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Junger Mann aus Grabs vor dem Kreisgericht: Nach Verfolgungsjagd die richtige Spur gefunden

Nach einer gefährlichen Flucht vor der Polizei wurde ein junger Mann vom Kreisgericht schuldig gesprochen. Er war vollumfänglich geständig.
Reinhold Meier
Der Flüchtende brachte auf der Flucht sich selbst, andere und auch die Polizei in Gefahr. (Archivbld: Susann Basler)

Der Flüchtende brachte auf der Flucht sich selbst, andere und auch die Polizei in Gefahr. (Archivbld: Susann Basler)

Eine hohe Freiheitsstrafe, jedoch zur Bewährung, hat es für einen jungen Mann am hiesigen Kreisgericht gesetzt. Der Grabser war im Drogenrausch ebenso filmreif wie lebensgefährdend durch die Gegend gerast.

Das Auto der Oma entwendet

Die Szenen, die sich im Sommer vor vier Jahren abspielten, dürften den Beteiligten noch heute lebhaft vor Augen stehen. Nur mit Glück waren sie unverletzt davongekommen.

Auslöser war ein damals 24-Jähriger, der sich im Drogenrausch das Auto seiner Oma in der Region Werdenberg geschnappt hatte. Es war zwar nicht eingelöst und er selbst hatte auch keinen Ausweis.

Mehrere gefährliche Szenen auf der Flucht

Darum schraubte er einfach das Kennzeichen eines in der Nähe stehenden Hängers ab und fuhr trotzdem los. Später jedoch fiel er damit einer Polizeipatrouille auf, weil das vordere Nummernschild fehlte. Als die Beamten ihn kontrollieren wollten, gab der Mann Gas und raste davon.

Die Polizei verlor zunächst den Anschluss, erhielt aber kurz darauf das Telefon eines Securitas-Mitarbeiters. Der hatte entdeckt, dass ein fremdes Auto auf seinem Firmenareal eine Barriere durchbrochen hatte. Die Polizei zählte Eins und Eins zusammen und traf den Flüchtenden tatsächlich in der Nähe wieder an. Der gab erneut Vollgas.

Mit Blaulicht und Sirene gings zunächst innerorts mit über Tempo 100 hinter dem rasant Flüchtenden her. Der Mann hielt sich weder an Tempolimits noch an Sicherheitsstreifen und geriet mehrfach vollständig auf die Gegenfahrbahn.

Bei Rot in Baustelle gerast und viel Glück gehabt

In einer Baustelle überfuhr er sogar ein Rotlicht. Zwei Töfffahrer, die ihm entgegenkamen, mussten reflexartig aufs Trottoir ausweichen, um eine Kollision zu vermeiden. Die einschlägigen Videoaufnahmen liessen einem durchaus die Haare zu Berg stehen, wie es bei Gericht hiess.

Auch der Flüchtende selbst geriet im Laufe der Verfolgungsjagd mehrfach auf den linken Randstein. Schliesslich blieb er mit plattem Reifen liegen und konnte schliesslich festgenommen werden.

Alkohol und Drogen nachgewiesen

Eine Untersuchung hat ergeben, dass er zum Zeitpunkt der Fahrt 1.4 Promille Alkohol im Blut hatte. Schwerer noch wog aber der Umstand, dass er auch auf Methadon und Kokain positiv getestet wurde. Die Werte lagen um das 10- bis 30-fache über den Grenzwerten. Zudem fanden die Beamten im Auto weitere Drogen, Kokain und Marihuana.

Kaum ins Gewicht fiel da ein Hausfriedensbruch bei einer Coop-Filiale. Hier hatte er trotz Hausverbot eine Fruchtwähe gekauft und gleichzeitig ein Schinkensandwich geklaut.

Geklärt und stabil und vollumfänglich geständig

In rechtlicher Hinsicht schlug so im Wesentlichen der Verbrechens-Tatbestand der mehrfachen groben Verkehrsregelverletzung zu Buche. Er bedroht Täter mit bis zu vier Jahren Haft, wenn sie vorsätzlich ein hohes Risiko eingehen, Menschen durch rücksichtsloses Fahren schwer zu verletzen oder gar zu töten. Dies war hier auf beiden Seiten unstrittig.

Der Angeklagte zeigte sich von Anfang an vollumfänglich geständig. Seine Drogensucht hat er derweil im Griff, er bezieht sogar weiterhin fachliche Beratung. Auch die Lebensumstände des inzwischen Verheirateten sind inzwischen geklärt und stabil. Er hinterliess an Schranken einen sehr guten Eindruck und zeigte sich auf gutem Weg.

Gute Aussichten und bedingte Freiheitsstrafe

Bei einem Arbeitgeber, der seine geleistete Arbeit sehr schätzt, konnte er eine Lehre beginnen, und das bei vollem Lohn, derweil schon erfolgreich im zweiten Lehrjahr. So stand einer speditiven Zustimmung zum Urteilsvorschlag der Anklage nichts mehr im Weg.

Der Mann erhielt eine Freiheitsstrafe von 21 Monaten und eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen, beide jeweils bedingt ausgesetzt bei einer dreijährigen Bewährungszeit. Eine Busse von 1000 Franken sowie Verfahrenskosten in Höhe von 5500 Franken werden hingegen direkt fällig, ebenso die Kosten für seinen amtlichen Verteidiger.

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