Werdenberg: Elternbildung befasst sich mit Kindern und digitalen Medien

Zahlreiche Mütter, Väter und weitere mit Erziehung befasste Personen liessen sich von der Elternbildung Werdenberg zu einem Vortrag in den Familientreffs locken.

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Referent Markus Büchel konnte viele gute Ratschläge geben. (Bild: PD)

Referent Markus Büchel konnte viele gute Ratschläge geben. (Bild: PD)

(pd) Kein Wunder; der Umgang der Kinder und Jugendlichen mit den digitalen Medien verunsichert viele. Was soll man zulassen, was verbieten – und wie das Verbot durchsetzen? Markus Büchel, bei den Sozialen Diensten Werdenberg mit Schulsozialarbeit betraut und selber Vater, hat sich einen pragmatischen Umgang mit dem Thema erarbeitet.

Die Anwesenden waren mit vielen Fragen gekommen bezüglich Altersgrenzen, Folgeschäden, Sucht, Rechte und Pflichten der Eltern, Kosten, Dosierung und Steuerung des jugendlichen Medienkonsums et cetera. Der Referent versuchte, möglichst viele davon zu beantworten.

Wissen und Kontrolle als wichtige Basis

Von einem strikten Verbot in diesem Zusammenhang hält er wenig. Er empfiehlt, die allgemein anerkannte Grundregel einzuhalten: kein Bildschirm vor drei Jahren, kein Internet vor sechs Jahren, kein eigener Bildschirm vor neun Jahren sowie kein unbeaufsichtigter Umhang mit dem Internet und kein eigenes Handy vor zwölf Jahren. Das Kinderzimmer solle medienfrei sein. Regelmässige oder gelegentliche unangekündigte Kontrollen der konsumierten Inhalte durch die Eltern seien sehr zu empfehlen.

Bedeutende Gefahren entstehen durch die ungeschützte Privatsphäre im Internet, durch nicht altersgerechte Inhalte, Sexting, Mobbing, Grooming, Bullying et cetera. Nicht alle Anwesenden hatten diese Begriffe schon einmal gehört, wie auch manche erwähnte Internetspiele vielen Eltern noch unbekannt waren. Aber a lle wissen von den Gefahren, die von Pornografie, Gewaltdarstellungen oder politischem Extremismus ausgehen können. Eine übermässige Mediennutzung kann den Freundeskreis beeinträchtigen und die schulischen Leistungen behindern, so Markus Büchel weiter.

Eltern sollen hellhörig sein

Eine Frage aus dem Publikum betraf den Umstand, wie man als Eltern herausfinden kann, was das Kind eventuell schon an problematischen Inhalten konsumiert hat. Der Rat des Fachmanns: Hellhörig werden, wenn Kinder «irgendwie seltsam» werden, bedrückt, zerstreut, abweisend wirken. Dann heisst es feinfühlig nachfragen, was los ist. Unterstützung findet man bei der schulischen Sozialarbeit oder beispielsweise unter www.jugendundmedien.ch. Das Kind auf seiner Suche und seinem Weg begleiten sei besser, als Verbote auszusprechen. Aktive Mediennutzung sei reinem Medienkonsum vorzuziehen. Es gebe durchaus gute Spiele, auch Lernspiele, so der Referent.

Ein zentrales Gebot sei die Präsenz der Eltern und der Dialog mit den Kindern. Büchel hält wenig von allzu strikten Verboten, die Gefahr sei gross, dass Kinder ab einem gewissen Alter Mittel und Wege zur Umgehung der Verbote finden.