Keine Schule heisst nicht schulfrei:  Schulkinder erhalten Aufgaben nach Hause

Die Aufrechterhaltung einer Tagesstruktur mit Aufgaben ist für die Schulkinder wichtig, sind sich die Schulratspräsidenten einig.

Katharina Rutz
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Wo es sonst zur Pausenzeit von Kindern wimmelt, herrscht seit Montag Leere. Der Präsenzunterricht an den Schulen, hier in Buchs, ist ausgesetzt.

Wo es sonst zur Pausenzeit von Kindern wimmelt, herrscht seit Montag Leere. Der Präsenzunterricht an den Schulen, hier in Buchs, ist ausgesetzt.

Bild: Heini Schwendener

Die Information der Eltern hat offensichtlich geklappt. An den befragten Schulen ist am Montagmorgen kein einziges Kind erschienen, das den Unterricht besuchen wollte. Einige Eltern haben für ihre Kinder das Betreuungsangebot in Anspruch genommen. Die Zahl hielt sich hier allerdings in Grenzen.

Die Lehrpersonen waren sehr wohl in der Schule und hatten alle Hände voll zu tun. In Buchs startete der Montag mit einer Besprechung der Schulpräsidentin mit dem Rektorat, der Schulleitung und der Leitung der Tagesstätte. Daraufhin wurden die Klassenlehrpersonen von den Schulleitern informiert und das Vorgehen wurde besprochen. Grundsätzlich halten die Lehrpersonen den Kontakt mit den Eltern und ihren Schülern. «Wie diese Kommunikation genau aussehen soll, war eine der ersten Fragen, die es zu klären galt», sagt beispielsweise Bruno Seifert, Schulratspräsident der Schule Wartau.

Schülerinnen und Schüler erhalten Aufgaben

Dass kein Präsenzunterricht stattfindet, heisst nicht, dass schulfrei ist. «Wir wiesen die Eltern zum Beispiel auch darauf hin, jetzt nicht mit den Kindern in die Ferien zu fahren», so Seifert. Weiter ist klar, dass die Schulkinder gewisse Aufgaben erhalten werden, die sie selbstständig erledigen können. Dabei gehe es nicht darum, Lernziele zu erreichen, sondern viel mehr eine Tagesstruktur aufrechtzuerhalten. «Wie die Aufgaben genau zu den Schülern gelangen, ist noch offen. Sollten diese jedoch abgeholt und gebracht werden, wird dies in ganz kleinen Gruppen geschehen», sagt Katrin Frick, Schulpräsidentin der Schule Buchs.

Hier ein Blick in die «Kommandozentrale» der Schulleitung in Wartau.

Hier ein Blick in die «Kommandozentrale» der Schulleitung in Wartau.

Bruno Seifert

Matthias Wettstein, Schulratspräsident in Gams, spricht von Repetition und Nacharbeitung von bereits bekannten Lerninhalten. «Neue Lerninhalte können so kaum vermittelt werden.» In der Oberstufe wird in der Regel direkt mit den Schülern kommuniziert und die Aufgabenstellung wird elektronisch ablaufen.

Das Aufrechterhalten einer Tagesstruktur erachten die Schulratspräsidenten als sehr wichtig. «Dabei möchten wir auch den Eltern helfen», sagt Bruno Seifert.

«Kinder brauchen regelmässige Aufgaben, sie sollten beispielsweise nicht die ganze Zeit vor dem Bildschirm verbringen.»

Die Kinderbetreuung musste trotz Ausfall des Unterrichts sichergestellt werden. Allerdings wurde sie wenig in Anspruch genommen. In der Schule Wartau musste gar kein Kind betreut werden. «Die dörflichen Strukturen sind offenbar intakt», sagt Bruno Seifert. In der Schule Wildhaus-Alt St.Johann gab es wenige Kinder, welche die Blockzeiten am Morgen in der Schule verbrachten. Katrin Frick aus Buchs sagt:

«Das Betreuungsangebot wurde am Montag extrem wenig in Anspruch genommen. Wir haben mit viel mehr gerechnet.»

Die Kinderbetreuung wird in Kleingruppen umgesetzt. In Gams betraf dies gestern laut Schulratspräsident Matthias Wettstein «unter zehn Kinder in zwei Gruppen».

Wettstein ergänzt: «Auch Förderangebote in Einzelunterricht werden nicht stattfinden. Gerade da sitzt man sich unter Umständen nahe beieinander und verschiedene Kinder kommen hintereinander an die Reihe. Das macht unter den aktuellen Voraussetzungen ebenfalls keinen Sinn.»

Alle Fragen konnten die Schulpräsidenten am Montag noch nicht beantworten. «Wir planen intensiv und werden am Mittwoch für den Fernunterricht alles geregelt haben», sagt Katrin Frick.