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Kein Wetter zum Driften
am Werdenbergersee

Wer in seiner Freizeit mit dem Auto auf dem Marktplatz am Werdenbergersee schleudert, stösst nicht auf viel Gegenliebe. In den Sozialen Medien fordern Leser unter anderem Kameras und Bussen.
Jessica Nigg
Dieses Mal sind keine übermütigen Autofahrer schuld: Der Kiesplatz am Werdenbergersee wird nach dem Buchser Jahrmarkt wieder hergerichtet. (Bild: Jessica Nigg)

Dieses Mal sind keine übermütigen Autofahrer schuld: Der Kiesplatz am Werdenbergersee wird nach dem Buchser Jahrmarkt wieder hergerichtet. (Bild: Jessica Nigg)

Der eher feuchten Witterung sei Dank – Driften auf dem Marktplatz am Werdenbergersee macht unter den aktuellen Wetterbedingungen offenbar weniger Spass, als wenn es richtig schöne Staubwolken gibt beim Herumkurven. Dies bestätigt auch Florian Schneider, Mediensprecher der St.Galler Kantonspolizei. Bei der Kantonspolizei sind in der letzten Zeit keine Beschwerden wegen Schleuderfahrten auf dem Kiesplatz eingegangen.

Auch Margrith Zweifel, Wartin des Camping Werdenberg, ist aufgefallen, dass derzeit nicht ganz so häufig gedriftet wird wie im vergangenen Sommer, als es trocken und staubig war. «Vor allem für die Dauerbewohner des Campingplatzes war es damals sehr mühsam; es ist ja nicht nur der Lärm. Es ist auch unangenehm, wenn der Staub sich auf das Essen setzt, wenn man draussen am Grillieren ist.» Die Staubschicht lege sich natürlich auch auf alles andere – Scheiben, Tische, Pflanzen. «Besonders unangenehm ist es natürlich, wenn die parkierten Autos durch die Aktionen der jungen Autofahrer beziehungsweise durch ‹spritzende› Kieselsteine zerkratzt werden», so Zweifel.

Stark beanspruchter Platz braucht viel Pflege

Immer wieder muss der Platz auf Vordermann gebracht werden - viel Arbeit für den Werkhof Buchs. (Bild: Jessica Nigg)

Immer wieder muss der Platz auf Vordermann gebracht werden - viel Arbeit für den Werkhof Buchs. (Bild: Jessica Nigg)

Die Stadt Buchs muss sich immer wieder um den Kiesplatz am Werdenbergersee kümmern – mit oder ohne Drifter: «Der Werkhof Buchs führt drei bis vier Mal im Jahr kleinere Sanierungsarbeiten am Marktplatz durch. Zudem wird zwei Mal im Monat mit einem Rechen nivelliert», erklärt Stadtschreiber Markus Kaufmann. «Der Platz wird unter anderem durch Zirkusse, Märkte, Parkierung und diverse Veranstaltungen stark belastet.» Die Kosten, welche durch das illegale Driften verursacht werden können nicht beziffert werden, da Schäden am Platz auch durch andere Nutzungen verursacht werden, führt Kaufmann weiter aus.

Richard Taucher vom Hotel Restaurant Taucher und seine Gäste bekommen auch immer wieder mit, wie gedriftet wird. «Huere Spinner», heisse es dann oft, so Taucher. Manche Gäste schüttelten auch einfach den Kopf. Wenn das Driften bis in die Nacht hinein dauere, gebe es auch Gäste die fragen, was das für ein Lärm gewesen sei. Als der W&O kürzlich über das Driften auf dem Marktplatz berichtete, gab es verschiedene Reaktionen in den Sozialen Medien. Der Tenor war Verärgerung. Ein Kommentator forderte:

«Warnschilder. Kameras. Abkassieren.
In dieser Reihenfolge.»

Eine andere Facebook-Userin verstand die allgemeine Verärgerung über das Driften auf dem Marktplatz dagegen nicht: «Mein Gott, das ist ein Kiesplatz und kein englischer Rasen. Wir haben das früher mit dem Velo oder Töffli auch gemacht. Es kommt ja niemand zu Schaden. Die Jungen dürfen ja schon gar nichts mehr machen heutzutage.»

Ähnliche Probleme auch andernorts

Nicht nur auf dem Marktplatz am Werdenbergersee wird gerne und oft gedriftet, sondern auch andernorts laden grosse Kiesplätze offenbar dazu ein. So kennt dieses Problem offenbar auch der FC Buchs, auf dessen Parkplatz gewisse Autofahrer auch gerne in hohem Tempo ihre Runden drehen.

Ärger mit PS-Boliden beziehungsweise deren Fahrern gibt es aber nicht nur auf den Kiesplätzen der Region, sondern auch auf dem Haag-Center-Areal. Wie eine Leserin auf Facebook schreibt, gibt es dort offenbar nachts öfters Rennen um das Einkaufszentrum. Die Kantonspolizei weist darauf hin, dass solche Fälle unbedingt gemeldet werden sollen, um handeln zu können. «Je besser die Hinweise, desto eher können wir handeln», erklärt Florian Schneider.

«Wir machen es nie wieder»

Auf dem Campingplatz ist man die «Schleuderkünste» der meist jungen Autofahrer leid. (Bild: Jessica Nigg)

Auf dem Campingplatz ist man die «Schleuderkünste» der meist jungen Autofahrer leid. (Bild: Jessica Nigg)

Driften auf dem Marktplatz am Werdenbergersee: Davon kann Margrith Zweifel, Wartin des Camping Werdenberg, ein Lied singen. Seit Jahren kennt sie dieses Ritual junger Männer mit starken Autos. «Erst kürzlich fand eine Hochzeit statt», erklärt sie. In Rahmen dieser Feierlichkeiten hätten einige Herren ihr Auto driften lassen. Sie habe versucht, das verkehrswidrige Treiben auf Video festzuhalten, wurde beim Filmen aber offenbar von den PS-verliebten Männern beobachtet. «Ich sah, wie ein älterer Mann auf mehrere jüngere Autofahrer einredete», so Zweifel. Kurz darauf hätten sich die «Drifter» gesittet im Konvoi zurückgezogen.

«Das war um etwa 17 Uhr», erinnert sich die Campingwartin. «Zwei Stunden später haben mich zwei junge Männer auf dem Campingplatz aufgesucht und gefragt, ob ich sie gefilmt habe.»

Verkehrssünder geloben Besserung

Die jungen Männer wollten wissen, ob sie sie schon bei der Polizei angezeigt habe. «Sie haben mich angefleht, sie nicht zu verraten. Sie seien noch jung und hätten den Führerschein noch nicht lange. Sie haben mir ausserdem hoch und heilig versprochen, nie wieder auf dem Marktplatz zu driften», erzählt Zweifel weiter. Die Campingwartin hat ihnen ins Gewissen geredet und sie darauf hingewiesen, dass man als Autofahrer Verantwortung trägt, «auch wenn man den Führerschein noch nicht lange hat.»

«Vielleicht verhalten sie sich ab sofort etwas rücksichtsvoller.»

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