilsam.

Meine Ältere ist leider nun bald zu gross, als dass ich sie noch tragen kann. Mit Wehmut blicke ich dem Tag entgegen, an dem meine Jüngere auch zu gross dafür sein wird. Was, wenn sie einmal wirklich in ihren eigenen Betten schlafen wollen. Werde ich erleichtert sein, nicht mehr geweckt zu werden, weil da ein Ärmchen im Weg ist? Oder werde ich traurig sein, dass diese Zeit nun für immer vorbei ist.

Katharina Rutz (Bild: Urs Bucher)

Katharina Rutz (Bild: Urs Bucher)

Hauptberuflich Mami von Lilly (5)
und Sarah (4), nebenberuflich
Journalistin, Bäuerin und
Pferdenärrin.

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