Kolumne

Kinderkram: Eine Frage des Abstandes

Nein – es geht hier nicht um die geforderten ein bis zwei Meter Abstand zum Mitmenschen aufgrund von Corona. Sondern gemeint ist der unter Müttern viel diskutierte Abstand an Jahren (oder Monaten) zwischen den Kindern.

Katharina Rutz
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Wer nicht den üblichen Zweijahres-Abstand bei seinen Kindern hat, muss sich von anderen Müttern allerhand anhören.

Wer nicht den üblichen Zweijahres-Abstand bei seinen Kindern hat, muss sich von anderen Müttern allerhand anhören.


Fotalia

Üblich ist ein Abstand von zwei Jahren. Ich kenne tatsächlich Familien, die fast auf den Monat genau einen Abstand von zwei Jahren bei ihren Kindern haben.

Bevor ich selber Kinder hatte, dachte ich, dass das so ideal sei.

Inzwischen bin ich da anderer Meinung. Umso mehr wird mir bewusst, wie sehr der Zweijahresabstand in den Köpfen der Gesellschaft verankert ist.

Dabei ist ein zweijähriges Kind noch alles andere als selbstständig und kommt gerade in die Trotz- und Autonomiephase. Es überschätzt sich selber ständig, während die Gefahr vollkommen unterschätzt wird. Dabei gleichzeitig noch ein Neugeborenes zu betreuen, während das Zweijährige schon ein Vollzeitjob ist.

Nein danke.

Da habe ich lieber «Pseudozwillinge» mit einem Abstand von 15 Monaten, auch wenn ich mein Erstgeborenes «dann gar nicht geniessen» kann. Ein Nachzügler wird bei diesen Müttern automatisch zum Einzelkind, «weil es ja ständig allein ist».

Und ich war wieder einmal sprachlos.

Katharina Rutz (Bild: Urs Bucher)

Katharina Rutz (Bild: Urs Bucher)

Hauptberuflich Mami von Lilly (6)
und Sarah (5), nebenberuflich
Journalistin, Bäuerin und
Pferdenärrin.