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Katerstimmung im Sägemehl

Die Jahresbilanz der Rheintal-Oberländer Schwinger mit lediglich neunmal Eichenlaub entspricht nicht den Vorstellungen – wohl auch nicht denjenigen der Aktiven.
Erfolgreicher Nachwuchs: Johannes Eggenberger (hinten) vom Grabserberg konnte sich gleich mehrere Kategoriensiege erschwingen. (Bilder: Emil Bürer)
Geschafft: Kjetil Fausch (Schwingklub Wartau) konnte am Thurgauer Kantonalen sein erstes Eichenlaub erschwingen.
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Katerstimmung im Sägemehl

Höhepunkt des vergangenen Schwingerjahres aus Ostschweizer Sicht war zweifellos der Jubiläums-Schwinget «125 Jahre Nordostschweizer Schwingerverband» Ende Juni in Herisau und der Schwägalp-Schwinget Mitte August bei schönstem Festwetter und mit der Rekordkulisse von 15450 Zuschauern am Fusse des Säntis. Ganz an der Spitze gab es wenig neue Gesichter. Aus Ostschweizer Sicht sind es der Thurgauer Youngster Samuel Giger (19 Jahre) und der Bündner Armon Orlik (23), die den Ton angeben, dazu der zuverlässige Toggenburger Routinier Daniel Bösch (30).

Mit lediglich 52 Saisonkränzen fiel die St. Galler Bilanz schlecht aus wie seit über mehr als 50 Jahren nicht mehr. Kein Vergleich zum Rekordjahr 2008 mit 101 Kränzen. Die interne Hitliste der St. Galler nach Anzahl Eichenlaub wird angeführt von Bösch mit acht Kränzen.

Zahl der Kranzerfolge ging merklich zurück

Wie im Kantonalverband fällt das Fazit im Rheintal-Oberländischen Schwingerverband ebenso ernüchternd aus. Insgesamt konnten sich die Rheintal-Oberländer neun Kranzerfolge (Vorjahr 14) erschwingen, so wenige wie seit rund acht Jahren nicht mehr. Die Verletzungshexe verhinderte einmal mehr eine noch bessere Ausbeute. Mit Edi Bernold und Marco Good fehlten zwei wichtige Stützen während der ganzen Saison. Dazu fiel nach hoffnungsvollem Saisonstart auch Christian Bernold aus.

Mit dreimal Eichenlaub steht einmal mehr Routinier Ruedi Eugster an der Spitze der internen Hitliste. Mit nunmehr 47 Schwingerkränzen ist Eugster der mit Abstand erfolgreichste Aktive des Rheintal-Oberländischen Schwingerverbandes der letzten Jahre. Dahinter folgt das Duo Christian Bernold (22 Jahre) und Kjetil Fausch (23) vom SK Wartau mit zweimal Eichenlaub. Fausch bewerkstelligte seinen überhaupt ersten Kranzgewinn Anfang Saison am Thurgauer Kantonalen und konnte diesen am St. Galler Kantonalen bestätigen.

Erfreulich die Bestätigung des erst 19-jährigen Michael Bernold am Thurgauer Kantonalen. Ebenso erfreulich der Kranzgewinn durch Reto Schlegel (21) am St. Galler Ehrentag in Tübach.

Nachwuchs sorgte für viele Glanzresultate und Zweige

Auch im Rheintal-Oberländischen Schwingerverband wird ein besonderes Augenmerk auf die Förderung des Nachwuchses gelegt. Insgesamt 80 Zweige, davon sechs NOSV-Doppelzweige und 74 Kantonalzweige sowie zehn Kategoriensiege, sind das Resultat der Arbeit im Nachwuchsbereich.

Das 15. NOSV-Nachwuchsschwingfest fand Mitte Juni in Weinfelden statt. Dabei erschwang sich der Melser Nachwuchs durch Jan Mannhart, Urban Raschle und Samuel Rüegg drei Doppelzweige. Mit Janosch Kobler, Remo Schmid (Marbach) und Gian Schmid (Lüchingen) konnten auch drei Mittelrheintaler Jungs den begehrten Doppelzweig in Empfang nehmen. Mit Remo Schmid, Jan Mannhart und Urban Raschle konnte sich ein Rheintaler Trio für den nur alle drei Jahre stattfindenden Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag, der heuer in Landquart stattfand, qualifizieren. Dies allein bedeutete schon eine grosse Hürde und alle drei mussten erkennen, dass noch einiges zu tun ist, um national mithalten zu können.

Johannes Eggenberger (Jahrgang 2009) vom Grabserberg siegte am Bündner und St. Galler Kantonalen des Nachwuchses, Thomas Kern aus Balgach (Jahrgang 2006) am Glarner Kantonalen. An Schwingfesten ohne Zweigabgabe gewann Johannes Eggenberger gleich fünfmal in seiner Alterskategorie, ebenso zweimal Andreas Stauffacher (Jahrgang 2005) aus Mels. Nach Anzahl Zweigen stehen Jan Mannhart und Urban Raschle (beide SK Mels) sowie das Mittelrheintaler Trio Gian Schmid, Sandro Eugster und Johannes Eggenberger mit je fünf Zweigen an der Spitze der internen Hitliste.

Verbandsschwingfest als Höhepunkt

Zum zweiten Mal nach 2005 fand das Rheintal-Oberländische Verbandsfest in Thal statt. Das hochkarätige Teilnehmerfeld mit neun Eidgenossen, angeführt von Armon Orlik und Samuel Giger, zeigte den rund 2700 Zuschauern offensiven und meist attraktiven Schwingsport. Im Schlussgang der beiden Eidgenossen Orlik und Domenic Schneider gelang es Orlik nach 5:25 Minuten, einen Kurzversuch Schneiders zu kontern und den Thurgauer ins Sägemehl zu befördern. Für Orlik bedeutete dies nach 2016 und 2017 den dritten Sieg in Serie.

Rund 1250 Zuschauer verfolgten Anfang Juni bei sommerlichen Temperaturen den Rheintal-Oberländischen Buebeschwinget bei der Talstation Tannenboden in Flumserberg. Der Nachwuchs bis hin zu den Knirpsen wusste mit attraktiven Gängen, angriffiger Schwingerarbeit und teils schon recht ausgefeilter Technik zu gefallen. Die Rheintal-Oberländer Buebe konnten sich dabei 19 Auszeichnungen erschwingen. (eb)

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