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Kolumne

Kinderkram: Der Ehrgeiz der Eltern

Das werde ich ganz bestimmt nie tun. Jede Frau kennt diese Dinge, von denen sie denkt: Das werde ich ganz bestimmt nie tun, wenn ich selber Kinder habe.
Katharina Rutz
Zwei Abzeichen in drei Schwimmkursen, das dritte knapp verpasst. Mama, lass den Ehrgeiz stecken... (Bild: Katharina Rutz)

Zwei Abzeichen in drei Schwimmkursen, das dritte knapp verpasst. Mama, lass den Ehrgeiz stecken... (Bild: Katharina Rutz)

Bei mir war es das Familienbett. Zwei Jahre habe ich mich mehr oder weniger erfolgreich dagegen gewehrt. Dann haben wir unser Elternbett um ein Zustellbett erweitert und schlafen nun glücklich und zufrieden zu viert.

Ganz schlimm fand und finde ich auch den Elternehrgeiz.

Eltern, die ihre Kinder zu dem machen wollen, was sie selbst gerne gewesen wären. Diese Gratwanderung der Förderung und Unterstützung in diesem Hobby, das man selber früher gepflegt hat oder noch pflegt. Die Versuchung ist gross, schliesslich ist es naheliegend, dass sich Kinder für dasselbe interessieren wie die Eltern. Ausser bei mir.

Mein Vater fuhr leidenschaftlich gerne Skirennen. Meine vier Geschwister fuhren leidenschaftlich gerne und gut Skirennen. Ich kann bei meinem einzigen Skirennen einen zweitletzten Platz vorweisen, weil meine Freundin auf der Strecke stürzte, jedoch ihren Lauf noch korrekt ins Ziel brachte. Ich konnte Ski fahren, einzig das Tempo war mir zuwider. Irgendwann hatten meine Eltern «erbarmen» und ich durfte in die Reitstunde statt in die JO.

Und da bin ich nun und hole meine Tochter vom Schwimmkurs ab. Sie geht leidenschaftlich gern hin. Sie hat drei Kurse besucht und zwei Abzeichen geholt. Genau, zwei – nicht drei. Letzten Freitag hat sie ihren Frosch um Haaresbreite verpasst. Die Schwimmlehrerin kam und erklärte mir ganz genau, weshalb sie meiner Tochter den Frosch nicht geben konnte. Zunächst dachte ich noch, weshalb rechtfertigt sie sich jetzt so. Ich habe selber bemerkt, dass Lilly den Rhythmus beim Atmen noch nicht sicher kann.

Doch dann plätscherte langsam der Elternehrgeiz auf mich herab.

So schade ist das, warum bloss hat es nicht ganz gereicht. Die allermeisten anderen Kinder in ihrem Kurs haben den Frosch geschafft. Glücklicherweise halten diese ehrgeizigen Gedanken nicht lange hin. Was zählt, ist die Freude am Wasser, welche bei meiner Tochter definitiv grösser nicht sein könnte.

PS: Heute fahre ich übrigens leidenschaftlich gerne Ski und wenn ich nicht gerade mit meinen Geschwistern unterwegs bin, muss auch niemand mehr auf mich warten.

Katharina Rutz (Bild: Urs Bucher)

Katharina Rutz (Bild: Urs Bucher)

Hauptberuflich Mami von Lilly (5)
und Sarah (4), nebenberuflich
Journalistin, Bäuerin und
Pferdenärrin.

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