Karton-Gebühr mit Kässeli in Buchs: «Die meisten Kunden bezahlen»

Eggenberger Recycling vertraut bei der Karton-Gebühr auf das Ehrlichkeitsprinzip und fährt gut damit.

Katharina Rutz
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Die Kunden der Eggenberger Recycling AG nehmen die Karton-Gebühr ernst und zahlen die 10 Rappen pro Kilogramm ins «Kässeli».

Die Kunden der Eggenberger Recycling AG nehmen die Karton-Gebühr ernst und zahlen die 10 Rappen pro Kilogramm ins «Kässeli».

Bild: Hanspeter Bärtschi

Seit Dezember kostet die Entsorgung von Altkarton im Recyclingegge der Eggenberger Recycling AG zehn Rappen pro Kilo. Dies löste einige Reaktionen in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Buchs (Buxx) wenn ...» aus. Es wird immer über Sinn oder Unsinn der Gebühr diskutiert. Inzwischen haben auch Medien wie «20 Minuten» und «Blick» das Thema aufgenommen.

Aber wird die Gebühr rund um die Uhr zugänglichen Recyclingegge in Buchs überhaupt bezahlt? Oder sehen es die Kunden eher wie ein Facebook-Nutzer bemerkt: «Wer das bezahlt, ist selber schuld»?

Recycling muss sich für Unternehmen lohnen

«Zum jetzigen Zeitpunkt können wir sagen, dass sich die meisten Kunden daran halten. Wir vertrauen dabei auf das Ehrlichkeitsprinzip unserer Kunden», sagt Bernhard Tschann, Mediensprecher der Eggenberger Recycling AG. Dass der Altkarton nun wieder vermehrt bei den Gemeindesammeltouren mitgegeben wird, ist sich das Recyclingunternehmen laut Tschann bewusst:

«Hier ist zu unterschieden, dass wir ein in der Privatwirtschaft tätiges Unternehmen sind. Wenn die Kosten zum Recycling für uns bei weitem höher sind als die Einnahmen, können wir das Modell nicht weiterführen.» 

Bei der Eggenberger Recycling AG werden jährlich rund 2300 Tonnen Karton wiederverwertet. Abnehmer sind Unternehmen in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Die Gebühr wurde nötig, da ein grosses Überangebot in Europa bestehe. Deshalb sei der Preis in den letzten Monaten immer weiter gefallen und der Recyclingegge konnte «bei weitem nicht mehr kostendeckend» betrieben werden. Vor allem der Stopp beim Import von gewissen Recyclingmaterialien vor drei Jahren in China sei der Grund für das aktuelle Überangebot im europäischen Markt. «Das anfallende Überangebot muss nun vom europäischen Markt mit höheren Kosten aufgefangen werden», sagt Bernhard Tschann.

Kupfer hat aktuell einen hohen Marktwert

Die Eggenberger Recycling AG teilt ihre Geschäftstätigkeit in die Bereiche Eisen, Nicht-Eisenmetalle und Wertstoffe ein. Während sich die Situation im Papier- und Kartonbereich wahrscheinlich nicht verbessern werde, sei der Preis für Glas «mehr oder weniger stabil, da Angebot und Nachfrage sich die Waage halten», so Tschann. Für Glaswerke lohne sich beispielsweise der Einsatz von Altglas, da dadurch im Produktionsprozess Energie gespart werde.

Der Eisenbereich habe sich beruhigt und zeigt laut Bernhard Tschann wieder eine positive Tendenz. «Bei den Nicht-Eisenmetallen ist die Situation nach wie vor positiv. Beim Kupfer sind wir zum Beispiel gerade auf einem relativ hohen Marktwert.»

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