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Kanti Sargans: Abtretender Rektor gibt Fehler zu – Vertrauen in ihn bleibt aber bestehen

Gegen den Rektor der Kanti Sargans, Stephan Wurster, sind in den letzten Jahren zwei Strafbefehle erlassen worden. Wurster gestand ein, «Fehler gemacht zu haben». Diese seien seiner Meinung nach aber nicht so gravierend, dass er sein Amt als Rektor nicht mehr ausführen könne. Der Kanton sieht das ebenfalls so – und stärkt ihm den Rücken.
Reto Vincenz

Dieser Artikel erschien zuerst im «Sarganserländer».

Der Rektor der Kantonsschule Sargans tritt nach 19 Jahren zurück. Sein Rücktritt erfolgt auf eigenen Wunsch und hat keinen Zusammenhang mit den Rechtsfällen, sagt das St.Galler Bildungsdepartement. (Bild: KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Der Rektor der Kantonsschule Sargans tritt nach 19 Jahren zurück. Sein Rücktritt erfolgt auf eigenen Wunsch und hat keinen Zusammenhang mit den Rechtsfällen, sagt das St.Galler Bildungsdepartement. (Bild: KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Wurster bestätigte damit mindestens in Teilen den Inhalt eines E-Mails, das am Mittwoch an verschiedene Adressaten geschickt worden ist und auch dem «Sarganserländer» vorliegt.

Im E-Mail wurde unter anderem behauptet, dass gegen Wurster in den letzten Jahren zwei rechtsgültige Strafbefehle erlassen worden sind und dass es der Rektor mindestens in einem Fall unterlassen hatte, seinen Arbeitgeber, den Kanton St.Gallen, darüber zu orientieren. Auch das wurde von Wurster bestätigt.

Zwei unabhängige Fälle

Wie Wurster im Interview ausführt handle es sich bei den Verurteilungen um zwei Fälle, die nicht miteinander in Verbindung stünden.

Betroffen ist gemäss dem Sarganser einerseits seine Tätigkeit als Verwaltungsrat eines privaten Unternehmens, bei der es im Rahmen eines Rettungsversuches zu «juristisch falschen Entscheidungen gekommen ist». Dieser Fall sei 2015 abgeschlossen worden und tangiere die Kantonschule nicht.

Ausschliesslich Amtsgeheimnisverletzung

Andererseits geht es um die Vorfälle bezüglich eines früheren Mathematiklehrers der Kanti, der breite Beachtung in den Medien fand. Der Lehrer hatte gegen den Rektor Mobbingvorwürfe erhoben und 2014 ein Strafverfahren wegen Amtsgeheimnisverletzung und Amtsmissbrauchs angestrengt. Später wurde er entlassen. Bisher war nicht bekannt, ob und wie das Verfahren vor Gericht geendet hatte.

Wie Wurster am Donnerstag sagte, habe das Untersuchungsamt St.Gallen am 5. November «gegen die wesentlichen Vorwürfe» (Amtsmissbrauch, Verletzung des Datenschutzgesetzes) eine Einstellungsverfügung erlassen. Lediglich im Zusammenhang der Amtsgeheimnisverletzung sei ein Strafbefehl erlassen worden. Diesen habe er akzeptiert, «um die Sache endlich abschliessen zu können».

Allerdings habe der Mathematiklehrer gegen die Verfügung bei der Anklagekammer Beschwerde eingereicht, womit der Fall noch immer hängig sei.

Kanton hält am Rektor fest

Auf Nachfrage bestätigte auch das Bildungsdepartement die Darstellungen von Stephan Wurster zu den Hintergründen der beiden Strafbefehle. Diese lägen dem Kanton vor. Tina Cassidy (Leiterin Amt für Mittelschulen) hielt fest, dass Wurster den Kanton rund um den Fall des ehemaligen Mathematiklehrers «laufend und transparent informiert» habe. Was das zweite Urteil betrifft, sagte Cassidy, dass Wurster den im 2015 erlassenen Strafbefehl erst am 5. März 2019 gegenüber dem Kanton St.Gallen kommunizierte.

Da sein damaliges Fehlverhalten allerdings keine Auswirkung auf die Ausführung seines Amtes als Rektor gehabt habe, sei man zum Schluss gekommen, dass er den Kanton aus juristischer Sicht nicht habe informieren müssen. Gleichwohl habe man ihm nun mitgeteilt, dass genau das erwartet worden wäre. Wurster sehe dies ebenfalls so und habe sich entschuldigt. Damit sei diese Unterlassung für den Kanton erledigt.

Weiter sagte Cassidy, dass der Erziehungsrat bei der Wiederwahl im 2016 über das laufende Verfahren rund um den Mathematiklehrer im Bilde gewesen sei und Wurster damals das Vertrauen ausgesprochen habe. Daran habe sich bis heute nichts geändert. Cassidy betonte, dass der Entscheid zum Rücktritt als Rektor per Sommer 2020 einzig von Stephan Wurster getroffen worden sei. Der Schritt erfolge auf eigenen Wunsch, es gebe keinen Zusammenhang mit den Rechtsfällen.

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