Kind in dunklen Raum gesperrt: Kita in Ruggell darf wieder öffnen – Amt will künftig genauer hinschauen

Die Vorwürfe gegen die Ruggeller Kita im vergangenen Dezember waren happig: Ein Kleinkind soll in einen dunkeln Raum gesperrt worden sein. Nun hat sie ihren Betrieb wieder aufgenommen, mit weit weniger Kindern und strengeren Auflagen.

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Das Amt für Soziale Dienste Liechtenstein wird in Zukunft mehr Kita-Kontrollen durchführen.

Das Amt für Soziale Dienste Liechtenstein wird in Zukunft mehr Kita-Kontrollen durchführen.

(Symbolbild: Keystone)

(red.) Die Landespolizei ermittelte gegen die Kita «Kids Care», nachdem Eltern herausgefunden hatten, dass ihr Kleinkind mehrmals in einen dunklen Raum gesperrt worden war, manche Kinder sollen auch geschlagen worden sein. Die Polizei hat nun die Befragungsberichte an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

Nachdem sie im Dezember schliessen musst, hat die Kindertagesstätte diese Woche nun wieder ihren Betrieb aufnehmen dürfen. Wie das «Volksblatt» schreibt, haben Gespräche zwischen der Kita und dem Amt für Soziale Dienste (ASD) stattgefunden.

Besondere Auflagen für Kids Care

Die Kita wird wohl unter besondere Aufsicht gestellt, das Amt für Soziale Dienste wird diese Woche genauer informieren. Gemäss der Tageszeitung für Liechtenstein hat das ASD in den letzten Jahren nicht mit dem Boom der Tagesstätten mithalten können. Manche Kitas erhielten offenbar während Jahren keine Kontrollbesuche. Rund 70 Prozent aller Kinder in Liechtenstein besuchen eine ausserhäusliche Betreuung.

Offenbar hat es nun einen solchen Skandal gebraucht, bis etwas passiert. «Die ASD hat Personal aufgestockt und will seine Aufsichtspflicht wieder stärker wahrnehmen», sagt Ludwig Frommelt, Leiter des Kinder und Jugenddienste, gegenüber dem Vaterland.

Die Hälfte der Kinder kommt nicht mehr

Die Betreuerinnen der Ruggeller Kita weisen nach wie vor alle Vorwürfe von sich. Trotzdem haben es die Eltern von acht Kindern vorgezogen, ihre Kinder nicht mehr in diese Kita zu bringen. Damit reduziere sich die Anzahl der Kinder um die Hälfte, wie das «Volksblatt »schreibt. Zuvor war die Kita zum Teil stark überbelegt gewesen.

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