Der Grippeimpfstoff ist knapp

Der Grippeimpfstoff ist bei den Schweizer Herstellern aufgebraucht. In der Region ist eine Grippeimpfung bereits nicht mehr überall möglich. Noch könnte aber die Impfung durchaus Sinn machen.

Katharina Rutz
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Eine Grippeimpfung ist durchaus noch sinnvoll, allerdings verfügen nicht mehr alle Praxen über Impfstoff. (Bild: Keystone/Anthony Anex)

Eine Grippeimpfung ist durchaus noch sinnvoll, allerdings verfügen nicht mehr alle Praxen über Impfstoff. (Bild: Keystone/Anthony Anex)

Die Grippewelle hat die Ostschweiz (noch) nicht erreicht. Laut Bundesamt für Gesundheit tritt die Grippe aktuell in der Ostschweiz gar nicht, in der Westschweiz sporadisch und in der Zentralschweiz verbreitet auf. Von einer Epidemie kann allerdings auch da noch lange nicht gesprochen werden.

«Die Epidemie der Grippe hat uns wie erwartet noch nicht erreicht. Deshalb wäre es durchaus sinnvoll, oder geradezu ideal, jetzt gegen Grippe zu impfen – sofern Impfstoffe zur Verfügung stehen», sagt Dr. med. Markus Gassner aus Grabs. Auch Jasmin Marquart, Apothekerin in Buchs, sagt, dass «eine Impfung durchaus noch bis Mitte Dezember Sinn macht». Sobald die Grippewelle auftritt, ist es allerdings für eine Impfung zu spät. Als beste Zeit, um sich zu impfen, gilt Mitte Oktober bis Mitte November.

Hersteller haben keinen Impfstoff mehr

Wer jetzt noch impfen will, hat aber ein anderes Problem. «Die Grippemittel sind aufgebraucht» titelte der «Sonntagsblick» vergangenen Sonntag. In der Tat sind die vier Schweizer Hersteller von Grippeimpfstoff ausverkauft. Sie haben dieses Jahr 1,2 Millionen Dosen Impfstoff ausgeliefert.

In der Region Rheintal, Werdenberg, Sarganserland ist eine Grippeimpfung nicht mehr überall möglich, wie eine Recherche des W&O zeigt.

Das Impfstofflager bei Markus Gassner auf jeden Fall ist aufgebraucht. «In meiner Praxis gab es dieses Jahr eher mehr Impfwillige», so der Arzt. Die Situation mit den Impfstoffen sei etwas «konfus». Da letztes Jahr die Grippeimpfung nur bedingt wirksam war, wurden neu für dieses Jahr vorwiegend Impfstoffe mit vier Impfvirusstämmen angeboten. «Diese sind in der Schweiz nicht mehr lieferbar. Letzte Woche wären noch vereinzelt Impfstoffe mit drei Impfvirusstämmen erhältlich gewesen.»

Seit zwei Jahren bietet auch die Adler-Apotheke in Buchs als einzige in der Region eine Grippeimpfung an. Allerdings hat die Apotheke schon lange keinen Impfstoff mehr vorrätig. «Bereits Anfang Dezember konnte ich über unseren Lieferanten keinen Vierfachimpfstoff mehr nachbestellen», sagt Jasmin Marquart. Inzwischen hat die Apothekerin auch alle vorbestellten Impfungen durchgeführt.

Einige Praxen und der Grossist haben noch Impfstoff

In der Region gibt es aber Arztpraxen, die noch über Impfstoff verfügen. Dies zeigt eine Umfrage beim Vorstand des Ärztevereins Werdenberg-Sarganserland. «In unserem Vorstand ist nichts von einer Knappheit des Impfstoffs spürbar», sagt der Präsident Dr. med. Stefan Küpfer.

Der Grossist Pharmapool AG aus Widnau beliefert ausschliesslich Ärzte, auch einige in der Region Werdenberg. Laut Manuela Schlegel, Leiterin Einkauf, hat auch die Pharmapool AG noch Impfstoff an Lager. Allerdings nur noch in 10er-Packungen und nicht mehr einzeln. Insgesamt liegen bei Pharmapool aber noch rund 700 Impfdosen an Lager.