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Kein Qualm mehr im Bahnhof: Nun gilt auch im Werdenberg «rauchfrei» – allerdings mit Ausnahmen

In allen Bahnhöfen der W&O-Region ist nun das Rauchen untersagt. Beim Zugang ist nun «rauchfrei» signalisiert. Sünder werden aber nicht gebüsst. In Buchs wird es eine Ausnahme geben, indem demnächst auf allen Perrons ein Aschenbecher als «Raucher-Ort» aufgestellt werden.
Thomas Schwizer
Die «rauchfreien Bahnhöfe» wurden seit Juni in der ganzen Schweiz schrittweise signalisiert. (Bilder: Thomas Schwizer)

Die «rauchfreien Bahnhöfe» wurden seit Juni in der ganzen Schweiz schrittweise signalisiert. (Bilder: Thomas Schwizer)

Raucher, die auf dem Perron auf den Zug warten, müssen neu auf den meisten Bahnhöfen der Schweiz auf den Glimmstängel verzichten. Seit Anfang September sind auch in der Region Werdenberg schrittweise bei den Bahnhofzugängen «Rauchfrei»-Tafeln montiert worden.

Damit haben die SBB eine Branchenlösung umgesetzt, die der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) im November 2018 beschlossen hat. Die Umsetzung hat im Juni begonnen und wird Ende Oktober abgeschlossen.

Ein «typisch schweizerischer Kompromiss»

Doch ganz untersagt ist das Rauchen auf den Bahnarealen nicht. In einer Mitteilung hat der VöV Anfang Juni festgehalten, man habe einen «typisch schweizerischen Kompromiss» geschaffen, «der von Respekt und Toleranz geprägt ist».

SBB-Sprecher Martin Meier schildert diesen auf Anfrage des W&O:

«Bei kleinen Bahnhöfen werden in der Regel keine Raucherbereiche auf den Perrons eingerichtet, da Bahnhofzugang und Perron in unmittelbarer Nähe sind.»

Für Raucher, welche während der Wartezeit eine Zigarette «brauchen», steht vor dem Bahnhofzugang ein Aschenbecher bereit. Bei mittelgrossen Bahnhöfen und solchen mit Fernverkehrshalten werden in der Regel auf den Perrons einer oder zwei Raucherbereiche eingerichtet.

In Buchs ein Raucherbereich auf den Perrons

Zu dieser Gruppe gehört der Bahnhof Buchs. Gemäss Meier werden hier bis Mitte Oktober auf jedem Perron Raucherbereiche eingerichtet. Sie werden nicht speziell gekennzeichnet, sondern befinden sich dort, wo ein Aschenbecher steht.

Bisher steht in Buchs einzig beim Perron 1 ein Aschenbecher (Bild). In den nächsten Tagen wird es auf jedem Perron einen Raucherbereich geben.

Bisher steht in Buchs einzig beim Perron 1 ein Aschenbecher (Bild). In den nächsten Tagen wird es auf jedem Perron einen Raucherbereich geben.

Vor 14 Jahren ist das Rauchverbot in den Zügen eingeführt worden. Dass momentan auch auf den Perrons in Buchs keine Aschenbecher stehen, bereitet naturgemäss einigen Rauchern wenig Freude. Der W&O hat sie beim Aschenbecher am Eingang umgehört.

Der grosse Aufschrei der Raucher bleibt aus

Einer spricht verärgert von «Diskrimierung der Raucher». Die meisten können damit aber gut leben, rechnen jedoch damit, dass es nun noch mehr Raucher geben wird, die wegen fehlenden Aschenbechern die Zigaretten-Stummel ins Gleisbett werfen.

Beim Zugang zum Bahnhof Buchs heisst es: «Zigarette ausdrücken!»

Beim Zugang zum Bahnhof Buchs heisst es: «Zigarette ausdrücken!»

Nichtraucher begrüssen dagegen die Neuerung. Einer fügt aber bei, die Raucher auf den Perrons hätten ihn nicht gestört. «Man ist ja im Freien und muss nicht grad neben einen Raucher stehen.»

«Die Akzeptanz von rauchfreien Bahnhöfen ist hoch»

Für eine aussagekräftige Zwischenbilanz der Neuerung sei es noch zu früh, sagt SBB-Sprecher Martin Meier. Die Akzeptanz der schweizweiten Einführung von rauchfreien Bahnhöfen mit Raucherbereichen sei aber hoch.

Dies führt er auch darauf zurück, dass sich der VöV bewusst für «rauchfreie Bahnhöfe mit Raucherbereichen» und gegen «komplett rauchfreie Bahnhöfe» entschieden habe.

Dieser «Rauchfrei»-Hinweis im Zugang zum Bahnhof Buchs erinnert die Raucher daran, ihren Glimmstängel auszudrücken.

Dieser «Rauchfrei»-Hinweis im Zugang zum Bahnhof Buchs erinnert die Raucher daran, ihren Glimmstängel auszudrücken.

Es werden keine Bussen verteilt

Wer die Nichtraucherbereiche missachtet und dort an einem Glimmstängel zieht, muss nicht mit Bussen rechnen. Das stellt SBB-Sprecher Martin Meier auf Anfrage des W&O fest. Vielmehr hofft man auf die entsprechende Einsicht bei einem Fehlverhalten.

«Reisende, die sich nicht an die Rauchfrei-Regelung halten, werden höflich angesprochen und auf die signalisierten Raucherbereiche auf den Perrons und bei den Zugängen hingewiesen.»

Wer sich dennoch nicht daran halten wolle, könne allerdings im Wiederholungsfall weggewiesen werden – durch die Transportpolizei.

Kein Verbot im neuen Bushof in Buchs

Bei Rheintal Bus ist gemäss Hans Koller, Leiter Markt, der neue Bushof auf dem Bahnhofplatz in Buchs als rauchfreie Zone kein Thema. Das hat zwei Gründe. Er gehört der Stadt Buchs, die demnach eine solche Massnahme beschliessen müsste. Dies müsste auch mit Lie Mobil und Postauto abgesprochen werden, die den Bushof mitbenutzen, sagt Koller.

Beim neuen Bushof auf dem Bahnhofplatz ist das Rauchen noch erlaubt.

Beim neuen Bushof auf dem Bahnhofplatz ist das Rauchen noch erlaubt.

Im Übrigen sind ihm keine Reklamationen von wartenden Reisenden bekannt, die sich durch die Raucher massiv gestört fühlen. Deshalb sieht er aus Sicht von Rheintal Bus/Bus Sarganserland Werdenberg aktuell keinen aktiven Handlungsbedarf für Verbotsmassnahmen.

Raucherbereich wird nicht speziell gekennzeichnet

Die SBB verzichten darauf, die Raucherbereiche an den Zugängen zu den Bahnhöfen und auf den Perrons grosser und mittlerer Bahnhöfe durch Bodenmarkierungen zu kennzeichnen. Man verzichte aufgrund der Vorgaben des Bundesamtes für Verkehr darauf, erklärt Martin Meier.
Die Aschenbecherstellen würden somit den Raucherbereich signalisieren. Der Verzicht auf spezielle Markierungen auf den Perrons soll auch ein Zeichen von Respekt, Toleranz und «Miteinander» sein, führt der SBB-Mediensprecher weiter aus. (ts)

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