Jahresergebnis
«Es wurde noch nie so viel gespart wie im Jahr 2020»: Raiffeisenbanken der Region profitieren von geringer Reisetätigkeit

Die vier Raiffeisenbanken in den Regionen Werdenberg und Sarganserland haben trotz der Pandemie ein erfolgreiches Geschäftsjahr hinter sich.

Armando Bianco
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Freuen sich über die Raiffeisen-Zahlen des Geschäftsjahres 2020:(von links) Sandro Uhlmann, Bruno Schmid, Monika Göldi und Christof Ackermann.

Freuen sich über die Raiffeisen-Zahlen des Geschäftsjahres 2020:
(von links) Sandro Uhlmann, Bruno Schmid, Monika Göldi und Christof Ackermann.

Armando Bianco
(20. Januar 2020)

«Es wurde noch nie so viel gespart wie im Jahr 2020», sagte Bruno Schmid gestern vor den Medien, stellvertretend für die Raiffeisenbanken Werdenberg, Sennwald, Sarganserland und Walenstadt. Der Vorsitzende der Raiffeisenbank Walenstadt führt das auf die geringeren Reiseaktivitäten zurück. Die Kundengelder aller vier Banken nahmen überdurchschnittlich um rund 6,4 Prozent von 2,63 Mia. auf neu 2,8 Mia. Franken zu.

Trotz Corona hatte Raiffeisen in der Region ein gutes Geschäftsjahr und ein gutes Wachstum. Es resultierte ein Geschäftserfolg von 16,828 Mio. Franken gegenüber 17,599 Mio. Franken. Nach Steuern wird ein Jahresgewinn von 5,686 Mio. Franken gegenüber 5,542 Mio. Franken im Vorjahr ausgewiesen. Das entspricht einer Steigerung um 2,6 Prozent, was allseits als erfreulich bezeichnet wurde.

Covidkredite im Umfang von 8,2 Mio. Franken vergeben

Monika Göldi, Vorsitzende der Raiffeisenbank Sennwald.

Monika Göldi, Vorsitzende der Raiffeisenbank Sennwald.

PD

«Corona war auf vielen Ebenen eine Herausforderung für uns», so Monika Göldi, Vorsitzende der Raiffeisenbank Sennwald. 102 Covid-Kredite im Umfang von 8,2 Mio. Franken haben die Raiffeisenbanken Sennwald und Werdenberg im Jahr 2020 ihrer Kundschaft gewährt, im Durchschnitt also rund 80400 Franken. Aufgrund der Dringlichkeit seien sämtliche Anträge innerhalb von 24 Stunden bearbeitet worden. Wertberichtigungen bzw. Ausfälle hat es bisher keine gegeben, man stellt aber fest, dass vor allem das Gastgewerbe stark unter Druck steht.

Börsenboom schlägt sich auf Depotvolumen nieder

Mit 7 Prozent markant gestiegen ist das Depotvolumen, von 437,7 Mio. auf neu 468,6 Mio. Franken. Nach dem Einbruch der Börsen weltweit im Frühling 2020 hat sich der Swiss Market Index bekanntlich gegen Ende Jahr wieder seinen Höchstständen genähert. Ein Blick auf die aktuelle Entwicklung der Aktien zeigt, dass die Börse boomt und Wertpapiere eine willkommene Alternative zur niedrigen Verzinsung sind. Immer beliebter werden beispielsweise Nachhaltigkeitsfonds. Lediglich Obligationen sind derzeit vergleichsweise unrentabel.

«Das Kreditgeschäft ist kerngesund»

Um etwas mehr als drei Prozent gestiegen sind die Ausleihungen (Hypotheken und Geschäftskredite). 93 Prozent aller Hypotheken machen Wohneigentum aus. Für ausfallgefährdete Kredite mussten laut Christof Ackermann, Vorsitzender der Raiffeisenbank Sarganserland, insgesamt nur 0,06 Prozent der Ausleihungen als Wertberichtigungen zurückgestellt werden. «Das Kreditgeschäft ist kerngesund», bringt er seine Freude zum Ausdruck.

Sandro Uhlmann, Vorsitzender der Raiffeisenbank Werdenberg.

Sandro Uhlmann, Vorsitzender der Raiffeisenbank Werdenberg.

PD

Die Digitalisierung hat längst auch in der Bankenlandschaft Einzug gehalten. «Wegen Corona hat sich dieser Prozess im letzten Jahr massiv beschleunigt», stellt Sandro Uhlmann, Vorsitzender der Raiffeisenbank Werdenberg, fest. Als Beispiel nannte er die Bezahl-App Twint.

«Diese wird nicht nur bei jungen Menschen immer beliebter, wir stellen auch zunehmendes Interesse bei älteren Menschen fest.»

Auf Nachfrage bekräftigte er, dass keiner der Standorte im Werdenberg der Digitalisierung zum Opfer fallen werde. Man wolle weiterhin in Grabs, Buchs und Trübbach präsent sein und plane sogar Modernisierungen.