Kolumne
Kinderkram: Am Menüplan kläglich scheitern

Als ich bei einem Mama-Blog das erste Mal über einen Beitrag zur Menüplanung mittels Menüplan stiess, fand ich das ja noch ganz nett.

Katharina Rutz
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Selbst beim fiktiven Menüplan zur Bebilderung dieser Kolumne hoffnungslos gescheitert.

Selbst beim fiktiven Menüplan zur Bebilderung dieser Kolumne hoffnungslos gescheitert.

Katharina Rutz

Als ich bei einem anderen Mama-Blog das zweite Mal darüber stolperte, begann es wieder – das Gedankenkarussell.

Ein Menüplan? Wirklich?

Klar, jede gute Hausfrau, die etwas auf sich hält, macht einen Menüplan. Wie Sie, liebe Leserinnen und Leser dieser Kolumne, sicherlich bereits unschwer festgestellt haben, bin ich keine gute Hausfrau. Ich muss folglich das ganze Getue um die schriftliche Menüplanung für jede Woche auch nicht verstehen.

Wobei: Schreiben tue ich ja gerne. Damit wäre das Schöne daran für mich dann auch schon beendet.

Würde ich einen Menüplan machen und mich daran halten wollen, ginge ja der letzte Rest an Spontanität auch noch verloren. Zum Beispiel beim Einkaufen. All die schönen Aktionen gingen mir flöten, weil ich dann genau nach meinem Menüplan einkaufen müsste. Oder aber ich würde viel mehr kaufen als nötig, da ich spontan auch noch Lust auf den roten Chicorée bekomme, in meinem Menüplan aber Chinakohl eingeplant ist.

Oder die Spontanität meiner Vormittage, die ich dank des Kindergartenalters meiner beiden Mädchen seit letztem Sommer zu einem Teil zurückerlangt habe. Um 10.30 Uhr noch schnell aufs Pferd, geht dann nicht mehr, weil? – genau, der Menüplan ruft und ich kochen gehen muss.

Ich würde also auf das Reiten verzichten und brav in die Küche gehen, nur damit ich dann feststellen kann, dass ich vergessen hatte, den Braten am Vorabend aus der Gefriertruhe zu nehmen. Bekanntlich bin ich eine sehr zerstreute Person, daran würde wohl auch der Menüplan nichts ändern.

Ich plane meine Menüs also lieber nach folgenden Kriterien: Was könnte ich aus den Nahrungsmitteln, welche wir auf unserem eigenen Betrieb selber produzieren, heute kochen? Was kann ich gut früh am Morgen vorbereiten, wenn ich sowieso im Haus bin, damit ich später in Hof und Feld länger an etwas dran bleiben kann?

Manchmal ist das einzige Kriterium auch nur: Was könnte ich kochen, das in 20 Minuten fertig ist?

Fertiggerichte gibt es bei mir dennoch praktisch nie und Fast Food eher selten – zumal wir auch unsere Pommes aus den eigenen Kartoffeln frisch zubereiten.

Katharina Rutz (Bild: Urs Bucher)

Katharina Rutz (Bild: Urs Bucher)

Hauptberuflich Mami von Lilly (6)
und Sarah (5), nebenberuflich
Journalistin, Bäuerin und
Pferdenärrin.