«Jedes Buchser Kind soll einmal ins Skilager dürfen»

Skilager haben eine lange Tradition. Nach einem Urteil des Bundesgerichts müssen Eltern nur 16 Franken pro Tag bezahlen. Für die Schulen in der Region ist das kein Problem.

Ursula Wegstein
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Lager ermöglichen ein gemeinschaftliches Erlebnis ausserhalb des Schulzimmers. (Bilder: Bergbahnen Wildhaus AG)

Lager ermöglichen ein gemeinschaftliches Erlebnis ausserhalb des Schulzimmers. (Bilder: Bergbahnen Wildhaus AG)

Vielleicht war Skifahren einmal eine Art kleines Nationalheiligtum. Jedenfalls sollten die Kleinen mit Skilagern für den Schneesport begeistert werden. Dass die Eltern dafür nicht mehr als 16 Franken pro Lagertag zahlen sollen – wie das Bundesgericht im Dezember 2017 entschieden hat – bringt die Schulgemeinden in der Region nicht in die Zwickmühle.

«In Buchs ist es politisch gewollt, dass jedes Schulkind während seiner obligatorischen Schulzeit mindestens einmal in den Genuss eines Skilagers kommt», sagt Rektorin Marina Lazzarini. Entweder in der Primar- oder in der Sekundarschule. Ein Skilager biete jedem die Chance, etwas Neues auszuprobieren. Grundsätzlich steht es in der Freiheit der einzelnen Lehrperson, ob sie in der sechsten Primarklasse ein Sommer- oder Winterlager organisiert. Eine Kostenfrage sei das jedenfalls nicht.

Budget für Ausflüge, Reisen und Anlässe

Jeder Schuleinheit stehe ein Budget für Schulreisen und Ausflüge zur Verfügung. Die sechste Klasse der Schuleinheit Räfis geht auch dieses Jahr nach Churwalden ins Skilager. «Wir machen das wie immer», sagt Schulleiter Marcel Bärlocher. Vielleicht fragten die Lehrkräfte beim Preis noch einmal nach. Ein Verhandlungskünstler müsse man dennoch nicht werden. Von «Go Snow» würden die Schulen zudem gut unterstützt. In den Schulen Grof und Kappeli fahren die sechsten Klassen in diesem Jahr in ein Sommerlager. «Das hat aber nichts mit den Kosten zu tun», so Schulleiter Patrick Lenherr. Im Gegenteil: Die Schulen bekämen Spezialangebote.

Anders ist die Situation in Grabs: «Skilager für die Grabser Schüler gibt es generell nicht», sagt Schulratspräsident André Fernandez. Der Hintergrund ist, dass die Liftanlagen in Wildhaus zum Teil auf Grabser Boden stehen und darum die Ortsgemeinde Grabs einen Teil des Gewinns aus dem Liftbetrieb ausbezahlt bekommt. Anstelle eines Skilagers sponsert die Ortsgemeinde Grabs aus diesen Mitteln zwei Skitage für alle Grabser Schüler von der 3. Primarschulklasse bis zur dritten Oberstufe.

Speziell ist die Situation auch in Gams: «Alle Skilager finden in Flims statt», sagt Schulratspräsident Matthias Wettstein. «Im Ferienheim Crap la Foppa, Flims, das früher der Schule und inzwischen einer Stiftung gehört, können wir die Schulklassen zu guten Konditionen unterbringen.» Zudem finanziere die Ortsgemeinde jedem Gamser Schulkind ein Saisonabonnement.

Nach Wildhaus kommen Klassen aus der ganzen Deutschschweiz.

Nach Wildhaus kommen Klassen aus der ganzen Deutschschweiz.

Oberdorf bietet «Premium-Paket»

«Von Sparzwang merken wir wenig», sagt Jürg Schustereit, Bergbahnen Wildhaus AG «Wir sind sogar besser gebucht, als vergangenes Jahr. Für Schulklassen bietet die Bergbahnen Wildhaus AG ein Komplett-Angebot im Berggasthaus Oberdorf, das über 100 Betten verfügt. Dort übernachten die Schüler in modernen Mehrbett-Zimmern und erhalten Vollpension. Weitere Extras wie Skischulunterricht oder Ausflüge in die Region lassen sich dazu buchen. Die Übernachtung inklusive Vollpension und Getränke (Wasser und Sirup) kosten pro Kind bis 15 Jahre 55 Franken, ab 16 Jahren und für Lehrpersonen 60 Franken. «Für ein Schneesportlager kommen Schulklassen aus der ganzen Deutschschweiz ins Toggenburg», so Schustereit weiter. Meist buchten die Schulgemeinden gleich für das nächste Jahr.

Neben den Übernachtungskosten fällt noch Kurtaxe von 1.50 Franken pro Tag an. Der Vier-Tages-Skipass kostet 98 Franken für Schüler bis 15 Jahre und 160 Franken ab 16 Jahren. Im Vergleich zu anderen Skilager-Konzepten in Massenlagern oder mit Eltern, die das Kochen übernehmen, klassifiziert Schustereit das Angebot der Bergbahnen Wildhaus als «Premium-Angebot». «Es hängt einfach davon ab, ob sich das die einzelne Schulgemeinde leisten kann und will», sagt der Marketing-Leiter.