Kindergartenkind auf Schulweg in Haag von zwei Männern belästigt +++ Polizei will Panikmache vermeiden

Vergangene Woche wurde in Haag ein Mädchen von zwei fremden Männern angesprochen. Ihm wurden Süssigkeiten angeboten.

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Einem Mädchen wurden auf dem Nachhauseweg von zwei Männern Süssigkeiten angeboten.

Einem Mädchen wurden auf dem Nachhauseweg von zwei Männern Süssigkeiten angeboten.

Nick Freund

(wo) Vergangenen Dienstagmittag wurde in Haag ein Kindergartenkind auf seinem Nachhauseweg von zwei Männern angesprochen. Diese haben dem Kind laut einem Elternbrief der Schule Süssigkeiten angeboten.

Das Kind habe laut Brief, der an die Eltern der Kindergartenkinder versandt wurde, gut reagiert. Es lehnte das Angebot ab und ging sofort nach Hause, wie das Volksblatt online schrieb.

Hansruedi Mächler, Schulleiter Haag, schrieb im Elternbrief gemäss dem Volksblatt folgendes:

«Solche Geschehnisse sind leider an Schulen immer wieder ein Thema»

Dem W&O konnte die Schule Haag nicht kurzfristig Auskunft geben.

Der W&O beruft sich deshalb auf das Volksblatt, welches weiter schrieb: «Die Schulleitung habe die Kinder an der Schule Haag über den Vorfall informiert und Verhaltensregeln bekanntgegeben. Die Eltern werden gebeten, ihre Kinder wenn möglich nicht alleine auf den Schulweg zu schicken. Ebenfalls soll zu Hause mit dem Kind besprochen werden, wie es in so einem Fall reagieren solle. Der Vorfall werde sehr ernst genommen, man müsse aber auch darauf hinweisen, dass es keinen Grund für Panik gebe.»

Florian Schneider, Stellvertretender Leider der Kommunikation der Kantonspolizei St. Gallen, teilte dem W&O auf Anfrage mit, dass die Polizei Kenntnis vom Vorfall vom 25. Februar hat. Er sagt:

«Der Fall ist abgeschlossen.»

Die Schule habe die Polizei gebeten, sich vermehrt im Quartier aufzuhalten. «Das haben wir getan. Am selben Dienstag und an den Folgetagen haben wir zu einer ähnlichen Uhrzeit Präsenz markiert.»

Schneider sagte auch, man muss die Situation relativieren. «Es gab nur eine Meldung. Es ist nicht so, dass wir dem Mädchen nicht glauben. Aber in aller Regel erhalten wir in so Fällen mehr als eine Meldung.»

Weiter sagt Polizeisprecher Schneider, dass der Schulleiter es gut gemeint hat, indem er die Eltern informiert habe. «Aber es ist nicht gedacht, dass der Elternbrief an die Presse gelangt.»

«Die Idee ist nicht, dass dieser Fall in die Zeitung kommt. Das macht unsere ganze Arbeit kaputt und ist nichts ausser Panikmacherei.»

Wichtiger ist es Florian Schneider, dass Eltern ihr Kind instruieren. Die Kantonspolizei St. Gallen hat verschiedene Ratgeber auf ihrer Homepage publiziert. Unter anderem stehen diese Tipps auf der Website:

  • Vermitteln Sie Ihrem Kind Respekt vor gewissen Situationen, aber flössen Sie ihm keine Angst ein. Unsichere Kinder werden erfahrungsgemäss von Tätern bevorzugter angesprochen als Kinder, die Selbstbewusstsein ausstrahlen.
  • Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es auf sein Bauchgefühl hören soll. Vermitteln Sie ihm, dass es jederzeit schreien oder weglaufen kann, wenn es bedrängt wird oder sich nicht mehr wohl fühlt.
  • Sagen Sie ihm, dass es gegenüber von Fremden Nein sagen darf und erklären Sie, wann ein Nein eher unvorteilhaft wäre (beispielsweise beim Arzt).
  • Machen Sie ihm klar, dass es nicht verpflichtet ist, Auskünfte oder Erklärungen an Fremde abzugeben, selbst wenn diese Personen erwachsen sind.
  • Zeigen Sie ihm in diesem Zusammenhang auch, dass es beispielsweise nicht zu nahe an ein Auto herantreten soll, nur weil jemand es zu sich ruft.
  • Verängstigen Sie das Kind nicht, aber erklären Sie immer wieder, dass es nicht mit Fremden mitgehen oder von Ihnen Geschenke annehmen darf, auch wenn dies verlockend ist.