Jahresrückblick
Saisonhöhepunkte fand vor Zuschauern statt: Ein bewegtes Schwingerjahr ging zu Ende

Erst durfte nicht geschwungen werden, dann war es nur für den Nachwuchs erlaubt, ehe am Ende (fast) alles beim Alten war.

Reto Voneschen
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Samuel Giger beim würdigen Saisonende in Mels.

Samuel Giger beim würdigen Saisonende in Mels.

Reto Voneschen

Vor einem Jahr war die Bilanz über das Schwingerjahr 2020 rasch gezogen: «Ein Jahr zum Vergessen», schrieb Chronist Emil Bürer treffend, dazu passte das Bild der leeren Tribüne eines Festes. Der fiese Virus legte den Schwingsport auch noch zu Beginn dieses Jahres lahm. Mehr als persönliches Training im Kraftraum oder auf dem Vita-Parcours war für die Schwinger nicht möglich.

Ein erster Lichtblick war die Erlaubnis für die U20-Schwinger, ab dem 1. März mit dem Training zu beginnen. Ende April war dies – unter Auflagen – auch für die restlichen Schwinger erlaubt. Lange war aber unklar, ob und wenn ja, in welcher Form, Schwingfeste durchgeführt werden können. Mit den Lockerungen des Bundes ab 1. Juli zeichnete sich dann aber eine Morgenröte im Schwingsport ab. Die ersten Kranzfeste fanden zwar noch vor leeren Rängen statt, je länger die Saison dauerte, umso voller wurden die Tribünen.

Würdiges Saisonende für Samuel Giger

Der Saisonhöhepunkt, das 17. Kilchberger Schwingfest, wurde vor 6000 geladenen Zuschauern ausgetragen. Es passte zur ganz besonderen Schwingsaison, dass erstmals drei Sieger ausgerufen wurden. NOS-Aushängeschild und Saisondominator Samuel Giger nach dem Gewinn des Schlussganges als Sieger 1a sowie die punktgleichen Damian Ott (NOSV) und Fabian Staudenmann (BSV) als 1b und 1c. Für Samuel Giger ein würdiges Saisonende. Acht Siege fuhr der 23-Jährige ein.

Auch beim regionalen Höhepunkt stand der Zwei-Meter-Hüne im Mittelpunkt: Mitte September gewann Giger das 125. Nordostschweizer Teilverbandsfest in Mels. Zum vierten Mal war Mels Gastgeber des NOS-Verbandsfestes. Mehrere Male musste dieses verschoben werden, doch dies lohnte sich. Am 12. September passte alles auf dem Festplatz, wo normalerweise die Siga durchgeführt wird. 6200 Zuschauer sahen besten Schwingsport und ein würdiges Rahmenprogramm «wie einst». Höhepunkt aus regionaler Sicht war dabei der erste Teilverbandskranzgewinn von Marco Good. Die Grundlage schuf der Sarganser mit einem Gestellten gegen den Eidgenossen Benji von Ah im fünften Gang.

Weniger Glück als die Melser Organisatoren hatten die Verantwortlichen des Rheintal-Oberländer Schwingverbandes (ROSV). Ihr Verbandsfest – traditionell eines der ersten im Schwingkalender – musste erneut verschoben werden. Neu ist das Fest in Oberriet auf den 3.  April 2022 angesetzt. «Es ist zu hoffen, dass den Organisatoren des Ringerclubs Oberriet-Grabs nächstes Jahr mehr Glück beschieden ist», so ROSV-Präsident David Zimmermann.

Vier Schwinger erstmals vor den Kranzjungfern

Sehr erfreulich aus Rheintal-Oberländer-Sicht sind die 14 gewonnenen Kränze. «Dass die Kränze von neun verschiedenen Schwingern erkämpft wurden zeigt, dass der Verband momentan breit aufgestellt ist», freut sich Zimmermann. Die Verletzungshexe hat aber leider auch dieses Jahr wieder zugeschlagen. So fielen mehrere Leistungsträger teilweise die komplette Saison, zumindest aber längere Zeit aus. «Unter diesem Aspekt sind die 14 Kranzgewinne noch höher einzustufen», so Zimmermann. Besonders erfreulich: Am St. Galler Kantonalen konnten sieben Kränze erkämpft werden, so viele wie seit mehreren Jahren nicht mehr. «Im Verband haben wir dieses Jahr auf Neukranzer gehofft», sagt der Präsident, «dass gleich vier Schwinger erstmals vor die Kranzjungfern treten durften, hat die Erwartungen übertroffen.»

Der Nachwuchs konnte in diesem Jahr 56 Auszeichnungen und 66 Zweiggewinne verbuchen. Höhepunkt war der Eidgenössische Nachwuchsschwingertag (ENST) von 29. August in Schwarzenburg. Erfreulicherweise qualifizierten sich mit Simon Walser (Jahrgang 2004, Mels) und Thomas Kern (2006, Balgach) zwei Rheintal-Oberländer für diesen Anlass. Beide mussten aber feststellen, dass das Niveau an diesem Fest sehr hoch ist.

Pratteln als Höhepunkt der Saison

Im vergangenen Jahr feierte der Eidgenössische Schwingerverband (ESV) seinen 125. Geburtstag. Anfang November diesen Jahres konnte der ESV das Jubiläum dann endlich würdig feiern. In Anwesenheit von Sportministerin Viola Amherd und diversen Schwingergrössen von einst und heute – darunter auch alt Obmann Mario John (Chur/Mels) – ging die Feier im neuenburgischen Colombier über die Bühne. Das dazugehörende Jubiläumsschwingfest in Appenzell wurde auf September 2024 verschoben.

Ernst gilt es im kommenden Jahr hoffentlich beim ROSV-Verbandsfest am 3. oder 10. April in Oberriet. Danach folgt am Samstag, 7. Mai, das Rheintal-Oberländer Buebeschwinget in Trübbach kombiniert mit dem Gonzenschwinget, organisiert vom SK Wartau. Saisonhöhepunkt im kommenden Jahr ist das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (Esaf) vom 27./28. August in Pratteln.

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