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Jäger haben zu wenig gelernt

Nur knapp zwei Drittel aller Angetretenen bestanden die diesjährige Jagdprüfung des Kanton St. Gallens. Das ist ein ungewöhnlich schlechtes Resultat. Die Bilanz der Prüflinge aus der W&O-Region ist allerdings gut.
Katharina Rutz
Prüfungsobmann Christoph Markwalder überreicht einer erfolgreichen Kandidatin den St. Galler Jagdfähigkeitsausweis. Regierungsrat Bruno Damann und Arnold Rossi aus Gams, Vertreter Revierjagd St. Gallen, gratulieren der Jägerin ebenfalls. (Bild: PD)

Prüfungsobmann Christoph Markwalder überreicht einer erfolgreichen Kandidatin den St. Galler Jagdfähigkeitsausweis. Regierungsrat Bruno Damann und Arnold Rossi aus Gams, Vertreter Revierjagd St. Gallen, gratulieren der Jägerin ebenfalls. (Bild: PD)

Das schlechteste Prüfungsresultat seit Jahren macht die Ausbildungsverantwortlichen der St. Galler Jagdprüfung nachdenklich, schrieb das Amt für Jagd, Natur und Fischerei (ANJF) in einer Medienmitteilung. Um den Fähigkeitsausweis für die Jagd im Kanton St. Galle n zu erlangen, müssen eine praktische Schiessprüfung und eine mündliche Theorieprüfung absolviert werden. Letztere findet jeweils im Juni statt.

Dieses Jahr traten 47 Personen im Landwirtschaftlichen Zentrum Salez zu den Prüfungen an. 32, also 68 Prozent, bestanden im ersten Anlauf. Neun Kandidaten werden in einem Jahr zur Nachprüfung in den nicht bestandenen Fächern eingeladen. Sechs Personen haben in drei oder mehr Fächern nicht bestanden und müssen die gesamte Theorieprüfung wiederholen, um den Jagdfähigkeitsausweis zu erhalten. Die sieben dieses Jahr zur Nachprüfung Angetretenen waren alle erfolgreich.

Nie mehr als 20 Prozent durchgefallen

In den vergangenen Jahren betrug der Durchschnitt der bestandenen Jagdprüfungen jeweils rund 85 Prozent. Köbi Rutz, Präsident des Jägervereins Toggenburg, war von 1996 bis 2016 Prüfungsexperte für das Fach Recht. «Ich kann mich in den 20 Jahren als Experte nicht erinnern, einmal ein so schlechtes Resultat gehabt zu haben. Die Durchfallquote lag bei maximal 20 Prozent.»

Die Resultate würden nun vertieft ausgewertet, um den möglichen Ursachen für das schlechte Abschneiden so vieler Kandidaten auf die Spur zu kommen, heisst es in der Medienmitteilung weiter. «Wir werden unter den Prüflingen eine Umfrage durchführen», erklärt Markus Brülisauer vom ANJF auf Anfrage des W&O. «Das schlechte Resultat ist erstaunlich, da wir zu den Vorjahren nichts geändert haben. Wir führten die gleiche Ausbildung durch, mit den gleichen Ausbildnern, den gleichen Prüfungsbögen und -experten», so Markus Brülisauer.

Kandidaten aus der Region schnitten gut ab

Josef Lenherr, Präsident der Werdenberger Jäger-Vereinigung, ist selber ein solcher Experte. «Die vier Werdenberger Kandidaten haben alle die Jägerprüfung bestanden. Ein zur Nachprüfung angetretener Kandidat hat nun ebenfalls bestanden», sagt er. Die Ausbildung im Kanton St. Gallen sei grundsätzlich gut. Die hohe Durchfallquote erklärt sich Josef Lenherr mit einem Mangel an echtem Interesse an der Jagd. «Einige Kandidaten haben schlicht zu wenig gelernt. Die freiwilligen Kursabende sollte man halt auch besuchen, wenn sie schon angeboten werden», sagt er. Aus dem Toggenburg traten neun Kandidaten zur Theorieprüfung an. Einer davon hat ein Fach nicht bestanden und kann dieses nächstes Jahr wiederholen. «Das ist ein sehr gutes Resultat für unsere Jungjäger», so Köbi Rutz.

Jagdausbildung wird nächstes Jahr überarbeitet

Grundsätzlich steigt das Interesse an der Jagdprüfung im Kanton St. Gallen. «Wir haben immer mehr Kandidaten. Im Jahr 2017 zum Beispiel sind gar 63 zur Prüfung angetreten», sagt Markus Brülisauer. Die Prüfung in dieser Form wird allerdings nächstes Jahr ohnehin das letzte Mal durchgeführt. Die neuen Jungjägerinnen und -jäger werden mit einem neuen Lehrmittel in die Ausbildung starten und im Jahr 2020 auch eine neue Prüfung absolvieren müssen. «Die Resultate der Umfrage der diesjährigen Kandidaten werden in die neue Jagdausbildung einfliessen», verspricht Markus Brülisauer.

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