Kinderkram: Haushalten ist nicht meine Paradedisziplin

Ich mache den Haushalt, weil ich muss, und nicht, weil ich auch nur den kleinsten Funken Leidenschaft dafür in mir entdecke. Entsprechend schlecht bin ich in der Disziplin.

Katharina Rutz
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Töchter erben nicht alle (schlechten) Eigenschaften der Mutter. Der Beweis ist das Talent zum Haushalten, das bei meiner Tochter schon sehr viel ausgeprägter ist als bei Mama. (Bild: Fotalia)

Töchter erben nicht alle (schlechten) Eigenschaften der Mutter. Der Beweis ist das Talent zum Haushalten, das bei meiner Tochter schon sehr viel ausgeprägter ist als bei Mama. (Bild: Fotalia)

Wenn ich irgendwo geputzt habe, ist es nie perfekt sauber. Irgendein Krümel bleibt immer in der Spüle liegen. Ein Staubfusel haftet immer auf dem Badezimmerboden.

Nicht so bei meiner Tochter.

Da hat das Haushalt-Gen wohl eine Generation übersprungen. Oder sie hat glücklicherweise schon erkannt, dass sie das mit dem Haushalt besser bei Oma abschaut, anstatt bei mir. Meine Tochter putzt also das Lavabo samt Spiegel und Kästchen. Sie wird im Januar sechs Jahre alt.

  1. Sie macht das freiwillig. Also macht es ihr Spass.
  2. Sie macht es perfekt. Ich muss nirgends nachputzen.
  3. Sie räumt alle Utensilien weg, die sie dafür benutzt hat.
  4. Sie denkt auch an die Dinge, die ich ihr nicht aufgetragen habe (das Handtuch wechseln).

Ist das nicht eine Freude? Da geht mir das Herz auf. Und es beruhigt meine Angst, als Mutter zu versagen. Zweifellos brauchen Kinder uns Mütter. Sie sind unsere Spiegelbilder und sie lernen von uns. Aber wir beeinflussen sie nicht so ausschliesslich, wie gewisse Normen uns das weiszumachen versuchen.

Meine Tochter putzt bereits «besser» als ich. Gut möglich also, dass sie auch in anderen Lebensbereichen, die mir nicht liegen, Erfolg haben wird – welche Erleichterung.

Katharina Rutz (Bild: Urs Bucher)

Katharina Rutz (Bild: Urs Bucher)

Hauptberuflich Mami von Lilly (5)
und Sarah (4), nebenberuflich
Journalistin, Bäuerin und
Pferdenärrin.