Kolumne

Kinderkram: 1001 Nacht im Kinderzimmer

Rituale sind wertvolle Helfer im Alltag und in der Betreuung von Kleinkindern. Tatsächlich glaube ich dies auch. Bei uns haben es die Rituale allerdings nicht bis über die Türschwelle geschafft.

Katharina Rutz
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Rituale helfen beim Einschlafen, der individuelle Biorhythmus lässt sich aber nicht so leicht überwinden. (Bild: Hannes Thalmann)

Rituale helfen beim Einschlafen, der individuelle Biorhythmus lässt sich aber nicht so leicht überwinden. (Bild: Hannes Thalmann)

Vielleicht weil weder der Papa noch Mama ihren Alltag strukturieren. Papa braucht schlicht keine Struktur und ich bin dafür irgendwie zu zerstreut. Abends allerdings habe ich mir schon tausendmal gewünscht, wir hätten Rituale.

Alleine zur angemessenen Zeit in ihrem eigenen Bett einzuschlafen, ist für Kind eins wie Chinesisch. Sprich vollkommen unverständlich. So verbrachte ich schon Stunden an ihrem Bett mit Dramen und Diskussionen.

Irgendwann gab ich den Kampf auf und liess sie einfach bei uns schlafen.

Ein Ritual hätte uns geholfen. Oder auch nicht. Denn Kind zwei geht einfach ins Bett. Punkt. Sie schläft manchmal früher ein, als mir lieb ist – ohne geputzte Zähne –, weil ich wieder einmal spät dran bin. Und wenn sie mal wünscht, dass Mama noch bei ihr bleibt, schläft sie innerhalb weniger Minuten ein.

Rituale sind also schön und gut, aber kommen sie wirklich gegen einen individuellen Biorhythmus an, wie ihn meine ältere Tochter hat? Der lautet nämlich um 9 Uhr aufstehen und um 23 Uhr einschlafen. Während die jüngere Tochter vom Typ «um 6 Uhr aufstehen und um 20 Uhr einschlafen» ist.

Wie dem auch sei. Unsere Abende waren, sind und bleiben wohl weiterhin eine Lotterie. Klar könnte ich mich durchsetzen und streng sein. Beide Kinder um 20 Uhr in ihre Zimmer verbannen und Lichter löschen. Will ich aber nicht.

Katharina Rutz (Bild: Urs Bucher)

Katharina Rutz (Bild: Urs Bucher)

Hauptberuflich Mami von Lilly (5)
und Sarah (4), nebenberuflich
Journalistin, Bäuerin und
Pferdenärrin.