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Kanadische Bäume ausrotten

Entlang der Simmi stehen kanadische Pappeln und einheimische, aber nicht standortgerechte Fichten, deren Rinde teilweise entfernt wurde. Die Förster haben dies bewusst so gemacht, weil Fällen nichts nützen würde.
Alexandra Gächter
Ungefähr 40 Bäume entlang der Simmi werden im Zuge der Renaturierung geringelt und gefällt. (Bild: PD)

Ungefähr 40 Bäume entlang der Simmi werden im Zuge der Renaturierung geringelt und gefällt. (Bild: PD)

Ein Kunstwerk? Oder Vandalismus? Diese Frage stellten sich einige Spaziergänger, welche an der Simmi, südwestlich der Eisenbahnbrücke, Dutzende Bäume sahen, bei denen ein Teil der Rinde entfernt wurde. Weder Künstler noch Randalierer waren hier am Werk, sondern die Forst-Equipe Gams. «Vergangene Woche haben wir ungefähr 40 Bäume geringelt», sagt Revierförster Martin Lieberherr. Ringeln bedeutet, dass ein paar Zentimeter ab Boden die Rinde einen Meter hoch um den Baum entfernt wird. Der Grund für diese Aktion ist die Renaturierung der Simmi. Diese sieht vor, alle kanadischen Pappeln und nicht standortgerechten Fichten entlang der Simmi auszurotten. «In den 60er-Jahren hat man diese Bäume zu uns geholt, weil sie schnell wachsen und darum für die Holzproduktion lukrativ sind», so Lieberherr.

Standortgerechte Bäume sind wertvoller

Heute jedoch stellt das schnelle Wachstum ein Problem dar. Die kanadischen Bäume nehmen den einheimischen Platz, Licht, Wasser und Nährstoffe weg. Für den Betrachter mag es vielleicht keine Rolle spielen, ob dort ein kanadischer oder ein einheimischer Baum steht, der Schatten und Schutz spendet. Für die Natur hingegen spielt es eine Rolle. «Die kanadischen Pappeln und die nicht standortgerechten Fichten sind für unsere Fauna und Flora nicht so wertvoll. Ziel nach der Renaturierung ist es, einheimische und standortgerechte Baumarten, eine höhere Artenvielfalt, und verschiedene Straucharten zu haben», so Lieberherr.

Wurzel muss vertrocknen, damit Baum stirbt

Aber wieso werden die Kanadischen Pappeln und Fichten nicht einfach gefällt? «Weil dies nichts nützen würde», sagt Revierförster Martin Lieberherr. Fällt man diese Bäume, so können die Wurzeln und der Baumstrunk weiterhin austreiben. Es würden also viele Bäume dieser Sorte nachwachsen und sich immer weiter verbreiten. Um die Bäume auszurotten, muss die Wurzel abgetötet werden. «Schält man die Rinde ab, können keine Nährstoffe von den Blättern in die Wurzel gelangen. So trocknet die Wurzel und damit der ganze Baum aus und stirbt.» Dieser Vorgang dauert je nach Witterung einige Wochen. Die Bäume können sich dabei gelb, rot oder braun verfärben. Im Spätsommer dieses Jahres werden die vertrockneten Bäume voraussichtlich gefällt.

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