Katrin Schulthess ersetzt Daniel Gut im Kantonsrat

Erst seit 2017 ist Katrin Schulthess-Nogler in der Politik, als SP-Gemeinderätin in Grabs. Und nun wird sie, obwohl bei den Wahlen 2016 nur dritte Ersatzkandidatin, neue Kantonsrätin.

Heini Schwendener
Drucken
Teilen
Katrin Schulthess ist SP-Gemeinderätin in Grabs. Sie wird die Nachfolge von Daniel Gut im Kantonsrat antreten. (Bild: www.foto-shooting.ch)

Katrin Schulthess ist SP-Gemeinderätin in Grabs. Sie wird die Nachfolge von Daniel Gut im Kantonsrat antreten. (Bild: www.foto-shooting.ch)

Gestern wurde bekannt, dass der Buchser Stadtpräsident Daniel Gut als Kantonsrat zurücktreten wird. Damit wechselt die Werdenberger SP in der Amtsdauer 2016–2020 ihr Personal im kantonalen Parlament vollständig aus. Im September 2017 hatte nämlich schon Ludwig Altenburger (Buchs) seinen Rücktritt verkündet.

Für Altenburger ist Josef Gähwiler (Buchs) nachgerückt. Gemäss dem Resultat der Kantonsratswahlen 2016 wäre die nächste SP-Kandidatin, die nachrücken könnte, Claudia Billet-Toldo aus Sevelen gewesen. Weil sie aber verzichtet, war die Reihe an Katrin Schulthess-Nogler (Jahrgang 1960) aus Grabs. Sie wird nun also neue Werdenberger Kantonsrätin. Stelle wechseln und Arbeitspensum reduzieren Der W&O hat sie gestern Nachmittag telefonisch auf der Skipiste erreicht. Sie sagte, als sie 2016 das fünftbeste Wahlresultat auf der SP-Liste erreicht habe, hätte sie nie erwartet, in dieser Legislatur Kantonsrätin zu werden. Doch plötzlich wurde sie angefragt, ob sie die Nachfolge von Daniel Gut antreten wolle. Da habe sie schon etwas Bedenkzeit gebraucht.

Viel Arbeit als Gemeinderätin

Sie hatte, als sie auf Anfang 2017 zur Grabser Gemeinderätin gewählt wurde, das Pensum bei ihrem Arbeitgeber auf 80 Prozent reduziert. «Trotzdem bin ich immer stark ausgelastet», sagt Katrin Schulthess-Nogler. Es sei schwierig, neben dem Job auch noch in einer Behörde zu sein, denn die Arbeit für den Gemeinderat beanspruche sie häufig mehr als 20 Prozent. Unter diesen Bedingungen hätte sie nicht auch noch das Kantonsratsmandat übernehmen können.

Doch da hat sich für die Grabserin ein Türchen geöffnet. Sie wechselt ihre Stelle und wird ab 1. März dieses Jahres Case Managerin im Gesundheitsdepartement des Kantons St. Gallen. Die 60-Prozent-Anstellung beim Kanton wird sozusagen ihr Brotjob. So kann sie daneben Grabser Gemeinderätin bleiben und auch noch den Wahlkreis Werdenberg im Kantonsrat vertreten. Dank ihres neuen Jobs konnte Katrin Schulthess-Nogler der SP Werdenberg eine Zusage erteilen.

Politische Senkrechtstarterin

Katrin Schulthess-Nogler legt einen politischen Senkrechtstart hin: Vor 2017 hatte sie noch nie ein politisches Amt inne, dann schaffte sie den Sprung in den Gemeinderat im ersten Anlauf. Und nun, etwas mehr als zwei Jahre später, wird sie bereits Kantonsrätin. Das höre sich tatsächlich nach einer steilen Karriere an, sagt sie lachend, so habe sie das noch gar nie gesehen. «Auf jeden Fall freue ich mich auf diese neue Aufgabe», meint die Grabserin, verabschiedet sich und geniesst bei Kaiserwetter wieder die Skipisten.

Vor vier Jahren hatte Claudia Billet-Toldo aus Sevelen 81 Stimmen mehr als ihre Grabser Parteikollegin. Nachrücken in den Kantonsrat wollte sie aber nicht. Claudia Billet-Toldo ist ebenfalls Gemeinderätin und arbeitet daneben noch zu 60 Prozent. Ein weiteres Mandat hätte ihr Fuder überladen, ist die Sevelerin überzeugt. Sie leitet das Ressort Alter, das mit dem Betagtenheim-Neubau besonders gefordert ist.