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Kinder müssen an Ramadan nicht fasten

Seit rund zwei Wochen ist Ramadan. Bei Kindern wird das Fasten frühestens ab der Pubertät in Betracht gezogen. Auch in der Region Werdenberg und Liechtenstein ist dies der Fall.
Katharina Rutz
Nach Sonnenuntergang feiern gläubige Muslime das Fastenbrechen mit Wasser, Milch, Tee, Brot und Datteln. (Bild: Nana Do Carmo)

Nach Sonnenuntergang feiern gläubige Muslime das Fastenbrechen mit Wasser, Milch, Tee, Brot und Datteln. (Bild: Nana Do Carmo)

Ein Jugendlicher spielt leidenschaftlich gerne Fussball, hat Talent und ein wichtiges Spiel steht bevor, bei dem er fit sein will. Gleichzeitig ist dieser Junge ein gläubiger Moslem und seit dem 6. Mai ist Ramadan. Sein Glaube ist ihm wichtig. Er fastet.

Etwas, das sich für Hamit Örgen, Vorstandsmitglied der Islamischen Gemeinschaft FL mit Sitz in Sevelen, gut vereinbaren lässt. Er war vor 16 Jahren selber ein solcher Jugendlicher. «Ich habe mit zehn Jahren mit dem Fasten begonnen», erinnert er sich. Auch während der Zeit als er in der 2. Liga Interregional Fussball spielte, hat er Ramadan gehalten. «Vor 16 Jahren kam der Ramadan auf den November zu liegen. Die Tage waren kürzer und das Fastenbrechen noch vor dem Training.» Ausserdem faste einer der besten Fussballer, Mohammed Salah, von Liverpool auch, ergänzt Hamit Örgen.

Jeder kann selber entscheiden, ob er fastet

Während des Ramadans fasten Moslems. «Ein Moslem fastet mit dem Herzen, mit der Zunge, mit seiner Geduld, mit seinen Gedanken», so Hamit Örgen. Ausserdem verzichten gläubige Moslems rund 30 Tage lang zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang auf Essen und Trinken. Der Ramadan fällt auf den neunten Monat des islamischen Mondkalenders und verschiebt sich deshalb immer um rund zehn Tage im Jahr wodurch sich auch die Zeitdauer des Fastens entsprechend der Jahreszeit verändert.

«Jeder kann für sich selber entscheiden, ob er fasten möchte», betont Hamit Örgen. Kindern vor der Pubertät, schwangere, stillende oder menstruierende Frauen sowie Kranke und Alte seien ohnehin vom Fasten befreit.

Mit zehn Jahren das erste Mal gefastet

Er selbst habe mit etwa zehn Jahren angefangen zu fasten. «Mein Vater hat mir den Glauben und damit auch das Fasten vorgelebt und der Glaube wurde mit der Zeit auch für mich immer wichtiger», erinnert er sich.

«Das Fasten ist eine Kopfsache, wem es wirklich wichtig ist, der schafft es auch.»

Hamit Örgen ist im Fürstentum Lichtenstein aufgewachsen. Er arbeitet als Ingenieur und Projektleiter. Seiner Arbeit gehe er genau gleich nach und erbringe die gleiche Leistung. Der Ramadan ist für ihn selbstverständlich und eine schöne Zeit. «Der Fastenmonat Ramadan ist für uns eine Zeit wie Weihnachten bei den Christen. Wir verbringen Zeit mit unseren Familien, Freunden oder Nachbarn. Es ist eine Zeit von besonderer Freude.»

Dabei steht nicht der Verzicht auf Nahrung im Zentrum, sondern das Mentale. «Ich werde viel ruhiger, da ich meine Energie dort einsetze, wo es Sinn macht. Ich sehe das Positive und verzichte auch auf unerwünschtes Verhalten, beispielsweise das Fluchen», erklärt der Vater zweier kleiner Kinder.

Kinder folgen dem Vorbild ihrer Eltern

Seine Kinder fasten noch nicht. Sein fünfjähriger Junge allerdings hat ihm bereits neugierig Fragen zum Ramadan gestellt. «Irgendwann fragt er mich vielleicht, ob er auch mitmachen könne.» Fördern lasse sich diese innere Überzeugung aber nicht.

«Ob mein Sohn einmal fasten will oder nicht, ist allein seine Entscheidung.»

«Genauso wie sich Kinder auch in anderen Lebensbereichen frei entscheiden können, wie zum Beispiel welche Sportart sie einmal ausüben möchten.» Kinder fangen nicht direkt an voll zu fasten. «Wenn Kinder aber ihre Eltern beim Fasten erleben und es ihnen gleichtun wollen, beginnen sie mit einigen Stunden oder einem Tag am Wochenende», so Hamit Örgen. Ausserdem könne jeder, der das Fasten aus einem wichtigen Grund unterbrechen müsse, diese Tage auch nachher noch nachholen, erklärt er.

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