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Kanton St.Gallen stellt höhere Hürden für Zugang zu BMS Liechtenstein auf

Eine Massnahme des Kantons St.Gallen erschwert es künftig den Schülern aus der Schweiz erheblich, die BMS Liechtenstein zu besuchen.
Jessica Nigg
Auch Lernende aus dem Kanton St. Gallen besuchen die BMS Liechtenstein. (Bild: Coralie Wenger)

Auch Lernende aus dem Kanton St. Gallen besuchen die BMS Liechtenstein. (Bild: Coralie Wenger)

Die Berufsmaturitätsschule Liechtenstein (BMS) stösst nicht nur bei einheimischen Schülern auf Interesse, sondern auch bei Bewerbern von der anderen Seite des Rheins. Derzeit kommen von 150 Schülerinnen und Schülern der BMS Liechtenstein rund 40 Prozent (61 Schüler) aus dem Kanton St.Gallen. Für diese Beliebtheit gebe es mehrere Gründe, erklärt der Direktor der BMS Liechtenstein, Reinhard Sachs. «Es steht ein erweitertes Angebot zur Verfügung. So ist nach Abschluss der BMS der Zugang sowohl zur Universität Liechtenstein als auch zu allen Universitäten in Österreich offen.» Ein weiterer Grund für Studierende aus dem Kanton St.Gallen, die BMS Liechtenstein zu besuchen, sei die höhere Lektionenzahl.

«Bei uns sind es insgesamt 1740 Lektionen - rund 300 mehr als in Schweiz.»

Diese Zahl schlage sich vor allem im Unterricht der Fächer Deutsch und Mathematik nieder. Dass in Liechtenstein kein Französisch auf dem Stundenplan stehe, hält Sachs nicht für ausschlaggebend, die BMS in Liechtenstein zu absolvieren.

Keine Kostengutsprachen mehr ohne Begründung

Weil der Kanton St. Gallen in diesem Jahr das Fürstentum Liechtenstein den Mitgliedskantonen des Regionalen Schulabkommens RSA EDK-Ost gleichgestellt hat, streicht er für das Schuljahr 2020/21 Lernende aus St. Gallen die Kostengutsprachen (16100 Franken) grundsätzlich, wenn sie die Berufsmaturitätsschule Liechtenstein (BMS) besuchen wollen. Der Kanton zahlt für die Ausbildung nur noch, wenn aufgezeigt werden kann, «dass die Ausbildung im Kanton St. Gallen nicht durchgeführt wird oder der Besuch, z. B. aufgrund der Anfahrtszeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, unzumutbar wäre.» Der Besuch der Liechtensteiner BMS ist damit zwar nicht in jedem Fall verunmöglicht, aber verkompliziert.

Ab dem nächsten Jahr könnten somit merklich weniger Lernende mit «stipendienrechtlichem Wohnsitz im Kanton St. Gallen» die Berufsmaturi­tät in Liechtenstein ablegen. Reinhard Sachs will dem Kanton St. Gallen aber keine Vorwürfe machen, sondern betont die bisherige gute Zusammenarbeit. Gegenüber dem W&O bedauert er jedoch die Entscheidung aus Sicht der Bewerberinnen und Bewerber, deren Berufsbildungs-Auswahl sich damit einschränke. «Eine gute Ausbildung ist wichtig, man sollte das Ganze nicht verkomplizieren», sagt er.

Auswirkungen noch nicht abschätzbar

Die Schweizer Schüler ganz abschreiben will der BMS-Direktor nicht: «Wie viele von den Bewerberinnen und Bewerber für das Schuljahr 2020/21 eine Kostengutschrift des Kantons St. Gallen erhalten werden, kann ich nicht prognostizieren», so Sachs. Erst wenn die tatsächlichen Schülerzahlen nach Anmeldeschluss im kommenden Februar bekannt sind, wird sich zeigen, wie gross der Einfluss der kantonalen Entscheidung auf die BMS Liechtenstein ist und ob in der Folge sogar Stellen abgebaut werden müssen.

Cornel Berger, Abteilungsleiter BM am Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs (BZB), betont die weiterhin gute Zusammenarbeit mit Liechtenstein. Von Gewinner- oder Verliererseite will er nicht sprechen, auch wenn sich die Berufsmaturitätschulen im Kanton, darunter auch am BZB, sich auf höhere Schülerzahlen einstellen dürfen.

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