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Im Projekt der Scuola Vivante zählt jede Robbe

Die Sekundarstufe I der Scuola Vivante reiste nach Griechenland. Dort erlebte sie, wie die Organisation Archipelagos eine bedrohte Tierart zu retten versucht.
Hanspeter Thurnherr
Gastgeberin Aliki Panou als erfahrene Meeresbiologin brachte den Schülern Natur, Geschichte und Menschen von Kefalonia näher. (Bilder: PD)

Gastgeberin Aliki Panou als erfahrene Meeresbiologin brachte den Schülern Natur, Geschichte und Menschen von Kefalonia näher. (Bilder: PD)

Alles begann mit dem Besuch der griechischen Meeresbiologin Aliki Panou in der Schule. In einem Vortrag berichtete sie über die Arbeit von Archipelagos (www.archipelagos-org.eu) auf der griechischen Insel Kefalonia und über die bedrohte Mittelmeermönchsrobbe, die dort in einsamen Meereshöhlen dank der Arbeit der Organisation bisher überlebte. Berührt von den Ausführungen wollten die Schüler helfen, wie sie dem W&O bei einem Besuch in der Schule erklärten. Aus einer Wanderung auf dem Jakobsweg machten sie einen Spendenlauf für Archipelagos. Als Dankeschön lud Aliki die Schüler ein, auf einer Bildungsreise Kefalonia zu besuchen und so aus erster Hand mehr zu erfahren, was mit ihrer Spende passiert.

Website zur Dokumentation

Die elf Schüler waren begeistert und begannen, sich intensiv auf die Reise vorzubereiten. Jeder wählte individuell Themen zur Vertiefung aus. Diese reichten von Meeresbiologie, Fischfang und griechischer Mythologie über Kochrezepte, Schrift und Sprache, bis zu Architektur und Geschichte. Gemeinsam wurde eine Website erstellt, um das Projekt zu dokumentieren. Die Gruppe setzte sich damit auseinander, wie sie die Reise gestalterisch und filmisch dokumentieren können. Da gehörten beispielsweise Kamerakurse dazu.

Die Schüler starteten eine neue Spendensammlung, mit dem Ziel, 20000 Franken zusammenzubringen. Damit sollen Kameras in Meereshöhlen eingerichtet werden. Mit den damit gesammelten Daten, zum Beispiel über die Zahl der Robben, können unter anderem die Einrichtung von neuen Schutzzonen um die Höhlen begründet werden. Die Schüler schrieben Spendenbriefe an Firmen und Stiftungen, kreierten Flyer und Plakate in verschiedenen Sprachen, setzten sich mit Finanzbuchhaltung auseinander und «putzten Klinken» bei Firmen, Geschäften und Bekannten. Die Sammlung wird bis auf weiteres fortgesetzt. Aktuell ist gut die Hälfte der Summe beisammen.

Besonders spannend war es, die fantastische Welt unter Wasser zu entdecken.

Besonders spannend war es, die fantastische Welt unter Wasser zu entdecken.

«All diese Aktivitäten zeigen, wie wir in der Scuola Vivante arbeiten: projektbezogen und fächerübergreifend», erläutert Klassenlehrer Niklas Weber. Eine Herausforderung war auch die Finanzierung der Reise. Dazu engagierten sich die Schüler auf vielfältige Weise: mit Arbeiten in der Freizeit, gemeinsamer Arbeit im Wald, dem Verkauf handgepflückter Kräuter aus Griechenland und selbstgemachter gebrannter Mandeln. Auch die Eltern leisten Beiträge.

Auf Kefalonia Eindrückliches erlebt

Dann war das grosse Abenteuer da. Am 24. April reisten die Schüler für neun Tage nach Kefalonia. Einzelne Schüler waren überrascht, wie gross und gebirgig die Insel ist, wie schlecht die Strassen sind, wie viele Ziegen und streunende Katzen dort leben, oder dass Aliki so vieles über die Insel und das Meer weiss. «Die Menschen waren sehr freundlich und offen», waren sie sich einig. Klar, denn Aliki fungierte als Türöffner. Die Schüler erlebten, dass sie bei den Einwohnern sehr bekannt und beliebt war, weil sie seit Jahrzehnten alle über die Mönchsrobben informiert. Sie zeigte den Schülern von den Robben verlassene Höhlen, denn bewohnte Höhlen zeigen die Forscher nie, um die seltenen Tiere vor den Menschen zu schützen. Die Meeresbiologin zeigte den Schülern auch die fantastische Welt unter Wasser. Da war Schnorcheln angesagt. Aliki brachte den Schülern die Insel, ihre Geschichte und Natur näher. Bei den Begegnungen mit Einheimischen dienten Englisch und ein paar Brocken Griechisch der Verständigung.

Jeden Abend hielten die Schüler das Erlebte auf ihrem Blog, im Tagebuch oder im Film-«Tagebuch» fest. Es wurde dabei geschrieben, gemalt, gezeichnet, Fotos und Filmmaterial sortiert. Doch in den Köpfen der Schüler sind auch viele andere eindrückliche Erlebnisse und Begegnungen für immer festgeschrieben. Sie haben nicht nur gelernt, dass jede Robbe zählt, sondern auch, dass ihr Einsatz für die Welt viel bewirken kann.

Hinweis

www.kefaloniavivante.com; Spendenkonto «Verein Scuola Vivante, 9470 Buchs, IBAN CH87 0900 0000 9001 1483 3, Vermerk: «Archipelagos»

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